Durchgeknallte Heist-Komödie von Steven Soderbergh mit Adam Driver, Channing Tatum und Daniel Craig.

Kinostart: 14.09.2017

Handlung

James Bond, Magic Mike, der Sohn von Han Solo und die Enkelin von Elvis Presley gehen in eine Bar ...

Das klingt verrückt, ist in diesem rasanten Action-Spaß aber (fast) so. Denn die neueste Gangster-Komödie von Steven Soderbergh, dem Meister der Heist-Movies ("Ocean’s"-Reihe), kommt mit einer beeindruckenden Besetzung daher, die nicht mit Daniel Craig, Channing Tatum, Adam Driver und Riley Keough aufhört.

Teil des durchgeknallten Teams, das von einer skurrilen Situation in die nächste schlittert, sind unter anderem Seth MacFarlane, Katie Holmes, Katherine Waterston und Oscar-Gewinnerin Hilary Swank.

Das ist auch gut so, denn wie wir von Steven Soderbergh gelernt haben, steht und fällt der Erfolg eines Raubzugs (und der Filme darüber) mit der richtigen Crew. Und die hat der Regisseur auch dieses Mal wieder um sich versammelt.

Fehlt nur noch der richtige Plan. Aber Pläne haben die Logan-Brüder ja genug: Jimmy und Clyde (Tatum, Driver) sind zwar vom Pech verfolgt, doch mit einem waghalsigen Plan wollen sie den Fluch brechen, der auf der Familie liegt, und das ganz schnelle, ganz große Geld machen: Der Bargeld-Fluß eines NASCAR-Events soll geknackt werden.

Nur dumm, dass sie so gar keine Ahnung von riskanten Raubzügen haben. Deswegen wollen sie sich die Hilfe des Sprengstoffexperten Joe Bang (Craig) sichern. Der sitzt leider gerade im Knast. Aber auch dafür haben Jimmy und Clyde einen Plan!

Kritik

Hinreißende Gaunerkomödie über zwei Brüder, die die Tageskasse eines NASCAR-Rennens ausnehmen wollen.

Es mag mannigfaltige Gründe für Steven Soderbergh gegeben haben, vier Jahre nach seinem Abschied vom Spielfilm mit Side Effects doch wieder auf den Kinoregiestuhl zurückzukehren: das smarte Drehbuch von Rebecca Blunt, der Versuch, einen eigenen Spielfilm selbst in den USA in

die Kinos zu bringen. Für das Publikum ist aber nicht entscheidend, was man vorne reinpackt, sondern was hinten rauskommt. Und das ist im Fall von "Logan Lucky" eine hinreißende Gaunerkomödie über zwei Brüder aus Virginia, die in einem hirnrissig erscheinenden Raubzug die Tageskasse eines NASCAR-Rennens klauen. Oder, wie es im Film selbst einmal heißt, ein "Ocean's 7/11". Die einzigen, die hier nicht in den Witz eingeweiht sind, sind die, die ausgeraubt werden. Darin besteht auch der subversive Spaß an diesem Lo-Fi-Heist, der vor allem im lakonischen Ton Parallelen zu den Ocean's-Filmen aufweist. Nur dass hier nicht elegante Gentleman-Gangster mit unerschöpflich tiefen Taschen und allen zur Verfügung stehenden technischen Gimmicks ans Werk gehen, sondern ein paar Hillbillys aus dem Hinterland, die sich als schlitzohrig, bauernschlau und grundsympathisch entpuppen. Das Herz von "Logan Lucky" schlägt für die einfachen Menschen vom Land, die sich auf eigene Faust durchs Leben schlagen müssen. Wie in den amoralischen Gaunerspäßen der Siebzigerjahre, in Filmen wie "Vier schräge Vögel" oder "Klauen wir gleich die ganze Bank", ist man natürlich auf der Seite der Outlaws: Väter, die sich abmühen, den Unterhalt für ihre Töchter zu bezahlen, oder Kriegsveteranen, die im Dienst für Onkel Sam einen Unterarm verloren haben, aber dennoch als Bartender arbeiten und ausgezeichnete Wodka Martinis mixen, oder patente Friseusen, die ein Leben buchstäblich auf der Überholspur führen. Das zumindest sind die Logans, gespielt von Channing Tatum, Adam Driver und Riley Keough, die für ihren Raubzug die Hilfe eines Sprengstoffexperten benötigen, der Joe Bang heißt - Daniel Craig, der hier aussieht wie Kevin Spacey, wenn der Jean-Paul Gaultier spielen würde. Weil der aber im Knast sitzt und in ein paar Monaten ohnehin entlassen wird, muss man einen Weg finden, ihn aus dem Knast zu holen, den Heist durchzuziehen und ihn wieder in

seiner Zelle abzuliefern, ohne dass es jemand bemerkt. Dazu schlägt die Handlung wilde Haken und hat noch ein paar versteckte Trumpfasse im Ärmel. Untermalt mit von David Holmes' perfekt ausgesuchter Musik von CCR, Lord Sutch und den Groundhogs, ergibt sich ein Film, der vor allem ein Vergnügen im Stil der Komödien sein will, mit denen Michael Ritchie in den Siebzigern gepunktet hat: Wer mehr als nur

Fun an den schrägen Figuren und unerhörten Finten haben will, muss nur ein bisschen an der Oberfläche kratzen, denn dann erzählt "Logan Lucky" fast soviel über das Amerika der Abgehängten wie jüngst "Hell or High Water".ts.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 14.09.2017

USA 2017

Länge: 1 h 59 min

Genre: Action

Originaltitel: Logan Lucky

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Rebecca Blunt

Musik: David Holmes

Produktion: Mark Johnson, Reid Carolin, Gregory Jacobs

Kostüme: Ellen Mirojnick

Kamera: Steven Soderbergh

Schnitt: Steven Soderbergh

Ausstattung: Howard Cummings

Website: http://www.studiocanal.de/kino/logan_lucky

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