Schrullige Komödie mit ernsten Untertönen über einen kontaktscheuen Einzelgänger, der sich in eine lebensgroße Sexpuppe verliebt.

Kinostart: 18.08.2016

Szenenbild aus Lars und die Frauen mit Ryan GoslingRyan Gosling

Ryan Gosling
als Lars Lindstrom

Emily Mortimer

Emily Mortimer
als Karin

Paul Schneider
als Gus

Kelli Garner
als Margo

Lauren Ash
als Holly

Patricia Clarkson
als Dr. Dagmar Berman

R.D. Reid
als Reverend Bock

Nancy Beatty
als Mrs. Gruner

Doug Lennox
als Mr. Hofstedter

Joe Bostick
als Mr. Shaw

Liz Gordon
als Mrs. Schindler

Nicky Guadagni
als Mrs. Peterson

Handlung

Einzelgänger Lars Lindstrom (Ryan Gosling) ist so schüchtern, dass er sich selbst von seinem Bruder Gus (Paul Schneider) und seiner Schwägerin Karin (Emily Mortimer) absondert. Am liebsten verkriecht er sich in seiner kleinen Wohnung über der elterlichen Garage. Bis er überraschend eine neue Freundin kennen lernt: Bianca, die er für eine bildschöne Brasilianerin hält. Tatsächlich ist sie aber eine lebensgroße Sexpuppe! Ärztin Berman (Patricia Clarkson) rät allen, auf seine Illusion einzugehen.

Jungstar Ryan Gosling ("Das perfekte Verbrechen") beweist abermals sein Ausnahmetalent in der ungewöhnlichsten Komödie des Jahres, wenn er in einer Sexpuppe die Gefährtin fürs Leben findet. Regisseur Craig Gillespie schildert diese ungewöhnliche Geschichte warmherzig und mit Einfühlungsvermögen.

Lars ist ein schrulliger, kontaktscheuer Einzelgänger, der zurückgezogen in einer Garagenwohnung des Anwesens seiner verstorbenen Eltern lebt. Aus heiterem Himmel überrascht er seinen Bruder Gus und dessen schwangere Ehefrau Karin mit der Ansage, er habe sich in eine an den Rollstuhl gefesselte, ehemalige Missionarin aus Brasilien namens Bianca verliebt - die sich als lebensgroße Sexpuppe entpuppt. Auf Anraten der örtlichen Psychologin spielen nicht nur Gus und Karin, sondern auch die übrige Gemeinde die Scharade mit. Mit ungewöhnlichen Resultaten.

Der schrullige Einzelgänger Lars lebt in einer Garagenwohnung des Anwesens seiner verstorbenen Eltern. Aus heiterem Himmel überrascht er seinen Bruder Gus und dessen schwangere Ehefrau Karin mit der Ansage, er habe sich in eine an den Rollstuhl gefesselte, ehemalige Missionarin aus Brasilien namens Bianca verliebt - die sich als lebensgroße Sexpuppe entpuppt. Auf Anraten der örtlichen Psychologin spielen nicht nur Gus und Karin, sondern auch die übrige Gemeinde die Scharade mit. Mit ungewöhnlichen Resultaten.

Kritik

Einfühlsam erzählte Tragikomödie mit Ausnahmeschauspieler Ryan Gosling, der sich als kontaktscheuer Sonderling unter Wahnvorstellungen in eine Sexpuppe verliebt.

Ungewöhnliche Figuren sind ein Faible von Gosling (Oscar-nominiert für seine Rolle als cracksüchtiger Lehrer in dem in Deutschland weiterhin unveröffentlichten "Half Nelson"). Auch seine Titelfigur Lars ist bereits in den ersten Einstellungen unschwer als schräger Vogel zu erkennen. Der 27-jährige Junggeselle leidet unter gravierenden körperlichen und emotionalen Berührungsängsten. Deshalb sind ihm wiederholte Einladungen zum Essen seiner Schwägerin (reizend: Emily Mortimer) und die Annäherungsversuchen einer netten Bürokollegin (Kelli Garner) äußerst unangenehm. So fallen alle aus den Wolken, als der scheue Einzelgänger ihnen seine an einen Rollstuhl gefesselte Freundin namens Bianca vorstellt, die sich als lebensechte Silikon-Sexpuppe entpuppt. Damit wird allerdings keinerlei vulgären Anzüglichkeiten Vorschub geleistet, da Lars sie in wintertaugliche Klamotten hüllt und brav ins Gästezimmer im Haus einquartiert. Mit ihr ergeht er sich in langen Monologen, kuschelt zärtlich aber züchtig und hat auch schon mal einen kleinen Streit. Auf Anraten der örtlichen Psychologin spielen Familie, Freunde und der Rest der kleinen Gemeinde bei der Scharade mit und tun so, als ob auch sie Bianca für eine Frau aus Fleisch und Blut hielten, sei es beim Friseur-, Kirchen- oder Partybesuch. Doch dann wird Bianca (laut Lars) von einer tödlichen Krankheit befallen, womit sich ihm neue (realistische) Horizonte eröffnen.

Bei dem skurrilen Indiedrama mit Herz handelt es sich um den zweiten Film von Craig Gillespie, der mit der giftigen Rachekomödie "Mr. Woodcock" sein Debüt gab. Der Ton fällt nunmehr ungleich sympathischer aus, dafür wird dem Publikum allerhand wohlmeinende Gutgläubigkeit abverlangt, was das ausnahmslos positive Mitgefühl von den Menschen in Lars Heimatort im nördlichen Mittleren Westen anbetrifft. Nach dem Skript von "Six Feet Under"-Autorin Nancy Oliver wird die mentale Malaise des Protagonisten (sinnbildlich durch die Sexpuppe symbolisiert) mit einem frühen Kindheitstrauma (Geburtstod der Mutter, ein verschlossener Vater) erklärt, das durch die Schwangerschaft seiner Schwägerin auf die Spitze getrieben wird. Trotz der Absonderlichkeit der Situation macht sich der Film nie über ihn lustig. Und Gosling legt seine faszinierende Performance nuanciert zwischen Hilflosigkeit und Exzentrik an. Insgesamt fungiert das Charakterporträt mit Capra-esken Anstrichen als Appell für Toleranz und Gemeindezusammenhalt und beeindruckt dabei vor allem mit seiner eindringlichen Humanität. ara.

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Info

Kinostart: 18.08.2016

USA 2007

Länge: 1 h 47 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Lars and the Real Girl

Regie: Craig Gillespie

Drehbuch: Nancy Oliver

Musik: David Torn

Produktion: Sidney Kimmel, Sarah Aubrey, John Cameron

Kostüme: Kirston Leigh Mann

Kamera: Adam Kimmel

Schnitt: Tatiana S. Riegel

Ausstattung: Arvinder Grewal

Website: http://www.lars-film.de