Komödie um einen Mann mittleren Alters, der noch bei seinen Eltern lebt und sich als Frau fühlt.

Kinostart: 05.06.2014

Guillaume Gallienne

Guillaume Gallienne
als Guillaume/Maman

André Marcon

André Marcon
als Vater

Françoise Fabian
als Baboue

Diane Kruger
als Ingeborg

Nanou Garcia
als Paqui

Reda Kateb
als Karim

Götz Otto
als Raymund

Brigitte Catillon
als Tante aus Amerika

Carol Brenner
als Polyglotte Tante

Charlie Anson
als Jeremy

Handlung

"Die Jungs und Guillaume zu Tisch" ruft die Mutter all abendlich. Da sie sich ein Mädchen gewünscht hatte, wird Guillaume weiblich erzogen und von Familie und Freunden schnell als schwul betrachtet, zumal er gerne in Frauenkleider schlüpft und in "männlichen" Sportarten versagt. Nur der Vater versucht, aus seinem Sohn ein richtiges Mannsbild zu machen. Erst mit 30 Jahren und nach langer und schwieriger Suche nach der eigenen Sexualität und Identität überrascht Guillaume seine Umgebung mit dem Bekenntnis zur Heterosexualität.

"Die Jungs und Guillaume zu Tisch" ruft die Mutter allabendlich. Da sie sich ein Mädchen gewünscht hatte, wird Guillaume weiblich erzogen und von Familie und Freunden schnell als schwul betrachtet, zumal er gerne in Frauenkleider schlüpft und in "männlichen" Sportarten versagt. Nur der Vater versucht, aus seinem Sohn ein richtiges Mannsbild zu machen. Erst mit 30 Jahren und nach langer und schwieriger Suche nach der eigenen Sexualität und Identität überrascht Guillaume seine Umgebung mit dem Bekenntnis zur Heterosexualität.

Guillaume wurde wie ein Mädchen erzogen, trägt Frauenkleider und wird als schwul erachtet, obwohl er sich nicht so fühlt. Mit fünf Césars ausgezeichnete Komödie nach einem erfolgreichen Ein-Personen-Theaterstück.

Kritik

One-Man-Show von und mit Guillaume Gallienne, der ein witziges Coming Out als Heterosexueller feiert.

Wenn der sympathische Wuschelkopf in Frauenklamotten schlüpft und in der Schule bei "männlichen" Sportarten versagt, halten ihn Familie und Freunde für ein Mädchen und die Mutter ruft abends wie selbstverständlich "Les Garçons et Guillaume, à table" (so auch der französische Originaltitel). Dabei weiß der Zartgliedrige noch nicht genau, wo die Reise emotional und sexuell hingeht. Beim grazilen Flamencotanz in Spanien glaubt nun auch der Letzte felsenfest, der Junge ist homosexuell. Nur der Vater versucht weiterhin, aus seinem Sohn einen richtigen Mann zu machen, auch wenn er den Knaben als Kaiserin Sissi kostümiert erwischt.

Bisher ist Guillaume Gallienne, Mitglied der Comédie Française, in Deutschland noch nicht bekannt. Das könnte sich aber mit dieser selbstironischen Parodie ändern. Basierend auf seinem eigenen Theaterstück erzählt er in seinem autobiografisch angehauchten Regiedebüt von der Verehrung zur und der Abhängigkeit von der Mutter, die sich nach zwei Jungs ein Mädchen gewünscht hätte und ihn unbewusst in die weibliche Rolle drängt.

In kleinen und oft skurrilen Szenen erzählt Gallienne von seinen Lebenserfahrungen auf dem Weg zum Outing als Heterosexueller im Alter von 30 Jahren, zeigt immer wieder durch Rückblenden in die Pubertät den Spott der Anderen, die Einsamkeit eines Außenseiters - aber ohne Selbstmitleid oder Larmoyanz. Phänomenal ist, wie er bei der Suche nach Identität und Sexualität nicht nur den Jungen mimt, sondern auch die Mutter unter einer Schicht von Makeup, schwerer Perücke und dicker Brille, und unterstreicht damit die diffizile, von Zärtlichkeit und Härte geprägte Beziehung. Immer wieder steht er wie im Theater vor dem Publikum und spricht dieses direkt an.

Beim Spiel mit Vorurteilen und Stereotypen und einigen derben Niederungen (Diane Kruger als Krankenschwester in einem bayerischen Kurhotel, die ihm einen Einlauf verpasst), schwingt er sich immer wieder zu großer Eleganz auf. Galliennes One-Man-Show, ausgezeichnet mit fünf Césars, darunter den für den Besten Film und den Besten Erstlingsfilm, bringt zum Lachen und erinnert gleichzeitig auch an die Verletzungen und kleinen Dramen der Vergangenheit. Unter der humorvollen Oberfläche weist diese lebendige und warmherzige Komödie beißend auf die subtile Homophobie in der Gesellschaft hin und stellt die Frage, was Männlichkeit heute eigentlich ausmacht. mk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 05.06.2014

Frankreich 2013

Länge: 1 h 27 min

Genre: Drama

Originaltitel: Les garçons et Guillaume, à table

Regie: Guillaume Gallienne

Drehbuch: Guillaume Gallienne

Musik: Marie-Jeanne Serero

Produktion: Cyril Colbeau-Justin, Edouard Weil, Jean-Baptiste Dupont

Kostüme: Olivier Bériot

Kamera: Glynn Speeckaert

Schnitt: Valérie Deseine

Website: http://mamanundich-derfilm.de