Clint Eastwoods meisterhaftes Boxerdrama, in dem sich Hilary Swank als Boxtalent unter Eastwoods Regie an die Spitze kämpft.

Kinostart: 24.03.2005

Clint Eastwood

Clint Eastwood
als Frankie Dunn

Hilary Swank

Hilary Swank
als Maggie Fitzgerald

Morgan Freeman

Morgan Freeman
als Eddie

Jay Baruchel
als Danger Barch

Mike Colter
als Willie Little

Lucia Rijker
als Billie

Brian F. O'Byrne
als Horvak

Anthony Mackie
als Shawrelle Berry

Margo Martindale
als Earline Fitzgerald

Riki Lindhome
als Mardell Fitzgerald

Michael Peña
als Omar

Benito Martinez
als Billies Manager

Bruce MacVittie
als Mickey Mack

David Powledge
als Mann am Tresen

Marcus Chait
als J.D. Fitzgerald

Handlung

Der alte Boxtrainer Frankie Dunn (Clint Eastwood) hat in seiner langen Laufbahn viele Talente kommen und besonders gehen sehen. Dabei hat er weder privat noch beruflich sonderlich viele richtige Entscheidungen getroffen. Nun steht die vom Schicksal gebeutelte Kellnerin Maggie (Hilary Swank) auf seiner Matte, wild entschlossen, Fressen zu polieren und Anerkennung zu finden. Nach gutem Zureden durch Kumpel und Ex-Preisboxer Eddie (Morgan Freeman) nimmt Frankie die zähe Dame unter seine Fittiche und entdeckt bereits nach kurzem Polieren einen Diamanten.

Hollywood-Urgestein Clint Eastwood altert wie guter Wein und lässt in diesem außergewöhnlichen Ringmelodram einmal mehr gebrochene Figuren mit den Schatten ihrer Vergangenheit ringen. Viel mehr als nur ein Box-Film!

In das Boxstudio des gealterten Trainers Frankie Dunn und seiner treuen, rechten Hand, dem ehemaligen Preisboxer Eddie, platzt die 31-jährige White-Trash-Kellnerin Maggie Fitzgerald, die Frankie hartnäckig bedrängt, sie zu trainieren. Unerwartet erweist sich Maggie schließlich tatsächlich als Naturtalent und erlebt zunächst einen kometenhaften Aufstieg.

Maggie Fitzgerald ist reinster White Trash, Anfang 30 und Kellnerin. Doch sie will hoch hinaus, als Boxerin. Dank der Unterstützung von "Scrap-Iron" Dupris bringt sie endlich den Boxveteranen Frankie Dunn dazu, sie zu coachen. Dupris verlor einst bei seinem letzten Kampf ein Auge und weiß, dass Dunn dafür noch immer unter Schuldgefühlen leidet. Zaghaft stellen sich bei Maggie erste Erfolge ein und Dunn avanciert immer mehr zur Vaterfigur. Endlich bestreitet sie den wichtigsten Kampf ihrer Karriere und der Sieg ist greifbar nahe.

Kritik

Mit dem Alter kommt die Weisheit, heißt es. Im Fall von Clint Eastwood belegt dies sein an die Nieren gehendes Boxerdrama, das auf allen Ebenen ein Knockout ist. Zu Recht bereits mehrfach ausgezeichnet und für sieben Oscars nominiert, erzählt Eastwood gewohnt schnörkellos und gerade deshalb mitten ins Herz treffend die facettenreiche Story vom Werdegang einer eisern entschlossenen Boxerin, gespielt von der zu "Boys Don't Cry"-Höchstform auflaufenden Oscar-Gewinnerin Hilary Swank. Ihre hochkarätigen schauspielerischen Sparring-Partner sind Eastwood selbst in der Rolle ihres Trainers und Morgan Freeman als dessen Angestellter, der zudem als Voiceover-Erzähler fungiert.

Für seine mittlerweile 25. Inszenierung diente dem 74-jährigen Eastwood das Drehbuch von Paul Haggis als Vorlage. Dieser adaptierte zwei Kurzgeschichten aus der Sammlung "Rope Burns: Stories From The Corner" des ehemaligen Boxmanagers Jerry Boyd. Haggis begeistert mit natürlich-fließenden Dialoge, die aus dem Leben gegriffen, gleichzeitig über tiefe Aussagekraft verfügen. Aufgegriffen werden Themen, die für Leinwandlegende Eastwood, der sich schon länger nicht mehr an kommerzielle Auflagen gebunden fühlt, persönlich reizvoll waren. Wie in seinen Meisterwerken "Erbarmungslos" und "Mystic River" handelt es sich um eine amerikanische Tragödie, in der eine gebrochene Figur Vergebung und Sühne für die Sünden der Vergangenheit sucht. Gleichzeitig wird aber nicht nur von zerstörten Täumen, sondern auch von deren (teilweisen) Erfüllung sowie einer platonischen Liebesgeschichte voller Zärtlichkeit erzählt.

Der erste Akt spielt fast ausschließlich in der etwas heruntergekommenen Boxhalle von Trainer Frankie Dunn. Er ist ebenfalls nicht mehr taufrisch. Jahrelange Einsamkeit und Enttäuschungen haben tiefe Furchen in sein Gesicht geschlagen. Seine treue rechte Hand ist der ehemalige Preisboxer Eddie "Scrap-Iron" Dupris, der in seinem 109. und letzten Kampf ein Auge verloren hat. Beide verbindet eine tiefe Freundschaft - und die Enttäuschung, niemals einen Triumph im Leben (sprich: eine Boxmeisterschaft) erreicht zu haben. In dieses alt eingespielte Arrangement platzt eines Tages die 31-jährige White-Trash-Bedienung Maggie Fitzgerald, die Frankie zunächst vergeblich piesackt, sie zu coachen. In der Machowelt der Boxhalle wird sie verlacht, doch Maggie trainiert mit unbeirrbaren Willen Tag für Tag. Schließlich ist es Eddie, der Frankie überredet, ihr eine Chance zu geben. Unerwartet erweist sich Maggie trotz ihres für den Sport bereits hohen Alters als Naturtalent, die à la "Rocky" einen kometenhaften Aufstieg absolviert. Dies wird mit einer unbeschwert-unterhaltsamen Montage ihrer in der ersten Runde per KO gewonnen Kämpfe gezeigt. Ein emotionaler Wehrmutstropfen ist für Maggie der Besuch bei ihrer asozialen Familie, die nur an ihrem Geld interessiert ist. Dadurch vertieft sich die aufkeimende Vater-Tochter-Beziehung zwischen dem Trainer, der sich von seiner eigenen Tochter entfremdet hat, und seinem Protegé. Beide schwören einander, sich niemals im Stich zu lassen, was im überraschenden dritten und letzten Akt eine entscheidende Rolle spielen wird.

Im finalen Abschnitt nimmt der Filme eine abrupte Wendung, die sich aller Genrelimitierungen entzieht. Doch in Eastwoods meisterlicher Hand wirkt dies niemals aufgesetzt oder anderweitig störend. Tatsächlich wird dieser Film nicht ganz zu Unrecht als Eastwoods größtes Meisterwerk gehandelt, für das er auch den dezent-elegischen Score komponierte. Darüber hinaus glänzt er als rauer Antiheld mit harter Schale und weichem Kern. Eindeutig einer der cineastischen Championship-Titel seiner langjährigen Karriere, für die man sich noch viele weitere Einträge erhofft. ara.

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Info

Plakat des Films: Million Dollar Baby
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 24.03.2005

USA 2004

Länge: 2 h 13 min

Genre: Drama

Originaltitel: Million Dollar Baby

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: Paul Haggis

Musik: Clint Eastwood

Produktion: Clint Eastwood, Albert S. Ruddy, Tom Rosenberg, Paul Haggis

Kostüme: Deborah Hopper

Kamera: Tom Stern

Schnitt: Joel Cox

Ausstattung: Henry Bumstead, Jack G. Taylor

Website: http://www.kinowelt.de

Auszeichnungen

3 Oscars: 2 Golden Globes:

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