Aufwändige Verfilmung eines populären Jugendbuches mit Jim Carrey als Kinderschreck.

Kinostart: 27.01.2005

Jim Carrey

Jim Carrey
als Graf Olaf

Jude Law

Jude Law
als Lemony Snicket/Erz

Liam Aiken

Liam Aiken
als Klaus Baudelaire

Emily Browning
als Violet Baudelaire

Timothy Spall
als Mr. Poe

Catherine O'Hara
als Justice Strauss

Billy Connolly
als Onkel Monty

CedrictheEntertainer
als Constable

Luis Guzmán
als Glatzkopf

Jennifer Coolidge
als Frau mit dem wei

Meryl Streep
als Tante Josephine

Jane Adams
als Frau mit dem wei

Kara Hoffman
als Sunny Baudelaire

Craig Ferguson

Shelby Hoffman
als Sunny Baudelaire

Jamie Harris

Handlung

Nach dem tragischen Tod ihrer Eltern erben die drei hochbegabten Baudelaire-Kinder Violet (Emily Browning), Klaus (Liam Aiken) und Sunny (Kara und Shelby Hoffman) ein phänomenales Vermögen, welches ihnen jedoch erst bei Erreichen der Volljährigkeit ausgehändigt werden darf. Bis dahin gilt es, einen adäquaten Adoptivhaushalt unter der näheren oder entfernteren Bekanntschaft zu finden. Graf Olaf (Jim Carrey) drängt sich auf, doch der hegt unschöne Hintergedanken.

Jude Law

Nachdem ihre Eltern durch einen Brand starben, werden die drei Baudelaire-Kinder der Obhut ihres entfernten Verwandten Graf Olaf anvertraut. Doch das neue Heim entpuppt sich als Horror, wie auch sein Besitzer, der im Kampf um das Familienerbe über Leichen geht. Mit Klugheit und Cleverness entkommen die Kinder, werden aber von Olaf auf ihrer Odyssee durch die Verwandtschaft verfolgt.

Nach dem mysteriösen Feuertod ihrer Eltern landen die drei Baudelaire-Kinder Violet, Klaus und Sunny bei dem zwielichtigen Grafen Olaf. Schnell stellt sich heraus, dass der fiese Exzentriker lediglich an das Millionen-Erbe seiner Schützlinge herankommen will und auch vor Mord nicht zurückschreckt. Dank Violets Klugheit überleben die Kinder jedoch den Anschlag und finden bei ihrem abenteuerlustigen Onkel Monty Unterschlupf. Aber Graf Olaf lässt nichts unversucht, das Wohlergehen der drei Waisen ein ums andere Mal zu sabotieren.

Kritik

Zumindest das Kino nimmt Kinder ernst, wenn auch nicht unbedingt aus humanitären Gründen. Welches wirtschaftliche Potenzial in Filmen steckt, die Kinder magnetisch ins Kino ziehen, zeigte weltweit das Potter-Phänomen, das nun einen Erben finden soll. In den schrecklich-schönen Geschichten von Lemony Snicket, der nicht nur als Erzähler, sondern auch als schützende Hand drei Waisenkinder auf ihrem Weg durch das Abenteuer Leben begleitet. Die erste Verfilmung der Bestsellerreihe von Lemony Snicket, alias Daniel Handler, ist ein vielverprechender Start in ein neues Franchise: attraktiv und fantasievoll visualisiert, mit guten Kinderdarstellern und Superstar Jim Carrrey besetzt, kompatibel für Kinder und Erwachsene. Hithoffnungen für diesen Neuling, der in den USA bereits zum 100-Millionen-Dollar-Club gehört, sind somit mehr als berechtigt.

Elf Bücher hat das gewitzte PR-Schlitzohr Snicket mittlerweile produziert. Die ersten drei, "Der schreckliche Anfang", "Das Haus der Schlangen" und "Der Seufzersee", bilden die Basis für Snickets Kinodebüt, das in "Casper"-Regisseur Brad Silberling einen adäquaten Nachfolger für den ursprünglich vorgesehenen Barry Sonnenfeld gefunden hat. Bereits zur Ouvertüre wird die heile Kinderwelt rotzfrech als Illusion enttarnt, bricht Erzähler Snicket, im englischen Original wunderbar von Jude Law gesprochen, ein kitschiges Animationsmärchen abrupt ab, um zu einer neuen Geschichte anzusetzen, die kindgerecht magisch, aber in ihren Themen auch in der Realität verwurzelt ist. Das Leben ist hier bedrohlich, doch nie ohne Ausweg und Hoffnung. Die Erwachsenen variieren zwischen gutherzig und dämonisch, zeigen aber einen gemeinsamen Zug, weil sie Kindern nie zuhören. Die Kids brauchen Geborgenheit, erweisen sich aber im Handeln reifer als die älteren Generationen und als gewitzte Problemlöser. Hauptfiguren sind die drei Baudelaire-Geschwister: die 14-jährige Violet, eine vernunftbegabte Erfinderin, der zwölfjährige Klaus, ein allwissender Bücherwurm und Schnullerfloh Sunny, deren altkluges Kleinkindgebrabbel nur von ihren Geschwistern verstanden wird. Der Zuschauer bekommt Verständnishilfen durch Untertitel, die zu den komischen Highlights des Films gehören. Der freche Witz zeigt sich im Dialog, im Ton des Erzählers, aber auch in visuellen Randnotizen, wie etwa zu Beginn in einem Scrabblespiel, in dem sich beinhart erwachsene Obsessionen verstecken.

Wie in vielen berühmten Märchen sind die Baudelaires Waisen, nachdem ein Brand ihre Eltern getötet hat. Von einem sympathischen, aber naiven Vormund werden sie auf eine Odyssee durch ihre Verwandtschaft geschickt, die sie in Pflege nimmt. Den Anfang macht der selbstverliebte, durchtriebene und skrupellose Graf Olaf, der es nur auf das Erbe abgesehen hat und die Kinder schnell und sprichwörtlich aufs (tödliche) Abstellgleis schiebt. Dank der Koalition ihrer kreativen Kräfte bleiben sie am Leben. Weniger Glück ist ihren nächsten Pflegeeltern beschieden, einem liebenswerten Onkel (Billy Connolly) und einer überängstlichen Tante (Meryl Streep), die beide Opfer des in verschiedenen Verkleidungen auftauchenden, nur von den Kindern durchschauten Grafen werden. Mit Hakennase, Schütterhaar und der gebotenen Theatralik eines Mannes, der sich (eine hübsche Ironie) für einen verkannten großen Schauspieler hält, zieht Jim Carrey hier ungebremst vom Leder, kann sogar seine auf Preisverleihungen bereits präsentierte "Raptoren"-Nummer zum Besten geben. Wer nicht ausgesprochen Carrey-phob in diesen Film geht, amüsiert sich über seinen penetranten Grafen, der wie das Gesamtambiente kontrolliert bedrohlich wirkt. Obwohl der komplett im Studio gedrehte Film, der in Kamera, Design, Musik und Kostümen Spitzenkräfte beschäftigt, in Bildern und Handlung von einem düsteren Ton geprägt ist, ist dieser nie übermächtig, finden die Kinder selbst Antworten auf die Probleme, die das Leben ihnen in den Weg stellt. Damit ist dieser Silberling, der im Transfer zu einem visuellen Medium erwartungsgemäß Charaktervertiefungen zugunsten von Schauwerten opfert, zwar pädagogisch, vor allem aber auch unterhaltsam. Für Kinder und Erwachsene. kob.

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Info

Plakat des Films: Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 27.01.2005

USA 2004

Länge: 1 h 48 min

Genre: Fantasy

Originaltitel: Lemony Snicket's A Series of Unfortunate Events

Regie: Brad Silberling

Drehbuch: Robert Gordon

Musik: Thomas Newman

Produktion: Walter F. Parkes, Laurie MacDonald, Jim Wyck

Kostüme: Colleen Atwood

Kamera: Emmanuel Lubezki

Schnitt: Michael Kahn, Dylan Tichenor

Ausstattung: Rick Heinrichs, William Hawkins

Website: http://movies.uip.de/lemonysnicket/