Psychologisches Arthaus-Drama aus Belgien, das reif und mit künstlerischer Ader von einer jungen Frau erzählt, die aus Sehnsucht nach ihrem Vater mit alten Männern schläft.

Kinostart: 28.06.2012

Hande Kodja
als Marieke

Jan Decleir

Jan Decleir
als Jacoby

Barbara Sarafian
als Jeanne

Caroline Berliner
als Anna

Philippe Kessel
als Harry

Bernard Graczyk
als Jean

Karim Barras
als Ronny

Michel Israel
als Alex

Pauline Haugness
als Marieke, jung

Jean-Michel Vovk
als Joseph

Valérie Lemaître
als Kundin

Nicole Valberg
als Concierge

Pierre Lognay
als Eric

Thomas Coumans
als Charles

Die Handlung von Marieke und die Männer

Die 20-jährige Marieke lebt mit ihrer Mutter Jeanne unter einem Dach in Brüssel. Seit dem frühen Selbstmord von Mariekes Vater sind beide Frauen auf ihre Art gestört. Während Jeanne völlig gefühlskalt geworden ist, gabelt Marieke nach Feierabend Senioren auf, schläft mit ihnen und verewigt ihre Lover auf Aktfotos. Als Jacoby auftaucht, der ein Werk des Vaters wiederauflegen will, weist Jeanne ihn schroff ab, aber Marieke lernt durch ihn ihren Vater, den sie kaum gekannt hat und dessen Nähe sie ersehnt, besser kennen.

Kritik zu Marieke und die Männer

Psychologisches Arthaus-Drama aus Belgien, das reif und mit künstlerischer Ader von einer jungen Frau erzählt, die aus Sehnsucht nach ihrem Vater mit alten Männern schläft.

Wer dem Titel eine deutsche Beziehungskomödie zurechnet, den überrascht Sophie Schouken angenehm mit ihrem Spielfilmdebüt über eine spätpubertäre 20-Jährige mit ausgewachsenem Elektrakomplex. Hande Kodja spielt die Titelheldin, eine unschuldig-kindlich wirkende Pralinenfabrikarbeiterin, die von Jungs umschwärmt, ausschließlich Senioren aufgabelt, mit denen sie nach Feierabend heimlich ihre Sexualität auslebt. Der Sex ist weniger von Lust, denn von Sehnsucht nach Nähe bzw. nach ihrem Vater geprägt, die sich in Mariekes Manie ausdrückt, Aktfotos ihrer Liebhaber zu machen und zu sammeln. Ihr Vater nahm sich das Leben, als sie ein Kind war. Seitdem scheint ihre Mutter seelisch gestorben, lässt sie mit ihrer kalten, lieblosen Art allein. Als der Berliner Verleger Jacoby ein Buch des Verstorbenen neu auflegen will, lernt Marieke über ihn ihren Vater endlich kennen. Das wirft sie jedoch vollends aus der Bahn.

Unter leisem Klavier-Einsatz und mit stimmungsvollen Songs von Julie London und Jaques Brel ("Marieke, Marieke") gelingt Schoukens ein sensibles, zurückhaltendes psychologisches Porträt einer seelisch gestörten jungen Frau, das von Chantal Akerman, aber auch ein wenig von Claude Miller und Catherine Breillat beeinflusst ist. Dass Schoukens Kunstgeschichte studierte, sieht man dem mit einem Faible für Fotokunst versehenem, ausgesucht unscheinbarem Drama an. Unter einem dunklen Himmel liegt Brüssel in grauen Farben, in denen sich die Gefühlswüsten von Tochter und Mutter widerspiegeln. Dabei ist das Drama über eine schmerzliche Erwachsenwerdung und Annäherung an eine tabuisierte Vergangenheit nicht trist, sondern erzählt sensibel über das unstillbare Verlangen nach Liebe. tk.

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Info

Plakat des Films: Marieke und die Männer
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 28.06.2012

Belgien/Deutschland 2010

Länge: 1 h 22 min

Genre: Drama

Originaltitel: Marieke Marieke

Regie: Sophie Schoukens

Drehbuch: Sophie Schoukens

Musik: Jeff Mercelis

Produktion: Thanassis Karathanos, Karl Baumgartner, Jan Roekens, Sophie Schoukens

Kostüme: Nadine Kremeier

Kamera: Alain Marcoen

Schnitt: Peter Woditsch

Ausstattung: Astrid Poeschke

Website: www.neuevisionen.de