Romantische Aschenputtel-Komödie nach französischem Vorbild von und mit Barbra Streisand.

Kinostart: 06.02.1997

Barbra Streisand
als Rose Morgan

Jeff Bridges

Jeff Bridges
als Gregory Larkin

Pierce Brosnan

Pierce Brosnan
als Alex

George Segal
als Henry Fine

Mimi Rogers
als Claire

Brenda Vaccaro
als Doris

Lauren Bacall
als Hannah Morgan

Austin Pendleton
als Barry

Elle MacPherson
als Candy

Leslie Stefanson
als Sara Myers

Die Handlung von Liebe hat zwei Gesichter

Auf der Suche nach einer einzig auf dem Intellekt basierenden Beziehung fernab körperlicher Attraktion stößt der von der Liebe nachhaltig enttäuschte Mathematikprofessor Larkin auf seine Literatur-Kollegin Rose. Das häßliche Entlein ist von Larkin so angetan, daß sie gar in eine Ehe ohne Sex einwilligt. Doch dann meldet sich die Liebe, und die Dinge werden kompliziert.

Der stocksteife Mathematikprofessor Gregory Larkin ist von der Liebe schon mehrfach bitter enttäuscht worden. Auf seiner Suche nach einer Beziehung, die einzig auf Intellekt und Verstand beruht, trifft er eines Tages auf Rose Morgan, die an der gleichen Universität Literatur unterrichtet. Das scheue Mauerblümchen ist von Larkin derart angetan, daß sie alsbald tatsächlich in eine Ehe ohne Sex einwilligt. Doch es dauert nicht lange, bis die beiden von ihren Gefühlen übermannt und damit die Dinge erst so richtig kompliziert werden.

Der attraktive Mathematikprofessor Larkin stellt aus Frust gescheiterter Beziehungen eine Theorie auf: Nur wenn die körperliche Anziehungskraft fehle kann eine Ehe funktionieren. Um diese Theorie zu verifizieren heiratet er das häßlich Entlein Rose. Doch diese mausert sich plötzlich zur attraktiven Dame. Herrliche Beziehungskomödie mit Barbra Streisand und Jeff Bridges.

Kritik zu Liebe hat zwei Gesichter

Fünf Jahre ließ Superstar Barbra Streisand ins Land streichen, um auf ihren Erfolg "Herr der Gezeiten" diese romantische Aschenputtel-Komödie über die stets unterhaltsamen Irrwege der Liebe folgen zu lassen. Keine Kosten und Mühen wurden gescheut, diesen gelungen amüsanten Diskurs über den Konflikt zwischen Verstand und Gefühl als pfiffiges Duell der Geschlechter zu inszenieren, eine Kunstform, die Hollywood in der Screwball-Ära unvergessener Helden wie Cary Grant, James Stewart und Katharine Hepburn zur Perfektion gebracht hatte.

"Liebe hat zwei Gesichter" ist das größte filmische Werk der Eitelkeit, seit Warren Beatty seiner Frau Annette Bening mit "Perfect Love Affair" anstatt Konfekt einen ganzen Film schenkte. In jeder Szene ihres dritten Films als Hauptdarstellerin und Regisseurin in Personalunion, ein loses Remake des französischen Dramas "Der Tag und die Nacht" aus dem Jahr 1958, evoziert Barbra Streisand das strahlende Starkino der vierziger Jahre - und läßt dabei vor allem sich selbst nach allen Regeln der Kunst ausleuchten, als wäre sie mit Heiligenschein auf die Welt gekommen. Ein wenig mehr Zurückhaltung hätte ihr gutgestanden, denn die anderen Darsteller überzeugen mit bescheidenem Teamgeist auf ganzer Linie: Vor allem Jeff Bridges macht in einer klassischen Cary-Grant-Rolle als stocksteifer Matheprof eine glänzende Figur - und stiehlt dem eigentlichen Star die Show.

Die Kameramänner Dante Spinotti ("Heat") und Andrzej Bartkowiak ("Herr der Gezeiten") warfen indes ihr ganzes Können in die Waagschale, um New York von seiner strahlendsten Seite als märchenhafte Traumarena für die amourösen Scharmützel der Story zu zeigen. In diesem Hort der ausnahmslos attraktiven Menschen ist die Literaturprofessorin Rose das einzige häßliche Entlein, das von der großen Liebe nur träumen kann. Auf der Suche nach einer einzig auf dem Intellekt basierenden Beziehung fernab körperlicher Attraktion stößt der von der Liebe nachhaltig enttäuschte Professor Gregory Larkin auf Rose. Gemeinsam tanzen die beiden einen der neurotischsten Pas de deux der Filmgeschichte, der in einer Hochzeitsnacht gipfelt, in der sich das frischgetraute Paar in getrennten Betten die Vier-Stunden-Fassung von "Lawrence von Arabien" auf Video ansieht. Dann schlägt unvermittelt die Liebe ein und bringt das sorgfältig errichtete, aber auf wackligen Beinen stehende Arrangement aus dem Gleichgewicht. Auch der Film beginnt zu stocken, als die Regisseurin das Mauerblümchen Rose - der Name ist Verpflichtung - doch noch erblühen läßt und so all die hehren Reden von Liebe und Schönheit, die von innen kommen sollen, mit einem Handstreich vom Tisch fegt. So kommt Rose alias Barbra wohl in den Genuß, daß sich weder Herzensbrecher Pierce Brosnan - Roses einstiger Traummann, der dann doch lieber ihre Schwester geehelicht hat - noch die Kameras an ihren Beinen sattsehen können. Der unvermittelte Bruch in Handlung und Ton des Films führt allerdings dazu, daß das letztlich wunderbare Happy End auf einer verlassenen New Yorker Straße im Morgengrauen nicht seine komplette Wirkung entfalten kann.

Das soll keinesfalls heißen, daß "Liebe hat zwei Gesichter" nicht zu gefallen weiß. Nach all den Fast-Food-Komödien dieses Jahres ist es eine Wohltat, endlich wieder von einem Chefkoch verwöhnt zu werden, der sein Handwerk versteht. Vor allem, wenn er auf so unwiderstehliche Zutaten wie brillante Nebendarsteller (neben Brosnan überzeugen Mimi Rogers, George Segal und vor allem Lauren Bacall) und herrlich beredte Dialoge aus der Feder von Richard LaGravanese zurückgreifen kann. Nur zum Nirvana fehlt dann eben doch das letzte Quentchen Zurückhaltung, das stets wie Öl bei einer an sich perfekt laufenden Komödien-Maschine wirkt. ts.

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Info

Plakat des Films: Liebe hat zwei Gesichter
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 06.02.1997

USA 1996

Länge: 2 h 6 min

Genre: Drama

Originaltitel: The Mirror Has Two Faces

Regie: Barbra Streisand

Drehbuch: Richard LaGravenese

Musik: Marvin Hamlisch

Produktion: Arnon Milchan, Barbra Streisand

Kamera: Dante Spinotti, Andrzej Bartkowiak

Schnitt: Jeff Werner

Ausstattung: Tom John