Was bringt einen guten Menschen dazu, Böses zu tun? Vielleicht die beste Freundin! Das jedenfalls untersucht diese teuflisch freche Teen-Komödie.

Kinostart: 28.06.2018

Handlung

Lilith (Emma Bading) ist ein klein wenig anders als andere Teenager. Sie ist nämlich die Tochter des Teufels. Und die Hölle ist wirklich die Hölle. Denn immer nur unter Aufsicht des Hauslehrers und immer nur im Internet böse sein? Lame!

Lilith will raus in die echte Welt und sich beweisen. Und weil noch nicht einmal der Teufel selbst in der Lage ist, seiner Tochter etwas abzuschlagen, lässt er sich auf eine teuflische Wette ein.

Kann Lilith in sieben Tagen einen grundguten Menschen zum Bösen verführen, darf sie auf der Erde bleiben. Versagt sie, muss sie zurück unter die väterlichen Fittiche. Für immer! Das Ziel: Die reizende Greta (Janina Fautz), die mit ihren wunderbaren Eltern im beschaulichen Birkenbrunn wohnt.

Doch kaum ist Lilith angekommen, läuft alles aus dem Ruder: Greta trägt tatsächlich nicht den geringsten Funken Boshaftigkeit in sich. Liliths Intrigen fallen ihr fürchterlich auf die Füße. Dann kommt ihr auch noch die Liebe in die Quere. So hatte sich die Tochter des Teufels das alles nicht vorgestellt! Und nun läuft ihr auch noch die Zeit davon ...

Komödien-Spezialist Marco Petry ("Doktorspiele") stellt einmal mehr sein Händchen für exzellentes Timing und tolles Schauspieler-Kino unter Beweis. Mit Oliver Korittke, Axel Stein, Jung-Star Emilio Sakarya und Samuel Finzi hat er auch ein bis in die Nebenrollen exzellentes Ensemble, das seiner turbulenten Teen-Comedy jede Menge Drive verleiht.

Sympathy for the devil? Für seine Tochter in jedem Fall!

Kritik

Satan schickt seine Tochter auf die Erde - und lässt sie romantische Gefühle entdecken in Marco Petrys beschwingter Sommerkomödie.

Der Teufel hat's gut im deutschen Unterhaltungskino. Nachdem er 1999 in "Der große Bagarozy" und 2001 in "666 - Traue keinem, mit dem du schläfst" Finsternis oder zumindest ein bisschen Amoral auf die Erde bringen wollte, ist der Gehörnte nunmehr auch in Marco Petrys Verfilmung von

Hortense Ullrichs Jugendroman How to Be Really Bad, in Drehbuchform gebracht von Petry gemeinsam mit Rochus Hahn, wieder am Werk, Zwietracht zu säen und der Sünde Vorschub zu leisten. Oder genauer gesagt: Satans attraktiver Satansbraten Lilith rückt in den Mittelpunkt, die nach einem Zwist mit dem Papa in eine kleine Gemeinde im Norden Deutschlands geschickt wird, wo sie aus dem bravsten Mädchen des braven Städtchens binnen einer Woche das Böse herauskitzeln soll. Gelingt es ihr, wird sie in den Außendienst entlassen. Scheitert sie, ist sie zum ewigen Aufenthalt in einem Kämmerchen in der Hölle verdammt. Natürlich ist der Teufel, wie ihn Samuel Finzi hier spielt, nicht mit De Niros dämonischem Louis Cypher aus "Angel Heart" zu vergleichen: Er ist eher ein eleganter Herr mit dämonischem Blick. Und auch Lilith ist nicht gerade der Inbegriff des Höllischen. Eher zeigt der Film sie, wie von Emma Bading gespielt, eine kesse, selbstbewusste junge Frau, die sich nichts gefallen lässt, weshalb sie eigentlich genau das richtige Mädchen am richtigen Platz ist, um die schüchterne Greta, eine zuckersüße Unschuld vom Lande, ein bisschen aus der Reserve zu locken. Man muss nicht mit dem Teufel im Bunde sein, um nicht nach fünf Minuten schon erraten zu können, dass alles ganz anders kommt, und es vor allem um der Widerspenstigen Zähmung geht: Lilith ist es, die, umgeben von den vielen liebenswerten Menschen und dem attraktiven Rebellen Samuel, lernt, dass Nettsein nicht unbedingt das Schlechteste sein muss, speziell wenn man sich wider Erwarten richtig verliebt. Marco Petry hat darum in seiner ersten Arbeit seit "Doktorspiele"

(mehr als 700.000 Besucher) einen heiteren und kaum wolkigen Film gebaut, der ein bisschen so ist wie die von Janina Fautz gespielte Greta: nett, brav, ein bisschen unbedarft und ziemlich liebenswert. Das Debüt der Münchner Tempest Film, die in diesem Jahr auch noch mit "Tabaluga" in den deutschen Kinos durchstarten werden, ist ein beschwingter Sommerfilm für das gerade "Bibi & Tina" entwachsene Publikum, bei dem das Herz am rechten Fleck schlägt - und das gerne etwas mehr wie Lilith hätte sein dürfen: Ein wenig vermisst man das Diabolische,das Abgründige. Aber vielleicht ist das auch nur der verdorbene Blick eines Erwachsenen, der schon viel zu viele Filme in seinem Leben gesehen hat. Die Zielgruppe wird diese Einwände vermutlich nicht haben und sich teuflisch gut unterhalten fühlen. ts.

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Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 28.06.2018

Deutschland 2018

Länge: 1 h 40 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Meine teuflisch gute Freundin

Regie: Marco Petry

Drehbuch: Rochus Hahn

Kamera: Stephan Schuh

Website: http://www.wildbunch-germany.de/movie/meine-teuflisch-gute-freundin

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