Spannendes und forderndes Porträt der titelgebenden Philosophin und ihre Beziehungen zu Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke und Sigmund Freud.

Kinostart: 30.06.2016

Katharina Lorenz
als Lou Andreas-Salomé

Nicole Heesters

Nicole Heesters
als Lou Andreas-Salomé, 72 Jahre

Liv Lisa Fries

Liv Lisa Fries
als Lou Andreas-Salomé, jung

Helena Pieske
als Lou Andreas-Salomé, Kind

Katharina Schüttler
als Mariechen

Alexander Scheer
als Friedrich Nietzsche

Julius Feldmeier
als Rainer Maria Rilke

Philipp Hauß
als Paul Rée

Petra Morzé
als Lous Mutter

Peter Simonischek
als Lous Vater

Daniel Sträßer
als Dr. Friedrich Pineles

Harald Schrott
als Sigmund Freud

Matthias Lier
als Ernst Pfeiffer

Katrin Hansmeier
als Elisabeth Nietzsche

Die Handlung von Lou Andreas-Salomé - Wie ich dich liebe, Rätselleben

Lou Andreas-Salomé, 1861 in St. Petersburg geboren, ist ihrer Zeit weit voraus. Die extrem intelligente, emanzipiert denkende und höchst streitbare Frau wird Philosophin, Schriftstellerin und Psychoanalytikerin. Sie liebt den Dichter Rainer Maria Rilke und wird von Friedrich Nietzsche verehrt. 1933 lebt sie zurückgezogen in Göttingen und spricht mit dem Germanist Ernst Pfeiffer über ihr Leben und ihre Beziehungen.

Kritik zu Lou Andreas-Salomé - Wie ich dich liebe, Rätselleben

Mit dem formal wie inhaltlich herausragenden Porträt der titelgebenden Philosophin gibt die Spezialistin für TV-Biografien Cordula Kablitz-Post ihr bemerkenswertes Leinwand-Debüt.

Regisseurin Cordula Kablitz-Posts herausragendes Leinwanddebüt "Lou Andreas-Salomé" über die gleichnamige Philosophin, Schriftstellerin und Psychoanalytikerin mag vielleicht einen uninspirierten Filmtitel besitzen, ist aber sowohl auf formaler als auch auf inhaltlicher Ebene absolut sehenswert. In knapp zwei Stunden präsentiert die Filmemacherin, die sich durch ihre Fernsehbiografien über Nina Hagen, Mickey Rourke oder Christoph Schlingensief einen Namen gemacht hat, Ausschnitte aus dem Leben einer extrem intelligenten, emanzipiert denkenden und höchst streitbaren Frau, die ihrer Zeit weit voraus war. Im Zentrum des Biopics über Andreas-Salomé, 1861 in St. Petersburg geboren und 1937 in Göttingen verstorben, stehen die bewegenden Beziehungen zu ihren berühmten Zeitgenossen Friedrich Nietzsche, der sie verehrte, Rainer Maria Rilke, den sie liebte, und Sigmund Freud, der ihren scharfen Verstand zu schätzen wusste. Kablitz-Post geht es hier aber nicht darum, historische Prominente spekulativ in Szene zu setzen, sondern sie bleibt ganz nah bei ihrer Hauptfigur, beginnt mit der Erzählung im schicksalsträchtigen Jahr 1933 und springt in Rückblicken durch die Dekaden um die Jahrhundertwende.

Statt auf Effekte und Make-Up zu setzen, lässt sie die Protagonistin von vier Schauspielerinnen verkörpern. Ein kluger Schachzug, denn sowohl Helene Pieske (als Kind) und Liv Lisa Fries (als rebellischer Teenager) als auch Katharina Lorenz (mit der wohl verdienten meisten Leinwandzeit) und Nicole Heesters (als 72-jährige Lou) lösen ihre Aufgaben vorbildlich. So entsteht das Bild einer Frau, die allen Konventionen trotzt, aber auch jenes einer ganzen Epoche, deren Streifzug von St. Petersburg über Rom und Wien bis nach Berlin führt. Maßgeblichen Anteil an der formalen Brillanz des Films haben Kameramann Matthias Schellenberg ("Die fetten Jahre sind vorbei"), der Andreas-Salomé bei Ortswechseln stets durch eine dreidimensionale Postkartenlandschaft spazieren lässt, und Judit Varga, deren minimalistische Musik zum Teil an Michael Nymans formidable Kompositionen für Peter Greenaway erinnern. Selten war ein Biopic über eine Künstlerpersönlichkeit so spannend und lehrreich, so unterhaltsam und fordernd zugleich. lasso.

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Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 30.06.2016

Deutschland/Österreich 2016

Länge: 1 h 53 min

Genre: Doku

Originaltitel: Lou Andreas-Salomé

Regie: Cordula Kablitz-Post

Drehbuch: Susanne Hertel, Cordula Kablitz-Post

Musik: Judit Vargas

Produktion: Gabriele Kranzelbinder, Helge Sasse, Cordula Kablitz-Post

Kostüme: Bettina Helmi

Kamera: Matthias Schellenberg