Clint Eastwood Schwesternprojekt zu "Flags of our Fathers".

Kinostart: 22.02.2007

Ken Watanabe

Ken Watanabe
als General Tadamichi Kuribayashi

Ryo Kase
als Shimizu

Yuki Matsuzaki
als Nozaki

Kazunari Ninomiya
als Saigo

Tsuyoshi Ihara
als Baron Nishi

Shido Nakamura
als Lieutenant Ito

Hiroshi Watanabe
als Lieutenant Fujita

Takumi Bando
als Captain Tanida

Takashi Yamaguchi
als Kashiwara

Eijiro Ozaki
als Lieutenant Okubo

Nae Yuuki
als Hanako

Nobumasa Sakagami
als Admiral Ohsugi

Lucas Elliot
als Sam

Handlung

Die Landung der US-Truppen auf der von Japanern besetzten Pazifikinsel Iwo Jima steht unmittelbar bevor. General Kuribayashi (Ken Watanabe) von der kaiserlichen Armee muss in kürzester Frist seine zahlenmäßig weit unterlegenen Truppen für die Invasion rüsten. Auf der privilegierten Seite pflegen Leute wie Baron Nishi (Tsuyosi Ihara) ihren Standesdünkel, während einfache Soldaten wie der arme Saigo (Kazunari Ninomiya) sich auf den Tod vorbereiten. Es folgt ein 36-tägiger, unerbittlicher Kampf, der auf beiden Seiten viele Opfer fordert.

Nachdem Clint Eastwood mit "Flags of Our Fathers" die Schlacht um eine Pazifikinsel aus US-Sicht schilderte, zeigt sein Schwesterfilm die japanische Perspektive. Der zweite Teil des ambitionierten Projekts mit Details über Japans Armee wurde zum Kritikerfavoriten.

Während der amerikanischen Invasion auf der Pazifikinsel Iwo Jima organisiert der japanische General Kuribayashi mit einem Freund die Verteidigung. Obwohl die japanischen Streitkräfte hoffnungslos unterlegen sind, leisten sie den US-Truppen erbitterten Widerstand. Da viele Soldaten wissen, dass sie sterben werden, schreiben sie Briefe an ihre Angehörigen, um sich von ihnen zu verabschieden.

1945: Während der amerikanischen Invasion auf der Pazifikinsel Iwo Jima bahnt sich ein Gemetzel ungeahnten Ausmaßes an. Doch die japanischen Truppen, die der US-Übermacht in allen Belangen unterlegen sind, leisten erbitterten Widerstand. Angeführt von General Kuribayashi und dessen Freund Baron Nishi, die beide vor dem Zweiten Weltkrieg in den USA ausgebildet wurden, führen die Japaner einen heldenhaften Kampf. Doch da wissen die meisten bereits, dass sie den kargen schwarzen Felsen nicht lebend verlassen werden.

Kritik

Auf sein ambitioniertes Kriegsdrama "Flags Of Our Fathers" legt Clint Eastwood mit dem aus der Perspektive der feindlichen Japaner erzählten Schwesterfilm einen tief bewegenden cineastischen Coup nach.

Direkt im Anschluss an "Flags" mit japanischen Schauspielern in ihrer Muttersprache gedreht, bietet der zweifache Oscar-Preisträger einen intimen Einblick in die entscheidende Zweite-Weltkriegs-Schlacht auf der Pazifikinsel Iwo Jima, die rund 20.000 Männer das Leben kostete. Blieben die Japaner im Erstling gesichtslose Feinde, werden sie nach dem authentische Briefe als Vorlage nehmenden Drehbuch von Skriptnovizin Iris Yamashita und Paul Haggis (Oscar für "Million Dollar Baby") als sich ebenso nach Hause sehnende Söhne, Ehemänner und Väter dargestellt wie die Amerikaner. Gleichzeitig wird herausgearbeitet, dass auf beiden Seiten schwarze Schafe unvorstellbare Grausamkeiten verübten, dies jedoch eher die Ausnahme war. Weit von jeglicher Barbarei entfernt sind aufrichtige Ehrenmänner wie der hochkultivierte General Kuribayashi (ein phänomenaler Ken Watanabe) und der aristokratische Olympiasieger Baron Nishi (Tsuyoshi Ihara), die beide vor dem Krieg einige Zeit in den Staaten verbracht und dort Freundschaften geschlossen hatten. Doch ihre Loyalität fürs Vaterland ist absolut fraglos, auch wenn manche ihrer Untergebenen Zweifel an ihren teils unkonventionellen Methoden haben. Weniger mit Patriotismus im Sinn hat der als sympathischer Jedermann fungierende junge Bäcker Saigo (Kazunari Ninomiya), der lieber bei seiner Familie wäre. Kurze Flashbacks skizzieren prägnante Momente im Leben der Protagonisten, wobei jedoch wesentlich geradliniger als im komplizierte Zeitschlaufen schlagenden "Flags" verfahren wird. Diese Szenen bilden die vitalen Farbkleckse in einem ansonsten monochrom farbentleerten Film, der fast schwarz-weiß wirkt. Die so von Kameramann Tom Stern kreierte visuelle Desolation spiegelt perfekt die Ausweglosigkeit der Situation wider, denn nach mehrfachen Hiobsbotschaften über mangelnde Verstärkung sind sich alle bewusst, dass sie das von ihnen gegrabene klaustrophobische Tunnelsystem der Insel nicht lebend verlassen werden.

Bereits angedeutete Ereignisse aus "Flags" finden nun ihre ausführliche Erläuterung, darunter der verstörende Handgranaten-Suizid eines Trupps, sinnlos erzwungen von ihrem fanatisch traditionellen Führer, sowie der abscheuliche Bajonett-Tod eines amerikanischen Soldaten. Mindestens ebenso stark nehmen die von Eastwood superb inszenierten Gefühlsmomente mit, die Feind mit Feind humanitär als Gleichgesinnte verbinden und dadurch ergreifend den Wahnsinn des Kriegs anprangern. Wie sein Produzent Steven Spielberg mit "Der Soldat James Ryan", wartet Eastwood unanfechtbar mit einem Klassiker des Genres auf, der es verdient hätte, als pazifistisches Pflichtprogramm in Schulen gezeigt zu werden. Der Golden Globe und die Oscar-Nominerung bestätigen dies. ara.

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Info

Plakat des Films: Letters From Iwo Jima
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 22.02.2007

USA 2006

Länge: 2 h 21 min

Genre: Drama

Originaltitel: Letters From Iwo Jima

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: Paul Haggis, Iris Yamashita

Produktion: Steven Spielberg, Paul Haggis, Clint Eastwood, Robert Lorenz

Kostüme: Deborah Hopper

Kamera: Tom Stern

Schnitt: Joel Cox, Gary Roach

Ausstattung: Henry Bumstead

Website: http://www.lettersfromiwojima.de/

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