Tragikomödie über ein junges Mädchen, das nach dem Tod der Mutter mit zwei philosophierenden Alkoholikern den Familiensitz in New Orleans teilt.

Kinostart: 21.07.2005

John Travolta

John Travolta
als Bobby Long

Scarlett Johansson

Scarlett Johansson
als Purslane Hominy Will

Gabriel Macht

Gabriel Macht
als Lawson Pines

Deborah Kara Unger
als Georgianna

David Jensen
als Junior

Dane Rhodes
als Cecile

Clayne Crawford
als Lee

Sonny Shroyer
als Earl

Walter Breaux
als Ray

Die Handlung von Lovesong für Bobby Long

Ewig ist es her, dass die 17-jährige Purslane Hominy Will (Scarlett Johansson) in ihrer Heimatstadt New Orleans war. Doch nun ist ihre Mutter verstorben. Bei der fälligen Rückkehr verpasst "Pursy" erst um einen Tag die Beerdigung, dann muss sie auch noch feststellen, dass der alte Familiensitz inzwischen eine Bruchbude ist. Darin hausen zu allem Überfluss der abgetakelte Literaturprofessor Bobby Long (John Travolta) und sein Assistent Lawson Pines (Gabriel Macht), denen Mama zwei Drittel des Hauses vererbt hat. Widerwillig fügt sich Pursy mit den saufenden Hobby-Philosophen in eine schräge WG - und lüftet bald einige bitter-süße Geheimnisse ihrer Vergangenheit.

Fett, weißhaarig und extrem schlecht angezogen brilliert Travolta in dieser gefühlvollen Familiengeschichte. Shooting-Star Scarlett Johansson wurde als patente Südstaaten-Blume zurecht für einen Golden Globe nominiert im bemerkenswerten Regiedebüt von Shainee Gabel.

Nach dem Tod ihrer entfremdeten Mutter kehrt Purslane erstmals in ihre Heimatstadt New Orleans zurück, wo sie in ihrem Familiensitz zwei Alkoholiker, Ex-Literaturprofessor Bobby Long und seinem Schützling Lawson, vorfindet. Allen Dreien hat Pursys Mutter das Haus vermacht. Es entwickelt sich eine ungewöhnliche Wohngemeinschaft, die manch bittersüßes Geheimnis birgt.

Als die 17-jährige Pursy vom Tod der Mutter erfährt, kehrt sie in ihre Heimatstadt New Orleans zurück, verpasst die Beerdigung allerdings um einen Tag. Nun will sie eigentlich nur noch ihr Erbe antreten. Doch in dem alten Holzhaus hat sich bereits der dem Whiskey verfallene Uniprofessor Bobby Long mit seinem Schützling eingenistet. Es stellt sich heraus, dass Pursys Mutter das Haus allen Dreien vermacht hat. Und so entwickelt sich notgedrungen eine unkonventionelle Wohngemeinschaft, die so manch bittersüßes Geheimnis birgt.

Kritik zu Lovesong für Bobby Long

Als geschmeidiger Latin Lover in "Saturday Night Fever" avancierte er 1977 zum weltweiten Vortänzer, als philosophierender Killer in "Pulp Fiction" zur Independent-Ikone und Mitte der 90er Jahre schließlich als vielseitig einsetzbare Allzweckwaffe zum Hollywood-Goldesel: John Travolta. Jetzt kann er sich auf seinem Erfolg ausruhen, Parts übernehmen, die ihm Spaß machen. Zum Beispiel den eines versoffenen Literaten. Wie in "Lovesong for Bobby Long", wo er seinen Südstaatenakzent aus "Mit aller Macht" auffrischen und wieder die Hüften schwingen darf.

Ungewohnt sieht der etwas rundlich gewordene Travolta hier aus, die Haare weiß gefärbt, ein Dreitagebart im Gesicht. Als titelgebender, ehemaliger Literaturprofessor wohnt er in einem heruntergekommenen Holzhaus am Stadtrand vom "Big Easy". Zum roten Morgenmantel trägt er eine gepunktete Krawatte, den schlechten Geschmack gurgelt er sich mit Whiskey aus dem Mund und um die Gedanken fliegen zu lassen, zündet er sich eine Zigarette an. Seine Lieblingsbeschäftigung besteht darin, Literaturklassiker zu zitieren und notfalls tun's auch Plattitüden wie "New Orleans ist eine verführerische Stadt". Der Mann hat schon bessere Tage gesehen - und politically correct ist er auch nicht. Von einem traurigen Ereignis aus der Bahn geworfen, teilt er sich mit seinem einstigen Studenten und späteren Assistenten Lawson Pines - "American Outlaw" Gabriel Macht - Laster, Logis und die Liebe zum jüngst verstorbenen Freigeist Lorraine Will.

Carson McCullers und ihr "Das Herz ist ein einsamer Jäger" kommt einem in den Sinn, die Arbeiten William Faulkners mit ihren schrägen Figuren und auch Mark Twain, ob seines verschmitzten, hintergründigen Humors. Regisseurin und Autorin Shainee Gabel hat sich Roland Everett Capps Roman "Off Magazine Street" als Grundlage für ihr Spielfilmdebüt ausgesucht, den gemächlichen Ton, die satte, dampfende Schwüle der Südstaaten gut eingefangen. Es lebt sich angenehm im good ol' south, wo immer irgendwo Musik spielt, Schwarze und Weiße friedlich nebeneinander in der Sonne dösen und die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Bis die 17-jährige Purslane "Pursy" Hominy Will unerwartet auftaucht, um den Nachlass der Mama zu regeln. Deren Begräbnis hat sie um einen Tag verpasst, der Familiensitz entpuppt sich als Bruchbude, die auch noch von zwei Bohemiens okkupiert wird, die sich als Miterben herausstellen.

In dem Moment, in dem Scarlett Johansson ("Das Mädchen mit dem Perlenohrring") als Purslane - der englische Begriff für das wärmeliebende Portulak-Röschen, das bei Sonnenuntergang seine Blüte schließt - auftaucht, kommt Leben, Bewegung in den Film. Die Trunkenbolde werden aus ihrer Lethargie geweckt. Neugierig stochert die luftig bekleidete, hemdsärmelige Augenweide in der Vergangenheit herum. Unterdrückte Wahrheiten kommen ans Licht, bitter-süße Geheimnisse werden aufgelöst. Es macht Spaß, dabei zuzusehen, wie Travolta mit all seiner Routine Johansson fordert, sie zu einer exzellenten Leistung anspornt, die er großzügig - und lässig - unterstützt. Otto Preminger soll einmal gesagt haben, dass gutes Kino nichts anderes ist, als schönen Frauen dabei zuzusehen, wie sie schöne Dinge tun. Dazu hat man bei diesem poetischen Werk ausreichend Möglichkeit - nicht zuletzt dank der wunderbar farbkräftigen Bilder von Kameramann Eliott Davis ("Weißer Oleander") und dem authentischen, einlullenden Score von Nathan Larson ("Tigerland"). geh.

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Info

Plakat des Films: Lovesong für Bobby Long
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 21.07.2005

USA 2004

Länge: 2 h 0 min

Genre: Drama

Originaltitel: A Love Song for Bobby Long

Regie: Shainee Gabel

Musik: Nathan Larson

Produktion: David Lancaster, Bob Yari, R. Paul Miller

Kostüme: Jill M. Ohanneson

Kamera: Elliot Davis

Schnitt: Lisa Fruchtman, Lee Percy

Ausstattung: Sharon Lomofsky, Adele Plauche

Website: http://www.lovesongfuerbobbylong.de