Künstler-Biopic um Pablo Picassos Rivalen Amedeo Modigliani und dessen tragische Romanze mit Jeanne Hebuterne.

Kinostart: nicht bekannt

Andy Garcia

Andy Garcia
als Amedeo Modigliani

Elsa Zylberstein

Elsa Zylberstein
als Jeanne Hebuterne

Hippolyte Girardot

Hippolyte Girardot
als Utrillo

Omid Djalili
als Pablo Picasso

Eva Herzigova
als Olga

Udo Kier

Handlung

Im frühen 20. Jahrhundert wimmeln die Cafés und Salons von Paris nur so von mehr oder minder erfolgreichen Kreativen wie Frida Kahlo, Diego Rivera, Pablo Picasso oder Auguste Renoir. Heimlicher Star der Szene ist der jüdisch-italienische Maler Amedo Modigliani (Andy Garcia), dessen Talent nur übertroffen wird von seinem fatalen Hang zur bewussten Selbstzerstörung. Nur die Liebe zu der gutbürgerlichen Jeanne Hebuterne (Elsa Zylberstein) gibt ihm noch Halt. Als Jeanne schwanger wird, ist Modigliani überfordert.

Das konventionelle Künstlerportrait von Kunstfreund Mick Davis bietet beeindruckende Ausstattung und ebensolche Kameraarbeit.

Paris um 1920. Der Maler und Bildhauer Amedeo Modigliani schwimmt mit seiner Kunst gegen den Strom - und provoziert damit Pablo Picasso und seinen Clan. Jeanne Hebuterne liebt den Künstler trotz seiner Armut bedingungslos und bis zur Selbstaufgabe, wofür sie sogar den Tod ihres gemeinsamen Kindes hinnimmt. Kurz nach seinem Triumph bei einem Kunstwettbewerb gegen Picasso wird Modigliani überfallen - und stirbt an den Folgen der Prügelei.

Paris, Ende der zwanziger Jahre. Amadeo Modigliani liebt es zu provozieren, bevorzugt Künstlerkollege Picasso, den Wein und die Frauen. Insbesondere Jeanne, deren Vater gar nichts vom Umgang seiner Tochter hält, der nicht nur ein armer Künstler, sondern auch noch Jude ist. Die Künstler- und Bohème-Szene am Montparnasse freut sich indessen auf einen Wettstreit der größten Künstler, für den sich schließlich auch Modigliani und Picasso einschreiben. Doch Modigliani erlebt seinen großen Triumpf nicht mehr.

Kritik

Mick Davis wirft einen erhellenden Blick auf das unglückliche Leben des genialen Malers Amedeo Modigliani. Wobei "erhellend" relativ zu verstehen ist, badet Davis' Protagonist Andy Garcia doch in düsteren Sepia-Tönen, noch düstereren Stimmungen und Unmengen an Rotwein. Leidenschaftlich, dramatisch und bevölkert von illustren historischen Figuren erzählt das biografische Drama von der Rivalität zwischen dem armen Modigliani und dem Kunst-Protz Picasso sowie der verzehrenden Liebe des Titelhelden zur Bürgertochter Jeanne Hébuterne. Angesichts der Abwesenheit publikumswirksamer Stars sowie des ruhigen Erzähltempos empfiehlt sich dieses Kunststück vor allem dem Arthauspublikum.

So flüchtig sich der künstlerische und kommerzielle Erfolg bei vielen großen Malern zu Lebzeiten erwies, mit so geringen Erfolgsaussichten an der Kinokasse plagen sich auch Künstler-Biopics. Der Oscar-Gewinn von Marcia Gay Harden verhalf "Pollock" nicht zum Ruhm und auch Arthouse-Schwergewicht Anthony Hopkins brachte "Mein Mann Picasso" kaum Geld ein. Erst Werke wie "Frida" oder "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" widerlegten in jüngerer Zeit das Dogma vom Malerporträt als Flop. Vielleicht hilft deren Erfolg ja auch Mick Davis' ambitionierter, pan-europäisch produzierter, Künstlerbiografie "Modigliani" auf die Sprünge, die mit einem in guter Form agierenden Andy Garcia ("Der Pate III") in der Titelrolle aufwartet.

Der jüdische Maler Modigliani lebt im Jahr 1919 von sporadischen Auftragsarbeiten im Pariser Künstlerviertel Montparnasse. Seine Arroganz und Weigerung, sich im künstlerischen Ausdruck dem Willen anderer zu beugen, verhindern trotz offensichtlicher Begabung den Durchbruch. Die schwelende Rivalität zum erfolgreichen Pablo Picasso - Omid Djalili aus "Sky Captain and the World of Tomorrow" - macht ihm beständig zu schaffen, das uneheliche Kind, das er mit der geliebten Bürgerstochter Jeanne Hébuterne (eher blass: Elsa Zylberstein) hat, wird von deren Vater ins Waisenhaus gesteckt, und er selbst trinkt, trotz fortgeschrittener Tuberkulose, statt grünem Tee lieber "grüne Fee". Euphorie und tiefste Verzweiflung wechseln sich ab, bis am 27. Januar 1920 eine Meningitis Modiglianis turbulenter 35-jähriger Existenz ein Ende bereitet.

Mit einer recht dunklen Farbpalette arbeitet Mick Davis in seiner ehrenwerten, gediegen gehaltenen Inszenierung, die Kameramann Emmanuel Kadosh den Vorgaben entsprechend virtuos umzusetzen versteht. Sie umgibt den von Andy Garcia mit viel Einfühlungsvermögen verkörperten Pinsel-Virtuosen mit Sepia-Tönen und einer Aura, die zwischen finsterer Verzweiflung und charmanter Patina pendelt. Das elegante Produktionsdesign von Giantito Burchiellaro sowie der stimmungsvolle Score von Guy Farley stehen hingegen etwas im Kontrast zum vom Davis verfassten, Dialog-schwachen Drehbuch. Dem Skript mangelt es bisweilen an Brisanz und das Kernthema, der Streit zwischen Modigliani und Picasso, tritt nicht deutlich genug zu Tage. Dennoch ist man fasziniert vom Energiebündel Modigliani, das sich zu Grunde richtet, Frauen ohne Augen malt, viel zu lange Hälse liebt und sich um das gesättigte Kunst-Establishment keinen Deut schert. Fans von Garcia und kunstinteressierte Cineasten werden sich deshalb gerne durch die regenglänzenden, Kopfstein-gepflasterten Straßen dieser kunstsinnigen Herzensangelegenheit treiben lassen. geh.

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Info

Plakat des Films: Modigliani - Ein Leben in Leidenschaft

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland/Frankreich/Großbritannien/Italien/Rumänien 2004

Genre: Drama

Originaltitel: Modigliani

Regie: Mick Davis

Drehbuch: Mick Davis

Musik: Guy Farley

Produktion: Stephane Martinez-Campeau, Philippe Martinez, Andre Djaoui, Alan Latham

Kostüme: Pam Downe

Kamera: Manu Kadosh

Schnitt: Emma E. Hickox

Ausstattung: Giantito Burchiellaro