Die Kinoversion des Serienhits, den Michael Mann als intensiven Undercoverthriller in eine neue Richtung führt.

Kinostart: 24.08.2006

Szenenbild aus Miami Vice mit Jamie FoxxJamie Foxx

Jamie Foxx
als Detective Ricardo Tubbs

Szenenbild aus Miami Vice mit Colin FarrellColin Farrell

Colin Farrell
als Detective Sonny Crockett

Gong Li

Gong Li
als Isabella

Naomie Harris
als Trudy Joplin

Ciarán Hinds
als Fujima

Justin Theroux
als Zito

Barry Henley
als Martin Castillo

Luis Tosar
als Montoya

John Ortiz
als Jos

Elizabeth Rodriguez
als Gina Calabrese

Domenick Lombardozzi
als Switek

Eddie Marsan
als Nicolas

Isaach De Bankolé
als Neptune

John Hawkes
als Alonzo Stevens

Tom Towles
als Coleman

Mario Ernesto Sanchez
als El Tiburon

Handlung

Wenn der smarte und weltgewandte Ricardo Tubbs (Jamie Foxx) nicht gerade auf den Parties der Reichen und Schönen abhängt, durchforstet er den Unterweltdschungel von Florida undercover nach mörderischen Drogenzaren. Dabei erhält er Gesellschaft von dem ebenfalls recht unkonventionellen Sonny Crockett (Colin Farrell), der mit dem Zielobjekt der Cops noch eine persönliche Rechnung offen hat. Je weiter das Duo in der kriminellen Hierarchie nach oben dringt, desto stärker verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse.

Hollywood-Regisseur Michael Mann ("Heat", "Collateral") übernahm höchstpersönlich die Wiederbelebung der von ihm selbst aus der Taufe gehobenen Kultkrimiserie der 80er Jahre.

Weil FBI-Agenten bei einem Undercovereinsatz verraten wurden und starben, ermitteln die Cops Crockett und Tubbs verdeckt. Um den Maulwurf und Drogenabnehmer in Südflorida zu orten, geben sie sich als Drogenkuriere aus, die die Ware aus Südamerika sicher ins Land bringen. Ein mächtiger Kartellboss beißt schließlich an, doch Crocketts Affäre mit dessen Finanzchefin gefährdet Auftrag und Leben der Cops.

Die beiden Cops Sonny Crockett und Ricardo Tubbs observieren in einem Club den Drahtzieher eines Mädchenhändlerrings. Plötzlich werden beide abgerufen, ein Killer der "Arischen Bruderschaft" hat bei einem fingierten Drogendeal einen FBI-Agenten niedergestreckt. Die sorgfältig geplante Operation ist geplatzt, wegen eines Maulwurfs, den es nun zu enttarnen gilt. Crockett und Tubbs müssen sich jetzt in die Organisation des eiskalten Kartellchefs Montoya einschleichen, der in den Bergen Paraguays die Strippen zieht.

Kritik

17 Jahre nachdem Crockett und Tubbs ihre Marken abgaben, wird die kultige Action- und Fashionshow der Pastellprofis als konsequenter Undercoverthriller neu definiert.

Heroische Posen vor Art-Deko-Fassaden, nächtliches Cruising durchs Neonlicht, Hausbootidylle mit Krokodil, Body-Talk mit Bikini-Beauties oder Buddy-Talk mit lockeren onelinern - all das bleibt nostalgische Erinnerung, aus der sich Michael Mann, einer der Masterminds der Hitserie, nahezu völlig ausklinkt. Manns Faszination für das Profitum bei Verbrechern und Cops schlägt sich nach "Der Einzelgänger" und "Heat" nun in einem dritten Film nieder, der neben präsenten Darstellern, Intensität und Atmosphäre vor allem einen ökonomisch-professionellen Ansatz zu bieten hat. Ohne Vorgeplänkel taucht man mit Crockett (Colin Farrell), Tubbs (Jamie Foxx) und ihrem Team in einen Club mit pulsierenden Beats und kreisenden Modelhüften ein. Bevor man sich richtig orientieren kann, wird die Observierung eines Mädchenhändlers aufgegeben und der Zuschauer zu einem völlig anderen Schauplatz entführt. Nachdem Killer von der Arischen Bruderschaft mit ihren Geschossen Undercoveragenten vom FBI zerfetzten, sollen nun Crockett und Tubbs einen Maulwurf und den zentralen Drogenabnehmer eines südamerikanischen Kartells orten, für den die Bruderschaft arbeitet. Der Weg zum Ziel führt über die Lieferanten, über Kartellboss Jesús und seinen tollwütigen Mittelsmann José. Recht detailliert zeigt Mann Milieus, Atmosphäre und Vorgehensweise, wenn die Cops den Kontakt herstellen, bei Verhandlungen ihr Leben riskieren und schließlich dem misstrauischen José ihre Qualitäten als Drogenkuriere unter Beweis stellen. In diesen Passagen ersetzen faszinierende Wolkenflüge über den Golf von Mexiko und die Wasserfälle von Iquazu das legendäre Freeway-Cruising der Serie. Als schließlich der Deal mit den Südflorida-Abnehmern eingefädelt ist, wird ein anderer Schwerpunkt Manns immer deutlicher. So professionell auch beide Seiten arbeiten, so anfällig sind sie auch, wenn Privates das Geschäftliche infiltriert. Tubbs' Beziehung zu Kollegin Trudy muss extremem Druck standhalten, als sie von der Bruderschaft entführt wird. Crockett wird in seinen Loyalitäten getestet, als er die unnahbare Finanzchefin des Kartells erobert, die auch noch eine enge, risikomaximierende Beziehung zum Boss unterhält. Eine schöne Rolle für Gong Li, die man so ausgelassen und sinnlich im Kino noch nicht gesehen hat. So ist es schließlich banale Eifersucht, die große Geschäfte mit fatalen Folgen platzen lässt - von Mann in einer subtilen Sequenz angedeutet, die selbst das Monstrum José zu Gefühlen fähig zeigt. Viele Elemente der Show sind im Film nicht mehr präsent, andere finden sich wieder, wie Speedboat-Racing, der dominante Soundtrack (ein internationaler Mix mit dem Glasgow-Quartett Mogwai, dem britischen Duo Goldfrapp, der dänischen Blue Foundation etc.) und vor allem der Teamspirit von Crockett, Tubbs und Kollegen. In einer starken Sequenz, wie die meisten des Films in die Nacht platziert und ausgeleuchtet, als wäre man mit der eigenen Videokamera vor Ort, zeigt Mann die perfekte, harmonische Abstimmung des Teams bei der Befreiung Trudys. Ähnlich packend und zielorientiert ist der finale Shootout, mit dem Mann einen hochwertigen Nachfolger für seinen Schusswechsel aus "Heat" inszeniert. Für den Film insgesamt gilt das mit Abstrichen auch, obwohl Manns Drehbuch in Figuren, Dialogen und Dramaturgie nichts neu erfunden hat und wohl auch wegen Kürzungen weder zur Enttarnung des Maulwurfs noch zur Festsetzung des Mädchenhändlers zurückfindet. Bleibt nur zu wünschen, dass dieses Großprojekt ohne Gewaltexzesse, Destruktionsorgien und unpassenden Humor auch vom Publikum honoriert wird. kob.

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Info

Plakat des Films: Miami Vice
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 24.08.2006

USA 2006

Länge: 2 h 12 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Miami Vice

Regie: Michael Mann

Drehbuch: Michael Mann

Musik: John Murphy

Produktion: Michael Mann, Pieter Jan Brugge

Kostüme: Michael Kaplan, Janty Yates

Kamera: Dion Beebe

Schnitt: William C. Goldenberg, Paul Rubell

Ausstattung: Victor Kempster

Website: http://www.miamivice-film.de

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