Mit Humor aufgelockertes Drama um das in seiner Ehe mit der jungen Alma unglückliche Musikgenie, das Rat bei Sigmund Freud sucht.

Kinostart: 07.07.2010

Johannes Silberschneider

Johannes Silberschneider
als Gustav Mahler

Barbara Romaner
als Alma Mahler

Karl Markovics

Karl Markovics
als Sigmund Freud

Eva Mattes
als Anna Moll

Lena Stolze
als Justine Mahler-Ros

Friedrich Mücke
als Walter Gropius

Nina Berten
als Anna von Mildenburg

Mathias Franz Stein
als Alexander von Zemlinsky

Michael Dangl
als Bruno Walter

Karl Fischer
als Karl Moll

Max Mayer
als Max Burckhard

Michael Rotschopf
als Alfred Roller

Johanna Orisini-Rosenberg
als Berta Zuckerkandl

Simon Hatzl
als Arnold Ros

Manuel Witting
als Gustav Klimt

Daniel Keberle
als Franz Hirn

Jolanda Klaus
als Putzi

Lotta Klaus
als Gucki

Die Handlung von Mahler auf der Couch

Gustav Mahler bekommt einen für seine 20 Jahre jüngere Frau Alma gedachten glühenden Liebesbrief von Walter Gropius in die Hände und ist fürchterlich eifersüchtig. Schwer angeschlagen reist er im Sommer ins holländische Leiden, um sich beim Psychoanalytiker Sigmund Freud das Leid von der Seele zu reden. Doch statt Trost zu spenden, bohrt Freud in der Wunde und zwingt den Freund zur Konfrontation mit unbequemen Wahrheiten.

Kritik zu Mahler auf der Couch

In ihrer ersten Vater-Sohn-Regie erzählen Percy und Felix Adlon humorvoll von der Begegnung zwischen Komponist Gustav Mahler und Psychoanalytiker Sigmund Freud.

"Dass es geschah, ist verbürgt. Wie es geschehen ist, haben wir erfunden". Und was das neue Regieduo Percy und Felix Adlon da erfindet, ist ein Melodram mit Witz und Weisheit, weil die beiden klugen Männer Mahler und Freud sich auch in geistigen Wortgefechten messen, in denen Mahler meistens den kürzeren zieht.

Das Musikgenie leidet unter der Untreue seiner Gattin Alma, die das vermeintliche Glück durch ihre leidenschaftliche Beziehung zum späteren Bauhaus-Gründer Walter Gropius zerstört und reist im Sommer 1910 ins holländische Leiden, um sich beim Seelendoktor das Leid von der Seele zu reden. Doch statt Trost zu spenden, bohrt Freud in der Wunde und zwingt den Freund zur Konfrontation mit unbequemen Wahrheiten. Mahler war schon 41 als er die 22-jährige lebenslustige und künstlerisch ambitionierte Alma Schindler (verführerisch und in sich zerrissen: Barbara Romaner) heiratet. Sie ist umschwärmtes Objekt der Begierde in der Wiener Gesellschaft der Secession, die als Mahlers Muse und Ehefrau ihre eigene Karriere der seinen unterordnet, bis sie den jungen Gropius trifft. Dass ausgerechnet dessen erotischer Brief an die Geliebte versehentlich an den Ehemann adressiert ist und ihn vor Eifersucht rasen lässt, kann als freudsche Fehlleistung par excellence gelten.

Kindheitserinnerungen, Traumsequenzen, Rückblenden auf die Beziehung und quälende Wirklichkeit wechseln sich ab, aus neu zusammengesetzten Bildern der zurückliegenden Zeit entwickelt sich die Geschichte eines Ehekonflikts, der nicht einen Moment antiquiert wirkt, sondern auch 100 Jahre später so oder ähnlich passieren könnte und die Frage nach Selbstaufgabe und Selbstbestimmung stellt. Da prallen mit "Gustl" und "Sigi" zwei Schwergewichte aufeinander, der trockene Humor Freuds (Karl Markovics) und die Verzweiflung Mahlers (Johannes Silberschneider). Manchmal driftet die Handlung durch visuelle Spielereien ins Irrationale ab, was durch quasi "dokumentarische" Statements anderer Zeitgenossen und Familienangehörigen wie Almas Mutter (Eva Mattes) in die Kamera gebrochen wird und den Zuschauer durch die direkte Ansprache zum Komplizen macht und auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Mit sanfter Ironie und amüsanten Bonmots führen die Adlons durch Männer- und Frauenpsyche, bewahren trotz aller Schwere eine schwungvolle Leichtigkeit. Nicht fehlen darf die Musik wie das Adagietto von Mahlers 5. Sinfonie und das "Ruhevoll" aus der 4. Sinfonie, die Klangfülle des ersten Satz aus der 10. Sinfonie (eingespielt von Esa-Pekka Salonen) trägt die Dramatik und Tragik dieses Ehedilemmas schon in sich. mk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 07.07.2010

Deutschland/Österreich 2010

Länge: 1 h 45 min

Genre: Drama

Originaltitel: Mahler auf der Couch

Regie: Percy Adlon, Felix Adlon

Drehbuch: Percy Adlon, Felix Adlon

Produktion: Eleonore Adlon, Burkhard Ernst, Konstantin Seitz

Kostüme: Caterina Czepek

Kamera: Benedict Neuenfels

Schnitt: Jochen Künstler

Ausstattung: Veronika Merlin, Bernt Amadeus Capra

Website: http://www.mahleraufdercouch.de