Gus Van Sants bewegendes biografisches Drama über Leben und Sterben des populären schwulen Bürgerrechtlers Harvey Milk.

Kinostart: 19.02.2009

Sean Penn

Sean Penn
als Harvey Milk

Josh Brolin

Josh Brolin
als Dan White

Emile Hirsch

Emile Hirsch
als Cleve Jones

Diego Luna
als Jack Lira

Alison Pill
als Anne Kronenberg

Victor Garber
als B

Denis O'Hare
als Senator John Briggs

Joseph Cross
als Dick Pabich

James Franco
als Scott Smith

Lucas Grabeel
als Danny Nicoletta

Brandon Boyce
als Jim Rivaldo

Handlung

1972 zieht der homosexuelle Harvey Milk (Sean Penn) mit seinem Lover Scott Smith (James Franco) nach San Francisco. Im Arbeiterviertel eröffnen sie einen kleinen Fotoladen, der bald zum Zentrum der Anrainer wird. Dann setzt sich Harvey leidenschaftlich für die Belange der diskriminierten schwulen Community ein, was ihm zur politischen Karriere und großer Berühmtheit verhilft, aber auch Gegner und Feinde wie den Stadtrat Dan White (Josh Brolin) provoziert.

Ergreifendes biografisches Drama um den beliebten schwulen Bürgerrechtler Harvey Milk, temperamentvoll von Sean Penn verkörpert. Nach zuletzt experimentellen Arbeiten inszeniert Gus Van Sant ("Elephant") Leben und Sterben der populären Ikone als mitreißendes Zeitpanorama.

Als Harvey Milk 1972 mit Lover Scott Smith nach Kalifornien zieht, hat sein Leben noch keine Spuren hinterlassen. Das ändert sich, als er gegen die Diskriminierung der Schwulen kämpft und als erster offen Männer liebender Mann ein politisches Amt erobert. Als Stadtrat von San Francisco wird er zur populären Ikone, für seinen konservativen Kollegen Dan White aber zur Reizfigur, auf die sich Wut und Frustration entlädt.

Als Harvey Milk 1972 mit seinem Lover Scott Smith von der Ostküste nach Kalifornien zieht, hat sein Leben noch keine Spuren hinterlassen. Das ändert sich, als er im Castro-District gegen die Diskriminierung der Schwulen kämpft, und als erster offen Männer liebender Mann ein politisches Amt erobert. Als Stadtrat von San Francisco wird er zur populären Ikone, für seinen konservativen Kollegen Dan White, mit dem ihn jahrelang eine Hassliebe verbindet, aber zur Reizfigur, auf die sich Wut und Frustration entlädt.

Kritik

Harvey Milk war kämpferisch, charismatisch, mit Lust auch dramatisch. Gus Van Sants Rückkehr zum konventionelleren Erzählkino ist eine würdige Erinnerung an den 1978 ermordeten schwulen Aktivisten.

"The Times of Harvey Milk" war 1985 bereits Thema eines Oscar-gekrönten, gleichnamigen Dokumentarfilms. Über dieses Preispotenzial hinaus ahnt man, warum Oliver Stone die Ikone der US-Schwulenbewegung mit seinem Projekt "The Mayor of Castro Street" umkreiste, das derzeit unrealisiert bei Bryan Singer parkt. Milks Kampf um Entdiskriminierung war ein Ausläufer der Bürgerrechtsbewegung, er selbst eine von der konservativen Renaissance attackierte liberale Führungsfigur. Und Verschwörungstheorien findet man unter christlichen Fundamentalisten, die Homosexualität für den moralischen Niedergang Amerikas verantwortlich machen. In der "Milk"-Mania setzte sich Van Sant mit seinem bescheiden budgetierten Konkurrenzprojekt durch, das sich auf die letzten acht Lebensjahre dieser schillernden Persönlichkeit beschränkt.

Der Startschuss fällt 1970, als Milk Scott Smith (James Franco) kennen lernt. 1972 zieht das Paar in den Castro-Bezirk von San Francisco - damals noch keine idyllische Insel für Männer liebende Männer, sondern ein Ort, in dem die Cops ihre Verachtung offen zur Schau und Schwule zur Sicherheit Trillerpfeifen tragen. Sechs Jahre begleitet der Film Milks privates, vor allem aber politisches Leben. Diese Gewichtung spiegelt die Entwicklung der Titelfigur, die zwei Beziehungen nicht dauerhaft stabilisieren konnte, als mit der Popularität auch die Verantwortung wuchs. Milk brachte Gewerkschaften hinter sich, propagierte das Outing als Akt der Befreiung, widersetzte sich Initiativen gegen homosexuelle Pädagogen. Als er 1978 endlich in den Stadtrat gewählt wurde und damit als erster bekennender Schwuler ein politisches Amt bekleidete, führte er den kalifornischen Kampf stellvertretend für ein ganzes Land, das in der Diskriminierungs-Debatte brannte. Hier nun verdichtet sich die konservative Reaktion in einem Stadtratskollegen, der die Wege Milks und des Bürgermeisters mit tragischen Konsequenzen kreuzt. Nuanciert macht James Brolin aus dieser verhassten Reizfigur einen frustrierten Ohnmächtigen im Schatten eines smarten Showman, den Sean Penn komplexer als in seiner Oscar-Rolle in "Mystic River" sanft mit Leben erfüllt. Nach vier experimentelleren, stark atmosphärischen Filmen findet Van Sant zum Mainstream zurück, inszeniert eine anfangs leicht lethargische, dann leidenschaftlicher werdende, am Ende tief bewegende Zeitreise, die brisant bleibt. 30 Jahre nach Milks Tod kochte es in Kalifornien wieder, geriet die erkämpfte gleichgeschlechtliche Ehe unter konservativen Beschuss. The Times of Harvey Milk - they are a-changin'? kob.

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Info

Plakat des Films: Milk
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 19.02.2009

USA 2008

Länge: 2 h 8 min

Genre: Drama

Originaltitel: Milk

Regie: Gus Van Sant

Drehbuch: Dustin Lance Black

Musik: Danny Elfman

Produktion: Bruce Cohen, Dan Jinks

Kostüme: Danny Glicker

Kamera: Harris Savides

Schnitt: Elliot Graham

Ausstattung: Bill Groom

Website: http://www.milk.film.de

Auszeichnungen

1 Oscar: