Obsessive Lovestory zwischen einer jüngeren Frau und einem viel älteren Mann nach Zeruya Shalev.

Kinostart: 08.11.2007

Neta Garty
als Jara

Rade Serbedzija

Rade Serbedzija
als Arie

Tovah Feldshuh
als Hannah

Stephen Singer
als Leon

Ishai Golan
als Joni

Aryeh Moskona
als Nathan

Caroline Silhol
als Josephine

Assi Dayan
als Jaras Professor

Clara Khoury
als Shira

Handlung

Der glücklich verheirateten Jara (Neta Garty) winkt eine Karriere an der Universität, bei der sie ihre Familie mancher Differenzen zum Trotz bedingungslos unterstützt. Als sie einem Freund ihres Vaters, dem wesentlich älteren Arie (Rade Serbedzija) begegnet, gerät ihre heile Welt aus den Fugen. Sie verfällt seiner Anziehungskraft und beginnt eine Amour Fou, die ihre Existenz auf den Kopf stellt. Durch die Affäre kommt sie einem Geheimnis ihrer Eltern (Tovah Feldshuh und Stephen Singer) auf die Spur, zu dem Arie der Schlüssel ist.

Atemlos kreist Schauspielerin Maria Schrader ("Aimée & Jaguar") in ihrem Regiedebüt um die Rätsel der Liebe, Begierde, Ängste und Sehnsüchte. Nach dem gleichnamigen Bestseller der israelischen Autorin Zeruya Shalev erzählt sie von Leidenschaft, Erotik und dem Weg zu sich selbst.

Jara ist glücklich verheiratet, steht vor einer Karriere an der Universität, und kann sich auf ihre Familie verlassen, doch ihr geregeltes Leben gerät aus den Fugen, als sie einen faszinierenden, älteren Mann begegnet und sich in einer amour fou verstrickt. Dann entdeckt sie auch noch, dass der Geliebte Schlüssel zu einem streng gehüteten Familiengeheimnis ist.

Die 30-jährige Jara ist glücklich verheiratet, hat eine Assistentenstelle an der Uni in Aussicht, eine intakte Familie. Dann trifft sie zu Hause Arie, den Studienfreund ihres Vaters, den die Mutter nicht sehen will. Schnell kommt es zum Sex. Dann schickt er Jara in Erwartung seiner Freundin kühl weg. Trotz dieser und weiterer gezielter Demütigungen kann sie nicht von ihm lassen und verlässt ihren netten, aber nicht gerade aufregenden Gatten. Die geordnete Existenz und Ehe bricht auseinander, ihr Leben zerspringt in Stücke.

Kritik

Schauspielerin Maria Schrader wagt sich in ihrem Regiedebüt an eine leidenschaftliche "amour fou", die zum obsessiven Spiel um Macht und Unterwerfung eskaliert.

Eines muss man Maria Schrader lassen, sie traut sich was mit "Liebesleben". Denn der gleichnamige Bestseller der israelischen Autorin Zeruya Shalev mit seinen inneren Monologen und langen Satzgebilden ist schwerer Stoff für die Leinwand. Das Wagnis ist optisch gelungen, Benedict Neuenfels' Kamera mit verschiedenen Perspektiven destilliert die obsessive Liebesgeschichte in außergewöhnliche Kinobilder. Die Zutaten: Erotik und Sex, Unterwerfung und Demütigung, Macht und Befreiung. Die 30jährige Jara ist glücklich verheiratet, hat eine Assistentenstelle nach der Dissertation an der Uni in Aussicht, eine Familie, auf die sie sich verlassen kann, ein Baby steht demnächst auf dem Plan. Doch dann trifft sie Arie, den Studienfreund ihres Vaters zu Hause, den die Mutter nicht sehen will. Eine Art "Steppenwolf" à la Hermann Hesse mit rüdem und gebrochenen Charme, der verschlossen eine Mauer aus Verachtung um sich baut. Terra incognita, die niemand betreten darf. Schon bald kommt es zum schnellen Sex im Stehen an der Tür. Dann schickt er Jara in Erwartung seiner Freundin kühl weg. Trotz dieser Demütigung kann sie nicht von ihm lassen, sogar als ein romantischer Ausflug ans Meer in einem sexuellen Alptraum zu Dritt endet, verfällt sie weiterhin der Sucht nach dem provozierenden Fremden und verlässt ihren netten, aber nicht gerade aufregenden Gatten. Die geordnete Existenz und Ehe bricht auseinander, ihr Leben zerspringt in Stücke, die sie erst sehr spät wieder zu einem Ganzen zusammenfügen kann. Die emotionale Konfrontation endet in weiblicher Befreiung und Selbstbewusstsein. Vor sieben Jahren begleitete Maria Schrader die Autorin auf Lesereise und war von der literarischen Figur und ihrer Ambivalenz fasziniert. Die wird von der in ihrer Verletzlichkeit etwas sehr jung wirkenden israelischen Theaterschauspielerin Netta Garti verkörpert, die sich ihrem Gegenpart, dem doch sehr klischeebesetzten Rade Sherbedgia als "alten und satten" Mann, wie er sich selbst bezeichnet, quasi aufdrängt. Mit sehr persönlicher Handschrift und in dichter, manchmal quälender Atmosphäre, legt das psychologisch austarierte Melodram biografische Spuren aus, bleibt dabei nah an der Protagonistin zwischen Masochismus und Märtyrertum, führt subtil zu einem lang gehüteten Familiengeheimnis, das drei in sich zerrissenen Menschen im Dickicht von Widersprüchen und Wahrheiten den emotionalen Kompass verlieren lässt. Der israelische Alltag ist weitgehend ausgeblendet, nur wenn Jara sich weigert einen Bus zu besteigen, ahnt man die permanente Angst vor dem Terror, die keine Normalität erlaubt. "Liebesleben" ist rigoros, fordert Position heraus, verstört zutiefst, Qualitäten, die das Kino braucht. mk.

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Info

Plakat des Films: Liebesleben
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 08.11.2007

Deutschland 2007

Länge: 1 h 54 min

Genre: Drama

Originaltitel: Liebesleben

Regie: Maria Schrader

Drehbuch: Laila Stieler, Maria Schrader

Musik: Niki Reiser

Produktion: Stefan Arndt

Kostüme: Lucie Bates

Kamera: Benedict Neuenfels

Schnitt: Antje Zynga

Ausstattung: Christian M. Goldbeck