Chris Cooper versucht seine Frau umzubringen und stolpert dabei nicht nur über seinen eigenen Dilettantismus, sondern auch über seinen vermeintlich besten Freund.

Kinostart: 10.07.2008

Pierce Brosnan

Pierce Brosnan
als Richard Langley

Chris Cooper

Chris Cooper
als Harry Allen

Patricia Clarkson

Patricia Clarkson
als Pat Allen

Rachel McAdams
als Kay

David Wenham
als David Wenham

Terence Kelly
als Dr. Anderson

Timothy Webber
als Alvin

Annabel Kershaw
als Miss Jones

Sheila Paterson
als Mrs. Walsh

David Richmond-Peck
als Tom

Erin Boyes
als Becky

Handlung

In den späten 1940ern: Der wohlhabende Geschäftsmann Harry (Chris Cooper) hat sich in das wesentlich jüngere Wasserstoffblondchen Kay (Rachel McAdams) verliebt, will sie aber weder als Geliebte halten, noch sich von seiner fürsorglichen Ehefrau Pat (Patricia Clarkson) trennen. Als er sein Dilemma dem langjährigen Freund Richard (Pierce Brosnan) beichtet, macht der sich unverzüglich an Kay ran. Harry findet indes die Lösung: Er bräuchte nur Pat zu ermorden!

Mit fabelhaften Charakterköpfen besetzte schwarze Komödie, die augenzwinkernd Betrachtungen zum Eheleben und den Stand der Liebe anstellt. Das ergibt makabere bis durchtriebene Starunterhaltung mit verträumter Ader, die sich auch romantischen Gefühlen aufgeschlossen zeigt.

Der gut situierte Geschäftsmann Harry hat ein Problem: Er liebt seine Frau Pat nicht mehr und hat eine Affäre mit der jüngeren, attraktiven Kriegswitwe Kay. Da er diese aber nicht als seine Geliebte halten und gleichzeitig seiner Frau den Trennungsschmerz ersparen möchte, kommt er auf die groteske Schnapsidee, Pat umzubringen. Allerdings stellt er sich dabei nicht nur recht dilettantisch an, er vertraut sich zudem seinem besten Freund Richard an, der es wiederum auf Kay abgesehen hat.

Der gut situierte Geschäftsmann Harry hat ein Problem: Er liebt seine Frau Pat nicht mehr und hat eine Affäre mit der jüngeren, attraktiven Kriegswitwe Kay. Da er diese aber nicht als seine Geliebte halten und gleichzeitig seiner Frau den Trennungsschmerz ersparen möchte, kommt er auf die groteske Schnapsidee, Pat aus dem Weg zu räumen. Seine Versuche bleiben aber nicht nur recht dilettantisch, er vertraut sich zudem seinem besten Freund Richard an, der es wiederum auf Kay abgesehen und ein Interesse an ihrem Weiterleben hat.

Kritik

Freundschaft, Ehe und Liebe stehen auf dem Prüfstand von Indie-Filmer Ira Sachs' ironisch-melodramatischem Ausflug in die 40 Jahre, wo Affären und Betrug eine haarsträubende Mordidee initiieren.

Mit fortschreitendem Alter gewinnt Ex-Bond Pierce Brosnan zunehmend an Qualität und gibt hier eine selbstironische Galavorstellung als unverbesserlicher Frauenheld Richard, der es einfach nicht lassen kann und seinem besten Freund die Geliebte ausspannt. Dieser ist der gut situierte Geschäftsmann Harry (Chris Cooper in Gewissensnöten) und hat sich vertrauensvoll an ihn gewandt: Seine Gattin Pat (Patricia Clarkson) liebt er nicht mehr, wahre Gefühle hat er erst für die wasserstoffblonde Kriegswitwe Kay (Rachel McAdams auf den Spuren der Monroe) entwickelt. Weder will er sie aber als Geliebte halten, noch seine fürsorgliche Frau schockieren, indem er sie verlässt. Den Ausweg aus diesem Dilemma verheißt eine groteske Schnapsidee: Harry müsste Pat töten, um ihr den Trennungsschmerz zu ersparen. Der Mordplan des kleinbürgerlichen Biedermanns sieht eine Überdosis Schlafmittel für sie vor, doch erstens stellt er sich reichlich dilettantisch an und zweitens sind weder Richard noch Kay und schon gar nicht Pat so harmlos-unschuldig, wie er glaubt.

Niemand ist, was er vorzugeben scheint in einem fabelhaft gespielten Stück über (A)Moral, das sein historisches Setting in den amerikanischen 40er Jahren für eine form- und stilvollendete Ausstattungsshow und eine Menge offener und versteckter Filmzitate aus Hollywoods goldener Ära nutzt. Und dennoch lässt die elaboriert und gemächlich vorgetragene Geschichte über Begierden und Partnerverhalten des homo sapiens keinen Zweifel an der Aktualität der aufgeführten, zeitlosen Problemzonen. Sachs gewichtet alle vier Personen in etwa gleich und jeder betrügt die anderen hinter deren Rücken - was aber gar nicht so schlimm ist, wie der Film augenzwinkernd mitteilt. Er ist stets darauf bedacht, nichts zu überspitzen, sondern durch realitätsnahe Umgebung und Handlungsweisen glaubhafte Konflikte zu bilden. Dadurch ergeben sich ständig neue Konstellationen und auch deshalb legt sich die Fabel nie so genau auf ein Genre fest. Sie schlägt mal ernste bis melodramatische, mal komische bis satirische Töne an, schwankt zwischen makaber und melancholisch, wird jedoch nie so deprimierend wie Sachs bisheriges Werk ("Forty Shades of Blue"), sondern erweist sich trotz aller sittlichen Fehltritte als versöhnliches, unaufdringliches Vergnügen über nur Allzumenschliches. tk.

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Info

Plakat des Films: Married Life

Kinostart: 10.07.2008

Kanada/USA 2007

Länge: 1 h 31 min

Genre: Drama

Originaltitel: Married Life

Regie: Ira Sachs

Drehbuch: Oren Moverman, Ira Sachs

Musik: Dickon Hinchliffe

Produktion: Steve Golin, Sidney Kimmel, Ira Sachs, Jawal Nga

Kostüme: Michael Dennison

Kamera: Peter Deming

Schnitt: Affonso Goncalves

Ausstattung: Hugo Luczyc-Wyhowski

Website: http://www.marriedlife.centralfilm.de