Greta Gerwig spielt auf der großen Klaviatur, in dieser intensiven, besonderen Coming-of-Age-Comedy mit Saoirse Ronan.

Kinostart: 19.04.2018

Handlung

Die 17-jährige Christine "Lady Bird" McPherson (Saoirse Ronan) hangelt sich im kalifornischen Sacramento mehr schlecht als recht durch High School, Familie und erste ernüchternde Erfahrungen mit Jungs – und träumt davon, endlich erwachsen zu sein.

Leidenschaftlich rebelliert sie gegen die Enge im Elternhaus, hat immer wieder Zoff mit ihrer Mutter (Laurie Metcalf), die dem eigenwilligen Teenager den Abnabelungsprozess nicht leicht macht: Ein Kräftemessen aus Trotz, Resignation und großen Gefühlen.

Greta Gerwigs (Regie & Drehbuch) originelle Bestandsaufnahme einer ungewöhnlichen Mutter-Tochter-Beziehung birgt jede Menge emotionales Konflikt-Potenzial und herzliche Komik. Dafür gab es zwei Golden Globes: Für die sensationelle Saoirse Ronan und als beste Komödie.

Kritik

Hinreißend und klug erzählte, autobiografisch gefärbte Coming-of-Age-Geschichte von Greta Gerwig, die mehrfach Oscar-nominiert wurde.

Seit seiner Premiere in Telluride und Toronto wurde Greta Gerwigs Regiedebüt hoch gehandelt - und das völlig zu Recht, auch wenn es dann am Ende doch nicht für Oscars gereicht hat, die zumindest in der einen oder anderen Kategorie (Hauptdarstellerin, Nebendarstellerin, Drehbuch) nicht unverdient gewesen wären. "Lady Bird" ist eine mit hinreißendem und klugem Humor erzählte, offenkundig autobiographisch gefärbte Geschichte eines ungelenken, schüchternen Mädchens in Sacramento, das folgenschwere Entscheidungen für den künftigen Werdegang treffen muss, während die letzten Monate in ihrer konservativen katholischen Schule wie ein Traum (manchmal Alb-, manchmal Fieber-) an ihr vorüberziehen, sie erste Erfahrungen mit Jungs macht, ersten Sex hat und für sich herausfinden muss, wer sie verdammt noch einmal ist. Eine klassische Coming-of-Age-Story, die einerseits vertraut und konventionell wirkt, aber eben ungewöhnlich und unverkennbar persönlich gemacht durch Gerwigs unverkennbare Stimme. Toll ist neben der gewohnt wunderbaren Saoirse Ronan, die nicht nur aussieht wie Greta Gerwig in dem gar nicht mal so grundlegend anders erzählten "Jahrhundertfrauen", sondern auch deren Manierismen und Sprachmuster komplett verinnerlicht hat, die viel zu selten eingesetzte Laurie Metcalf als strenge Mutter in einem Haushalt "auf der anderen Seite der Schienen". Wenn der auf 16mm gedrehte Film etwas gewöhnlich und beliebig aussieht, dann mag auch das einer kreativen Entscheidung geschuldet sein, diese schöne Geschichte im Look and Feel des amerikanischen Independentkinos der Neunziger zu verankern: Um die Figuren geht es und um ihren Weg im Leben. Und an ihnen nimmt man Anteil, vor allem wenn es zwischen Mutter und Tochter ans Eingemachte geht, in Dialogen, die direkt aus dem wahren Leben zu kommen scheinen, aber doch so smart und geschliffen sind, dass man hinter dem wahren Leben immer die steuernde Hand von Greta Gerwig sieht, die das Versprechen, das sie als neue wichtige Stimme des US-Kinos mit dem Drehbuch zu "Frances Ha" gegeben hatte, mit "Lady Bird" ganz mühelos einlöst. ts.

Wertung Questions?

FilmRanking: 475 +48

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
5
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

  • FSK ab 0 freigegeben/Freigegeben ohne Altersbeschränkung

FSK: ab 0

Kinostart: 19.04.2018

USA 2017

Länge: 1 h 35 min

Genre: Drama

Originaltitel: Lady Bird

Regie: Greta Gerwig

Drehbuch: Greta Gerwig

Musik: Jon Brion

Produktion: Scott Rudin, Eli Bush, Evelyn O'Neill

Kostüme: April Napier

Kamera: Sam Levy

Schnitt: Nick Houy

Ausstattung: Chris Jones

Website: http://upig.de/micro/lady-bird

Auszeichnungen

1 Golden Globe:

Zitat

Kino&Co Newsletter

Hol' dir jetzt den KINO&CO Newsletter!
Der schnelle Überblick über unsere Blockbuster und Top-Gewinnaktionen der Woche.