Stimmige Neuverfilmung von Paul Maars Jugendbuch, in der der Regisseur ein Loblied auf die Kraft der Fantasie singt.

Kinostart: 08.10.2009

Szenenbild aus Lippels Traum mit Karl Alexander SeidelKarl Alexander Seidel

Karl Alexander Seidel
als Lippel

Szenenbild aus Lippels Traum mit Anke Engelke

Anke Engelke
als Frau Jakob/B

Szenenbild aus Lippels Traum mit Moritz BleibtreuMoritz Bleibtreu

Moritz Bleibtreu
als Otto Mattenheim/K

Christiane Paul
als Serafina

Amrita Cheema
als Hamide

Steve-Marvin Dwumah
als Arslan

Marius Weingarten
als Hermann/Wirtssohn

Uwe Ochsenknecht
als Konrektor F

Edgar Selge
als Herr Schmiedle

Eva Mattes
als Frau Hofstetter

Handlung

Weil sein Vater (Moritz Bleibtreu) als Nobelkoch auf einer Geschäftsreise unterwegs ist, soll die neue Haushälterin Frau Jakob (Anke Engelke) auf den 11-jährigen Philipp (Karl Alexander Seidel), genannt Lippel, aufpassen. Die ist allerdings alles andere als eine Mary Poppins, sondern eher eine ziemlich gemeine Hexe, die schnell sämtliche Hausbewohner das Fürchten lehrt. Kurzerhand flüchtet sich der Junge deshalb in eine Traumwelt, in der auf seltsame Weise auch sein Papa, Frau Jacob und zwei Klassenkameraden auftauchen. Hier gilt es nun, nichts weniger als eine heimtückische Palastrevolution zu vereiteln.

Kritik

In der stimmigen Neuverfilmung von Paul Maars Jugendbuch spielt Regisseur Lars Büchel gekonnt mit Zeit und Raum und singt ein Loblied auf die Kraft der Fantasie.

Was macht man, wenn der geliebte Papa beruflich weg muss, und dafür eine fiese Haushälterin bei einem zu Hause einzieht? Ganz einfach, man träumt sich weg. Wie der kleine Philipp (Karl Alexander Seidel), genannt Lippel, Held von "Lippels Traum", Lars Büchels ("Erbsen auf halb 6") Neuverfilmung des gleichnamigen Jugendbuchklassikers von Paul Maar, das Karl-Heinz Käfer 1990 erstmals adaptierte. Der erfolgsverwöhnte Maar ("Das Sams") war mit dieser Bearbeitung wenig zufrieden und froh, gemeinsam mit Ulrich Limmer nun eine neue, etwas modernere und leicht veränderte Drehbuchfassung erstellen zu dürfen.

Im Kern bleibt die Geschichte jedoch gleich: Starkoch Otto Mattenheim (unterfordert: Moritz Bleibtreu) muss nach Amerika und weil sein Sohn keine Mutter mehr hat, engagiert er Frau Jakob - Anke Engelke, ansehnlicher, aber etwas schwächer als Irm Hermann in der ersten Verfilmung von 1990-, die auf seinen Sohn aufpassen soll. Doch anstatt sich um den Elfjährigen zu kümmern, setzt sie ihm zu, schikaniert ihn, wo sie nur kann. Nur gut, dass der Bub von seinem Vater als kleines Trostpflaster eine Ausgabe der Geschichten aus 1001 Nacht geschenkt bekommen hat, in das er sich sofort vertieft und in dessen märchenhafte Welt er nachts eintaucht.

Vom steten Wechsel zwischen Zeit und Raum, auf der einen Seite der geheimnisvolle Orient - gedreht wurde im marokkanischen Quarzazate -, auf der anderen das Passau von heute, bezieht der Film seine Spannkraft. Statt sattsam bekannter digitaler Tricks viele "reale" wohlkomponierte Bilder (Kamera: Jana Marsik). Ob verwinkelte deutsche Gassen mit ihren mittelalterlichen Häusern, ob brodelnder Basar oder die Weite der Wüste, hier gibt's viel zu schauen - nicht zuletzt dank der stimmigen Ausstattung und der farbenfrohen Kostüme. Das macht auf optischer Ebene den Reiz dieses ungewöhnlichen Abenteuers aus.

Dann ist da noch die Handlung. Das federleichte Spiel mit der Fantasie. Wo der Vater im Traum zum Sultan wird, die Haushälterin zu dessen intriganter Schwester. Nicht weniger als eine Palastrevolution vereiteln Lippel und seine Klassenkameraden Hamide (Amrita Cheema) und Arslan (Steve-Marvin Dwumah), in der Parallelwelt Kinder des Herrschers aus dem Morgenland. Der kleine Held lernt sich zu wehren, mit Hilfe des Straßenköters Muck - eine Referenz an Maars "Herr Bello" vielleicht -, in "Star Wars"-Manier mit einer Taschenlampe und vor allem mit Köpfchen. Die Tage mit der Haut am Kakao, der ungeliebten Tomaten und des tyrannischen Sohns vom verschlagenen Korektor (Uwe Ochsenknecht) sind vorbei - und der Papa erkennt endlich, dass Serafina (Christiane Paul) mehr ist als nur eine gute Arbeitskraft. Zauberhaft dieser Kinderfilm, in dem auch Erwachsene auf ihre Kosten kommen. geh.

Wertung Questions?

FilmRanking: 5525 >99

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 08.10.2009

Deutschland 2008

Länge: 1 h 41 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Lippels Traum

Regie: Lars Büchel

Drehbuch: Ulrich Limmer, Paul Maar

Buchvorlage: Paul Maar

Musik: Konstantin Wecker

Produktion: Ulrich Limmer

Kostüme: Ingken Benesch

Kamera: Jana Marsik

Schnitt: Sandy Saffeels

Ausstattung: Frank Polosek

Website: http://www.lippels-traum.de

Newsletter

Hol' dir jetzt den KINO&CO Newsletter!
Der schnelle Überblick über unsere Blockbuster und Top-Gewinnaktionen der Woche.