Großartige, tragikomische Charakterstudie um drei Kumpels, die den letzten Wunsch ihres Freundes erfüllen, seine Asche ins Meer zu streuen.

Kinostart: nicht bekannt

Bob Hoskins
als Ray

Helen Mirren
als Amy

Ray Winstone
als Vince

JJ Feild
als Jack als junger Mann

Kelly Reilly
als Amy als junge Frau

Cameron Fitch
als Vic als junger Mann

Stephen McCole
als Vince (junger Mann)

Meg Wynn Owen
als Joan

Nolan Hemmings
als Lenny (junger Mann)

Alex Reid
als Pam als junge Frau

Anatol Yusef
als Ray als junger Mann

Lois Winstone
als Kath

George Innes
als Bernie

Laura Morelli
als June

Sally Hurst
als Mandy

Denise Black
als Carol

Sue James
als Pam

Kitty Leigh
als Carol als junge Frau

Tracey Murphy
als Joan als junge Frau

Claire Harman
als Sally als junge Frau

John Baker
als Vince (elf Jahre)

Emma Deigman
als Sally (zehn Jahre)

Tom Baker
als Vince (sieben Jahre)

Laura Deigman
als Sally (f

Simon Oats
als Andy

Patricia Valentine
als Sue

Die Handlung von Letzte Runde

Ray, Jack, Vic und Lenny sind gemeinsam im Londoner Osten aufgewachsen und Freunde seit zum Teil über fünfzig Jahren. Jetzt hat Jack (Michael Caine), der Rudelführer und Womanizer der Truppe, das Zeitliche gesegnet. Für das hinterbliebene Trio (Bob Hoskins, Tom Courtenay, David Hemmings) gilt es, dem letzten Willen gemäß seine Asche ins Meer zu streuen. Der Bartresen der Stammkneipe wird zum Ausgangspunkt einer denkwürdigen Reise quer durchs Land, an deren nicht immer planmäßigen Stationen so manche nostalgische Erinnerung Revue passiert.

Britannias geballte Filmprominenz steht Spalier, wenn Fred Schepisi ("Roxanne") zum tragikomischen Roadtrip bittet.

Ray, Jack, Vic und Lenny verbringen seit Jahren ihren Feierabend gemeinsam in ihrem Stamm-Pub. Als der allseits beliebte Jack stirbt und in seinem Testament bestimmt, dass seine Kumpels seine Asche im Meer verstreuen sollen, machen sich die verbliebenen jolly good fellows auf den Weg und lassen dabei ihre Erinnerungen an Jack Revue passieren - dabei fördern sie so manche Überraschung zu Tage.

Die Jugendfreunde Ray, Jack, Vic und Lenny verbringen seit Jahren den Feierabend in ihrer Stammkneipe. Meist führte der beliebte Metzger Jack das Wort. Doch jetzt ist er an Krebs gestorben und hat in seinem Testament bestimmt, dass die verbliebenen Kumpels seine Asche im Meer verstreuen sollen. Gemeinsam machen sich die drei mit Jacks Sohn Vince nach Margate auf, jenen Ferienort, an dem Jack mit seiner Frau Amy am Vorabend des Zweiten Weltkriegs die Flitterwochen verbrachte und wo sie sich auch zur Ruhe setzen wollten.

Um die Asche ihres Jugendfreundes Jack im Meer zu verstreuen, brechen Ray, Vic und Lenny mit Jacks Sohn Vince nach Margate auf, wo Jack mit seiner Frau Amy die Flitterwochen verbrachte. Dabei lassen sie die Vergangenheit Revue passieren. Einfühlsam erzählte Charakterstudie, für die Fred Schepisi auf die britische Schauspielelite zurückgreifen konnte.

Kritik zu Letzte Runde

Dem allgemeinen Kinotrend hin zur meist oberflächlichen, Action- und Effekte-bestimmten Unterhaltungsware stellt Fred Schepisi mit "Last Orders" eine großartige Charakterstudie entgegen, die durch ihre einfühlsamen Erzählweise besticht. Vor der Kamera konnte der Regisseur mit Michael Caine, Bob Hoskins, Tom Courtenay und Helen Mirren die erste Garde der britischen Schauspielelite versammeln, die das Cockney-Drama zu einem heißen Tipp für anspruchsvolle Kinofans werden lässt.

Ausgangsbasis des Films ist der mit dem Booker Prize ausgezeichnete Roman von Graham Swift, der es sich lange überlegte, Schepisi und dessen Produzentin Elisabeth Robinson die Rechte für die Verfilmung zu überlassen. Nicht jeder Regisseur, so die Meinung des Autors, hätte nämlich das richtige Gespür für die eigenwilligen britischen Charaktere und deren sozialen Hintergrund. Doch der Australier Schepisi, sattelfest in einer Vielzahl von Genres, wie "Die Ballade vom Banditen Barbarosa", "Das Rußlandhaus", "Roxanne" oder "Eine demanzipierte Frau" beweisen, war sicherlich der richtige Mann für diesen komplexen, dialoglastigen und facettenreichen Stoff, der sich über einen Zeitraum von 60 Jahren spannt und deren Geschichte von verschiedenen Gesichtspunkten aus erzählt wird.

Im Mittelpunkt der Story stehen die Kumpels Ray, Jack, Vic und Lenny, die zusammen im hemdsärmeligen Osten von London aufgewachsen sind. Ihren Feierabend verbringen die seit Jahren befreundeten Herren in ihrer Stammkneipe, wo Bier und Whisky in Strömen fließen, während Womanizer Jack das Wort führt und die Lacher auf seiner Seite hat. Jetzt aber ist die Stimmung getrübt. Jack, der allseits beliebte Metzger, ist nach langer Krankheit gestorben und hat in seinem Testament bestimmt, dass die verbliebenen Kumpels seine Asche im Meer verstreuen sollen. Gemeinsam machen sich die Drei mit Jacks Sohn Vince nach Margate auf, jenem Ferienort, an dem Jack mit seiner Frau Amy (solide wie immer: Helen Mirren) am Vorabend des Zweiten Weltkriegs die Flitterwochen verbrachte und wo sie sich auch zur Ruhe setzen wollten.

Ausgang nehmend von dem Tresen, an dem die jolly good fellows so manchen Drink kippten, entwickelt Schepisi, der auch für das durchdachte Drehbuch verantwortlich zeichnet, ein Road Movie, das quer durch England und gleichzeitig in die Vergangenheit seiner Helden führt. Da erfährt man in zahlreichen geschickt montierten Flashbacks, wie Jack und Ray sich während des Krieges in Ägypten kennen lernten, von der kurzen Liaison zwischen Ray und Amy, von Jacks behinderter Tochter June, die ihr Leben lang in einem Heim zubrachte, und den ewigen Streitereien zwischen Jack und Vince, der sich sehr zum Ärger des Vaters weigerte, die Metzgerei zu übernehmen und stattdessen Autohändler wurde. So entsteht, einem Mosaik gleich, ein Sittenbild der englischen Arbeiterklasse, das weder anklagt noch verherrlicht, weder in Nostalgie schwelgt noch die "gute alte Zeit" beschwört. Schepisi hat einfach die kitchen sink dramas des Free Cinemas von Reisz, Richardson und Anderson "weitergedacht" und deren dokumentarischen Ansatz dramaturgisch verfeinert.

Konsequent hat der Regisseur dabei die "Helden" von damals, die Ikonen des "Neuen Britischen Kinos", in den zentralen Rollen besetzt: Den ewigen Verführer Michael Caine aus "Alfie", den "einsamen Langstreckenläufer" Tom Courtenay, David Hemmings, den Pop-Fotografen aus "Blow Up", und - eine Generation jünger - den quirligen Underdog Bob Hoskins, der als gewitzter Rennbahn-Zocker und Wohnmobil-Fan die dankbarste Rolle des Films hat. Nicht minder großartig - und dies ist wohl ein Verdienst der Casting-Abteilung - die Besetzung dieser Herren als junge Männer. Brillant dabei und ohne die Leistung von Anatol Yusef (Ray), Nolan Hemmings (Lenny) oder Cameron Fitch (Vic) schmälern zu wollen: JJ Field als Jack, der es versteht, Mimik, Gestik und sogar die Stimmlage des großen Michael Caine perfekt zu imitieren.

Zusammengehalten wird diese intelligente, streckenweise komische wie tragische Nabelschau von der unauffälligen Kameraarbeit Brian Tufanos ("Trainspotting"), der Innen und Außen, Vergangenheit und Gegenwart ganz mühelos miteinander in Einklang bringt und dem in Produktionsdesigner Tim Harvey einen kongenialer Partner zur Seite stand. Einziger Wermutstropfen die deutsche Synchronisation, bei der der wunderbare Cockney-Akzent, der den Figuren viel von ihrer Farbe gibt, auf der Strecke bleibt. Bleibt zu wünschen, dass die Columbia dieses zugegebenermaßen nicht gerade einfache Werk ebenso sorgfältig betreut wie beispielsweise ihren Selbstläufer "Men in Black 2". geh.

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Info

Plakat des Films: Letzte Runde
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland/Großbritannien 2001

Länge: 1 h 50 min

Genre: Drama

Originaltitel: Last Orders

Regie: Fred Schepisi

Drehbuch: Fred Schepisi

Musik: Paul Grabowsky

Produktion: Fred Schepisi, Elizabeth Robinson

Kostüme: Jill Taylor

Kamera: Brian Tufano

Schnitt: Kate Williams

Ausstattung: Tim Harvey, Paul Cross

Website: http://www.letzte-runde-der-film.de