Eine Art "Rocky" auf Rädern: Bewegende (wahre) Geschichte eines Mannes, der sich im Alter von 65 Jahren entschließt, der schnellste Mann auf zwei Rädern zu werden.

Kinostart: 26.10.2006

Anthony  Hopkins

Anthony Hopkins
als Burt Munro

Diane Ladd

Diane Ladd
als Ada

Paul Rodriguez
als Fernando

Aaron Murphy
als Tom

Annie Whittle
als Fran

Chris Bruno
als Bob Highby

Carlos La Camara
als Taxifahrer

Jessica Cauffiel
als Wendy

Patrick Flueger
als Rusty

Walton Goggins
als Marty Dickerson

Bruce Greenwood
als Jerry

Christopher Lawford
als Jim Moffat

Gavin Grazer
als Mike

William Lucking
als Rolly Free

Eric Pierpoint
als Earl

Laurel Moglen
als Ali

Christopher J. Williams
als Tina

Handlung

Wenn Burt Munro (Anthony Hopkins) in den späten 60ern nicht gerade mit seiner aus dem Jahr 1920 stammenden Indian Spirit über die grünen Hügel von Neuseeland brettert und seinen Nachbarn den wilden Exzentriker vorspielt, träumt er davon, auf den flachen Salzseen im fernen Utah einen neuen Geschwindigkeitsrekord im Motorradfahren aufzustellen. Als der alte Mann und seine Antiquität dann tatsächlich im amerikanischen Profi-Rennzirkus auftauchen, ist das Gelächter groß. Aber nicht für lange.

Drei Jahrzehnte, nachdem er dem wahren Munro ein Dokumentarfilmdenkmal setzte ("Offerings to the God of Speed"), interpretiert Regisseur Roger Donaldson die erstaunliche Geschichte in einem Spielfilm.

In der neuseeländischen Kleinstadt Invercargill des Jahres 1967 gilt der 65-jährige Burt Munro als der Stadtirre, weil er sich fest vorgenommen hat, mit seinem Motorrad, Baujahr 1920, schnellster Mann der Welt zu werden. Aber Burt ist trotz eines Herzfehlers nicht von seinem Traum abzubringen. Mit seinem Ersparten und ein paar Spenden setzt er nach Los Angeles über. Sein Glück ist seine grenzenlose Offenheit, mit der er immer und überall sofort Freundschaften schließt. Schließlich kommt er tatsächlich in den Salt Flats von Bonneville an.

Neuseeland in den 60er Jahren. Der rüstige Rentner Burt Munro gedenkt trotz Herzfehlers den Geschwindigkeitsrekord auf zwei Rädern aufzustellen. Zu diesem Zweck hat er seinen Schuppen in der verschlafenen Provinzstadt Invercargill in eine Werkstatt umgebaut. Dort frönt er der "Kiwi-Genialität", reißt zu nachtschlafender Zeit durch dröhnenden Motorlärm die Nachbarn aus dem Bett und schraubt fleißig an seinem Motorrad Marke Indian, Baujahr 1920, herum. Sein Ziel: die "Speed Week" auf den US-Salztonebenen in Bonneville, Utah.

Kritik

Nach der abenteuerlichen Biografie des realen Motorradbastlers Burt Munro liefert Anthony Hopkins in diesem originellen Feelgood-Movie eine furiose One-Man-Show, die ihn zum Oscar führen könnte.

Einmal mehr stellt Hopkins seine enorme schauspielerische Bandbreite unter Beweis und beeindruckt als Anti-Lecter. Er schlüpft in die Rolle des Neuseeländers Burt Munro, einem kauzigen Speed-Junkie im Rentenalter, der mit einem "antiken" Motorrad, der Titel gebenden "1920er Indian", aller Widerstände und Wahrscheinlichkeiten zum Trotz den Geschwindigkeitsweltrekord auf zwei Rädern jagt. Als philantroper Simpel mit dem Herz am rechten Fleck wirft er dabei zahlreiche Konventionen der konservativen frühen 60er Jahre, so manche Regel der Rekord-Kommission, einige Gesetze der Physik und schließlich für einen kurzen Augenblick die Grenzen des Alters über den Haufen.

Regisseur Roger Donaldson verzichtet dabei auf moralinsauere Botschaften und Methusalem-Theoreme, sondern stützt seinen Film auf ein virtuos geschriebenes Drehbuch. Dieses zeigt Hopkins durch öffentliche Eigenurin-Düngung der Zitronenbäume, unangekündigtes Abfackeln des Unkrauts samt Nachbarschaft, sowie illegale Wettrennen mit Bikergangs eher als verfrühte Inkarnation der Generation Punkrock denn als würdevollen Senior. Folgerichtig muss Burt noch einmal auf große Fahrt, Neuseeland verlassen und dorthin reisen, wo man Maschinen bis an die Grenzen ihrer Leistung ausfahren kann: zu den Salzseen von Utah, zur Speed-Week. Ohne Geld, Kontakte und Unterstützung bricht Munro auf zu einem abenteuerlichern Trip, der ihn mit bärbeißigen Taxifahrern und afroamerikanischen Drag-Queens konfrontiert. Sein warmherziges Wesen und seine Bauernschläue helfen ihm jedoch schließlich nach Utah.

Hier gelingen Donaldson die schönsten Szenen seines Filmes. Beeindruckend kombiniert er die Weite der Landschaft mit der Kraft der Boliden auf Rekordjagd. Mittendrin Munro, der endlich am Ziel seines Lebens angekommen ist. Und obwohl die eigene Pumpe nicht mehr so rund läuft wie der Zweitakter der Indian und die Technik seines Motorrads weit entfernt scheint, überhaupt auf die Strecke gelassen zu werden, ist Munro nicht klein zu kriegen. Gerade deshalb dürfte Hopkins mit seiner Leistung auch bei einem jungen Publikum auf Anklang stoßen. Die Verehrung der Kritiker ist ihm ohnehin sicher - und vielleicht auch die der Academy. tw.

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Info

Plakat des Films: Mit Herz und Hand

Kinostart: 26.10.2006

Japan/Neuseeland/Schweiz/USA 2005

Länge: 2 h 8 min

Genre: Drama

Originaltitel: The World's Fastest Indian

Regie: Roger Donaldson

Drehbuch: Roger Donaldson

Musik: J. Peter Robinson

Produktion: Roger Donaldson, Gary Hannam

Kostüme: Nancy Cavallaro, Jane Holland

Kamera: David Gribble

Schnitt: John Gilbert

Ausstattung: Dennis Washington

Website: http://www.mitherzundhand-film.de/