Poetischer, zwischen Realismus und surrealen Elementen pendelnder Film über das vertraute Fremde und die Suche nach Identität.

Kinostart: 01.05.2008

Erhan Emre

Erhan Emre
als Areg

Mira Bartuschek

Mira Bartuschek
als Lily

Lida Zakaryan
als Maria

Kurt Onur Ipekkaya
als Garnik

Corinna Harfouch
als Susanne

Christoph Franken
als Georg

John Friedmann
als Serkis

Stefan Hunstein
als Arzt

Peter Fitz
als Kalust

Hans Kremer
als Beamter Goldstein

Die Handlung von Meine Mutter, mein Bruder und ich!

Seit zehn Jahren lebt Jurastudent Areg (Erhan Emre) in Deutschland und hat sich perfekt angepasst. Der 23-Jährige ist von Geburt Armenier, im Herzen aber Deutscher wie seine Freundin Lily (Mira Bartuschek). Doch die Wünsche seiner verwitweten, kranken Mutter Maria (Lida Zakaryan) stellen ihn zwischen die Kulturen. Sie will, dass er in ihre Heimat zurückkehrt. Areg sorgt für sie und seinen kleinen Bruder Garnik (Kurt Onur Ipekkaya), der eigene Träume hat.

Nach eigenem Drehbuch inszenierte Nuran David Calis eine Tragikomödie mit autobiografischen Zügen. Der ganz spezielle Heimatfilm über die kulturelle Zerrissenheit von Einwanderern wird prominent von Corinna Harfouch und John Friedmann ("Erkan & Stefan") unterstützt.

Der 23-jährige armenisch-stämmige Areg lebt seit 10 Jahren in Regensburg und wartet auf ein dauerhaftes Bleiberecht. Während die Amtsmühlen langsam mahlen, dreht Areg, der auf die Münchner Filmhochschule gehen möchte, einen Kurzfilm. Allerdings macht ihm dabei seine verwitwete Mutter Maria einige Schwierigkeiten. Die diabeteskranke Frau scheint unbelehrbar und hat nicht wirklich Interesse daran sich zu integrieren. Und so wird auch Areg zwischen den verschiedenen Kulturen aufgerieben.

Kritik zu Meine Mutter, mein Bruder und ich!

Ein realistischer wie märchenhafter Familienfilm über vertraute Fremde. Ein junger Einwanderer ist zwischen deutscher Identität und armenischer Kultur hin- und hergerissen.

Tragikomisch geht es zu in dem Spielfilmdebüt von Theaterregisseur Nuran David Calis, der Autobiografisches in seinem Script unterbrachte und bei seinen Betrachtungen zur fremden Heimat Deutschland einen Spagat zwischen alltagsnahem Realismus und komischen bis irrealen Abschnitten hinlegt. Poetische Überflüge über armenische Gebirgspanoramen, ein surreal-theaterhafter Kurzfilm-im-Film, bundesdeutsche Lebenswirklichkeit und schrullige Humoresken bestimmen den wechselnden Tonfall und die Spannweite, über die sich die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und Identität erstreckt. Erstere ist im Falle von Areg (Erhan Emre) armenisch, letztere deutsch. Der 23-jährige lebt seit 10 Jahren in Regensburg und wartet auf ein dauerhaftes Bleiberecht. Er ist in München in Jura eingeschrieben, träumt aber davon, als Regisseur an der Filmhochschule angenommen zu werden. Wofür er besagten surrealen Kurzfilm mit Jura-Freundin Lilly (Mira Bartuschek) dreht. Seine Pläne durchkreuzt jedoch die verwitwete Mutter Maria (Lida Zakaryan), die sich als schimpfende Furie noch keinen Millimeter integriert hat und kein Wort Deutsch spricht. Sie verlangt von Areg, eine Armenierin zu heiraten und in die Heimat zurückzukehren und erzieht seinen jüngerer Bruder Garnik (Kurt Onur Ipekkaya) nach ihren Ideen. Maria ist nicht nur unbelehrbar, sondern auch ernsthaft diabeteskrank, weshalb sich Areg förmlich zerreißen muss - zwischen den Kulturen und um für sie zu sorgen.

Der Mutter-Sohn-Konflikt spiegelt den gesellschaftlichen wider, womit eine Fülle von Problemen angerissen wird, sich aber nicht als Bleigewicht erweist. Denn Calis mag zwar kein Atom Egoyan sein, aber zumindest ein Geistesbruder Veit Helmers, mit dem er die Vorliebe fürs Märchenhafte teilt, aber auch den unbedingten Glauben an die Magie des Kinos. Wünsche werden hier entgegen aller Wahrscheinlichkeit wahr, auch wenn sie erst erkannt werden müssen: Tradition und Sprache zu verdrängen, bedeutet seine Identität zu leugnen und mit Hilfe eines Memento Mori gelingt die Rückbesinnung zu den Wurzeln - was kein Rückschritt, sondern eine Persönlichkeitsentwicklung bedeutet. Ernste Themen, die Calis immer wieder mit komischen Schlenkern auflockert. Wozu vor allem die Auftritte von Corinna Harfouch als trink- und handfeste Filmproduzentin und John Friedmann ("Erkan & Stefan") als durchgeknallter Cousin zählen. tk.

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Info

Plakat des Films: Meine Mutter, mein Bruder und ich!
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 01.05.2008

Deutschland 2007

Länge: 1 h 42 min

Genre: Drama

Originaltitel: Meine Mutter, mein Bruder und ich!

Regie: Nuran David Calis

Drehbuch: Nuran David Calis

Produktion: Uli Aselmann, Sophia Aldenhoven

Kostüme: Walter Schwarzmeier

Kamera: Helmut Pirnat

Schnitt: Nikola Gehrke

Website: http://www.meineMuttermeinBruderundIch-derfilm.de