Sensationelle Dramödie mit satirischem Einschlag über zwei untreue Eheleute in einer Vorstadt, die in Aufruhr gerät, als ein verurteilter Kinderschänder aus der Haft entlassen wird.

Kinostart: 26.04.2007

Kate Winslet

Kate Winslet
als Sarah Pierce

Patrick Wilson

Patrick Wilson
als Brad Adamson

Jennifer Connelly

Jennifer Connelly
als Kathy Adamson

Sadie Goldstein
als Lucy Pierce

Gregg Edelman
als Richard Pierce

Ty Simpkins
als Aaron Adamson

Noah Emmerich
als Larry Hedges

Jackie Earle Haley
als Ronald James McGorvey

Phyllis Somerville
als May McGorvey

Helen Carey
als Jean

Trini Alvarado
als Theresa

Jane Adams
als Sheila

Catherine Wolf
als Marjorie

Raymond J. Barry
als Bullhorn Bob

Mary B. McCann
als Mary Ann

Marsha Dietlein
als Cheryl

Handlung

Sarah Pierce (Kate Winslet) stirbt als Hausfrau im wohlbegüterten Eigenheim vor Langeweile, zumal ihr Gatte Richard (Gregg Edelman) lieber Pornos guckt, als mit ihr zu schlafen. In dem fürsorglichen Hausmann Brad Adamson (Patrick Wilson), der von seiner Frau Kathy (Jennifer Connelly) kontrolliert wird, findet sie einen Leidensgenossen. Vorsichtig kommen sich beide näher und träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Doch dann kehrt der verurteilte Kinderschänder Ronnie McGorvey (Jackie Earle Haley), auf den es der Ex-Cop Larry Hedges (Noah Emmerich) abgesehen hat, in die Nachbarschaft zurück.

Zutiefst humanes Sittenbild über verlorene Vorstadt-Seelen nach Art von "American Beauty", mit dem Todd Field seit seinem gelobten Einstand "In The Bedroom" einen gewaltigen Schritt nach vorne macht und ein furioses Drama-Crescendo veranstaltet.

Einst hatte Sarah hochtrabende Träume von einem aufregenden Leben. Jetzt sitzt sie als Ehefrau eines langweiligen Bürohengstes und Mutter einer dreijährigen Tochter in ihrer spießigen Vorstadt fest und droht an Langeweile zu ersticken. Sie lernt Brad kennen, den attraktiven Ehemann der erfolgreichen Geschäftsfrau Kathy, der zu Hause auf ihren Sohn aufpasst. Bald schon entspinnt sich eine Affäre zwischen den beiden, die sich eine gemeinsame Zukunft ausmalen. Alles kommt anders, als ein verurteilter Kinderschänder nach Verbüßung seiner Haft in die Nachbarschaft zurückkehrt.

Sarah Pierce (Kate Winslet) lebt mit ihrem Mann und Kind in einem typischen amerikanischen Vorort. Gelangweilt von der Tristesse und den üblichen Müttern vom Spielplatz, weiß sie nicht so recht mit sich etwas anzufangen. Und während ihr Mann (Gregg Edelman) mit über den Kopf gezogenem Schlüpfer Pornoseiten im Internet besucht, ein Pädophiler in die Nachbarschaft zieht und sich ein ehemaliger Polizist als Moralapostel aufspielt, lernt sie den ebenso attraktiven wie melancholischen Brad (Patrick Wilson) kennen.

Kritik

Mit brillanter Bildkraft und satirischem Blick entlarvt Todd Field Lügen und Geheimnisse der Mittelschicht hinter der Fassade von bigotter Bürgerlichkeit, erzählt intensiv von existenzieller Verunsicherung und paranoider Grundstimmung in Amerikas Suburbia.

Figurinen in putzigen Kleidchen, aufgerissene Äuglein, knallrote Mündchen - der alltägliche Horror ist zu ahnen. Wer in diesem Ambiente aufwächst, muss gestört sein, wie der Pädophile Ronnie McGorvey, der nach zwei Jahren Knast wieder zu Muttern zieht und die Nachbarschaft in helle Aufregung versetzt, vor allem einen Ex-Cop, der zum Überwachungsfeldzug aufruft und mit dem Steckbrief des Hassobjekts den idyllischen Vorort zupflastert. Hier geht man um 21.30 zu Bett, hat dienstags zu festen Zeiten Sex und bevorzugt akkurate Menschen, so akkurat wie die Grünflächen vor den hübschen Häuschen. Kein Wunder, dass die junge Sarah trotz Diplom in Literaturwissenschaft als Hausfrau und Mutter vor sich hinfrustet ohne näheren Kontakt zu den Geschlechtsgenossinnen, die sich in Versorgungsehen eingerichtet haben. Als Hausmann Brad, für die biederen Moms der "Prom-King", auf dem Spielplatz mit Söhnchen auftaucht, ändert sich alles für die vernachlässigte Ehefrau, deren Mann gerne mit Slip auf dem Kopf vor einer Porno-Website hastig onaniert. Nach einer braven Schamfrist beginnen die beiden eine heiße Affäre - ohne Happy End.

Todd Field ("In the Bedroom") macht keinen dieser typischen Mittelklasse-Filme, die ihre Protagonisten der Lächerlichkeit preisgeben, auch wenn er erbarmungslos nach dem titelgebenden Roman von Tom Perrotta durch die glatte Oberfläche bohrt und den Menschen bei ihren persönlichen Katastrophen zuschaut. Da flüchtet sich Sarah in die Rolle einer modernen Madame Bovary, bewundert Brad stundenlang Teens beim Skateboarden, statt für das Examen zu büffeln, interessiert sich seine attraktive Gattin als Dokumentarfilmerin für die Probleme anderer, statt ihre eigenen in den Griff zu bekommen, hat der größte Maulheld und Moralist Schuld auf sich geladen. Die verkorksten Erwachsenen verhalten sich unreif wie Kinder, irrlichtern verloren in den Abgründen der Angst, schwelgen in Illusionen und falschen Hoffnungen, fallen unsanft auf den Boden der Tatsachen. Ganz gespenstisch Phyllis Somerville als überfürsorgliche Mutter des Triebtäters, die ihn gegen jegliche Logik unbedingt unter die Haube bringen will und gebetsmühlenhaft ermahnt "ein guter Junge" zu sein, mit monströsen Folgen. Dieses Meisterwerk mit suggestiver Erzählerstimme spielt in derselben Liga wie "American Beauty" und "Magnolia". Jede der komplex angelegten Charaktere erhält eine Tiefe, fulminant Kate Winslet an der Endstation Sehnsucht. Trotz aller emotionalen Spannung und Dramatik lässt Todd auch Momente befreienden Lachens zu, das allerdings im Halse stecken bleibt, wenn Massenpanik im Freibad ausbricht, hysterische Eltern ihre Sprösslinge aus dem Wasser zerren, nur weil der "Perverse" mit Schnorchelbrille zwischen den Kids paddelt. In dichter Atmosphäre verknüpfen sich die losen Enden der einzelnen Lebensgeschichten, der Haupt- und Nebenlinien, und enden in einem furiosen Showdown. mk.

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Info

Plakat des Films: Little Children
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 26.04.2007

USA 2006

Länge: 2 h 16 min

Genre: Drama

Originaltitel: Little Children

Regie: Todd Field

Drehbuch: Todd Field

Musik: Thomas Newman

Produktion: Albert Berger, Ron Yerxa, Todd Field

Kamera: Antonio Calvache

Schnitt: Leo Trombetta

Ausstattung: David Gropman

Website: http://www.littlechildren.de

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