Danny Boyle erzählt eine märchenhafte, schräge Geschichte über zwei Kinder, die versuchen, einen Sack voll Geld auszugeben.

Kinostart: 25.08.2005

Alex Etel
als Damian Cunningham

Lewis McGibbon
als Anthony Cunningham

James Nesbitt
als Ronnie Cunningham

Daisy Donovan
als Dorothy

Christopher Fulford
als Armer Mann

Pearce Quigley
als Polizist

Jane Hogarth
als Mutter

Alun Armstrong
als St. Peter

Enzo Cilenti
als St. Francis

Nasser Memarzia
als St. Joseph

Kathryn Pogson
als St. Clare

Harry Kirkham
als St. Nicholas

Cornelius Macarthy
als Gonzaga

Kolade Agboke
als Ambrosius

Leslie Phillips
als Leslie Philips

James Quinn
als Makler

Mark Chatterton
als Schulleiter

Toby Walton
als Damians Lehrer

Gunnar Winbergh
als Eli

Christian Pedersen
als Jerome

Philippa Howarth
als Tricia

Billy Hyland
als Keegan

John Nugent
als Graham

Steve Garti
als Terri

Alice Grice
als Maria

Die Handlung von Millions

In einer Zeit weit entfernt der unseren, wenn England Ja zum Euro sagt und die letzte Stunde der königlichen Währung geschlagen hat, fällt eine Reisetasche randvoll mit Pfundnoten vom vorbeirasenden Zug geradewegs den Brüdern Damian und Anthony Cunningham (Alex Etel und Lewis McGibbon) vor die Füße. Die aufgeweckten Knaben beschließen, den unverhofften Reichtum so schnell wie möglich unter bedürftige Leute zu bringen. Der Gauner, dem die Beute durch die Lappen ging, hat jedoch andere Pläne.

"Trainspotting"-Regisseur Danny Boyle und Michael Winterbottoms Stammautor Frank Cottrell Boyce zeichnen verantwortlich für das moderne Märchen mit spektakulären Darstellerleistungen.

In einer fernen Zeit, in der in Großbritannien der Euro eingeführt wird. Kurz vor dem Währungswechsel fällt dem achtjährigen Halbwaisen Damian eine Tasche voll Geld in den Schoß. Er glaubt an ein Geschenk des Himmels, während sein zehnjähriger Bruder Anthony einen Schatz vermutet, der schnell ausgegeben werden sollte, bevor der rechtmäßige Eigentümer ihn entdeckt.

Eines Tages gerät das reichlich komplizierte Leben der Brüder Anthony und Damian noch weiter aus den Fugen. Als sich Damian im Reihenhaus-Garten, gleich neben dem Bahngleis, aus Umzugskartons eine Burg baut, fällt ihm nämlich ein Sack voll Geld vor die Füße. Die Beute aus einem Raubüberfall ist ein Geschenk des Himmels, glaubt der tief religiöse Damian. Anthony hingegen hält das Geld für einen mysteriösen Schatz. Egal, jetzt muss es gewechselt oder ausgegeben werden, auch wenn die echten Besitzer da anderer Meinung sind.

Kritik zu Millions

Millionen wird er nicht einspielen, Millionen hat er nicht gekostet und nicht um Millionen, sondern "nur" um ein paar hunderttausend gefundene englische Pfund dreht sich Danny Boyles erster Familienfilm. "Millions", die Geschichte zweier Halbwaisen, die zufällig in den Besitz der Beute aus einem Raubüberfall kommen, besticht durch Herzenswärme, Skurrilität und sorgfältig ausgearbeitete Charaktere. Boyle, sonst eher der Mann für harte Stoffe - siehe "Trainspotting" oder "28 Days Later" -, kann also auch anders. Vielleicht mit Blick auf eine neue, jüngere Zielgruppe...

...die Kinder. Die sind auch seine "neuen Helden". Der siebenjährige Damian und dessen zwei Jahre älterer Bruder Anthony, deren Mutter gerade gestorben ist. Was den Umzug in ein neues Haus, den Besuch einer neuen Schule zur Folge hat. Anthony kommt mit den veränderten Gegebenheiten recht gut klar, passt sich an, schaut tapfer in die Zukunft. Nicht so Damian, der sich in Traumwelten flüchtet, mit katholischen Heiligen Zwiesprache hält und sich nichts sehnlicher wünscht als dass auch seine Mama heilig gesprochen wird.

Boyle bleibt sich trotz ungewohnten Genres treu. Gewohnt schräg geht's zu, unerwartet und diesmal auch magisch - was viel mit dem liebenswerten Drehbuch von Frank Cottrell Boyce, einem regelmäßigen Mitarbeiter Michael Winterbottoms, zu tun hat. Der, selbst Vater von sieben Kindern, kann sich hervorragend in die Geisteswelt seiner Protagonisten hineinversetzen, kennt deren Sorgen und Nöte, weiß um ihre Freuden, Ängste und Geheimnisse.

Furios gleich der Beginn, wenn im Zeitraffer das neue Heim der Brüder in den Himmel wächst. Wo sich zunächst grüne Wiesen erstrecken, steht Sekunden später eine uniforme Reihenhaussiedlung. Im Garten, gleich neben dem Bahngleis, baut sich Damian aus Umzugskartons eine verwinkelte Burg, seine Einsiedelei, seine Rückzugmöglichkeit. Bis ein Sack voll Geld vom Himmel fällt, mitten hinein in den ohnehin schon reichlich komplizieren Alltag der Geschwister. Ein Geschenk des Himmels - rechtzeitig zum Weihnachtsfest - glaubt Damian, ein mysteriöser Schatz sein Bruder. Egal, das Geld muss gewechselt oder ausgegeben werden. England steht kurz vor der Währungsreform, auch auf den britischen Inseln soll der Euro endlich Einzug halten.

Danny Boyle schert sich nicht um Konventionen, mischt elegant das Banale mit dem Märchenhaften. Unterläuft den Feelgood-Feiertagsfilm mit einem kurzen, virtuos gestalteten Krimiplot, zollt Federico Fellinis "Amarcord" Tribut, findet für den überforderten Vater - sympathisch: James Nesbitt aus "Lang lebe Ned Devine!" - eine neue Frau und führt gar trefflich vor Augen, dass auch Mormonen den Verlockungen der Konsumwelt anheim fallen. Wie Alice im Wunderland kommt man sich vor, beginnt mit den Augen der groß aufspielenden Kinder (Alex Etel & Lewis McGibbon) zu sehen - was einen anderen Blick auf scheinbar bekannte Dinge ermöglicht. Die Fantasie wird angeregt, der Geist Frank Capras beschworen, der Spülstein-Realismus des British Free Cinema zu Grabe getragen. Die Erdanziehungskraft scheint aufgehoben und steht doch im harten Gegensatz zu Anthony Dodd Mantles ("Dogville") schnörkelloser, funktionaler Kameraarbeit. Das Ergebnis: Eine ernste, sehnsuchtsvolle Komödie für jung und alt, verspielt und dann wieder ganz real. Oder vielleicht einfach der Traum von einer besseren Welt. geh.

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Info

Plakat des Films: Millions
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 25.08.2005

Großbritannien 2004

Länge: 1 h 39 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Millions

Regie: Danny Boyle

Drehbuch: Frank Cottrell Boyce

Musik: John Murphy

Produktion: Graham Broadbent, Damian Jones, Andrew Hauptman

Kostüme: Susannah Buxton

Kamera: Anthony Dod Mantle

Schnitt: Chris Gill

Ausstattung: Mark Tildesley, Mark Digby

Website: http://www.millions-derfilm.de/