Neo-Noir Action-Puzzle, das ein komplexes Bild vom durch Korruption und Mord gebeutelten Nachkriegs-L.A. entwirft.

Kinostart: 04.12.1997

Kevin Spacey

Kevin Spacey
als Jack Vincennes

Russell Crowe

Russell Crowe
als Bud White

Guy Pearce

Guy Pearce
als Ed Exley

James Cromwell
als Dudley Smith

David Strathairn
als Pierce Patchett

Kim Basinger
als Lynn Bracken

Danny DeVito
als Sid Hudgeons

Simon Baker
als Matt Reynolds

Graham Beckel
als Dick Stensland

Matt McCoy
als Brett Chase

John Mahon
als Polizeichef

Paul Guilfoyle
als Mickey Cohen

Ron Rifkin
als D.A. Ellis Loew

Paolo Seganti
als Johnny Stompanato

Amber Smith
als Susan Lefferts

Gwenda Deacon
als Mrs. Lefferts

Handlung

Korruption und Mord sind an der Tagesordnung im brodelnden Los Angeles der Nachkriegsjahre. Da machen auch die Cops keine Ausnahme: der ausgebrannte, geltungssüchtige Jack verkauft brandheiße Infos an Skandalblätter, der ehrgeizige Ed hat nichts mit Loyalität am Hut und Schlägertyp Bud läßt seinen Agressionen freien Lauf. Die Wege der drei kreuzen sich immer wieder.

Los Angeles, Anfang der fünfziger Jahre. In der Millionenmetropole gibt es niemanden mehr, der keinen Dreck am Stecken hat. Auch die Polizei bildet da keine Ausnahme: Der ausgebrannte, geltungssüchtige Jack verkauft brandheiße Infos an Skandalblätter, für den ehrgeizigen Ed ist Loyalität ein Fremdwort, und Schlägertyp Bud läßt seinen Aggressionen freien Lauf. Immer wieder kreuzen sich die Wege der drei Cops, bis sie schließlich im tiefen Morast aus Intrigen und Erpressung zu versinken drohen.

Neo-Noir Action-Puzzle, das ein komplexes Bild vom durch Korruption und Mord gebeutelten Nachkriegs-L.A. entwirft.

Kritik

Lange galt es als unmöglich, James Ellroys komplexes Roman-Quartett über die Schattenseiten und dunklen Obessionen der Glitzermetropole Los Angeles in den fünfziger Jahren zu verfilmen. Als zu labyrinthartig-verzweigt galten die zahllosen Handlungsstränge, als zu extrem die paranoiden Gewaltvisionen dieser erschütternden Crime-noir-Ritte durch menschliche Höllen und Abgründe. Mit dem atemberaubendsten Kinofilm, der in Cannes im Wettbewerb zu finden war, ist Curtis Hanson das Kunststück gelungen, die Essenz Ellroys auf Zelluloid zu bannen: ein gewaltiger Kraftakt, in dem sich Fiktion und Realität zu dem besten chandleresken Krimi seit "Chinatown" bündeln.

Fernab der Konventionen des Mainstreams und mit einem wachsamen Auge auf Ton, Stil, Charakterisierung und Ausstattung des Kinos der Ära stürzt Hanson den Zuschauer in das Los Angeles der Nachkriegsjahre, ein brodelnder Schmelztiegel, in dem Korruption, Verbrechen, Mord und Intrigen an der Tagesordnung sind. Im atemberaubenden Zickzack-Kurs ermitteln die drei Antihelden dieser kompromißlosen Actionballade in einem spektakulären Mordfall, der immer größere Kreise zieht und auch vor hochgestellten Persönlichkeiten keinen Halt macht.

Aufregend originalgetreu hält sich der Regisseur, der das Drehbuch gemeinsam mit Brian Helgeland verfaßte, an Ellroys Romanvorlage "Stadt der Teufel". Dessen blitzschneller, rudimentärer Maschinengewehrstil findet seine Entsprechung in dem rasenden Schnitt und den immer auf den Punkt hervorgebellten Dialogen. Wie Ellroy benutzt auch Hanson reale Ereignisse und Personen aus den Annalen der Stadt, um das Koordinatennetz zu schaffen, in denen die Figuren um Ruhm, Reichtum, Macht, Einfluß und - im besten aller Fälle - Erlösung ringen. Hier sind es Verbrecherkönig Mickey Cohen und seine rechte Hand Johnny Stompanato und der Bezirksanwalt Ellis Loew, ein Übergriff der Polizei gegen mexikanische Untersuchungshäftlinge und das Massaker vom Nite Owl Coffee Shop, die als Ausgangs- und Orientierungspunkt dienen in einer Geschichte, die sich immer weiter verzweigt und noch weiter kompliziert wird, indem sie im ständigen Wechsel aus drei Perspektiven erzählt wird. Dank des klug strukturierten Buchs verliert man dennoch nie den Überblick, egal, wie schnell sich die Dinge entwickeln.

Drei gefallene Engel der LAPD stehen im Mittelpunkt von "L.A. Confidential", und in stets neuen Kombinationen kreuzen sich ihre Wege, bis ihre jeweiligen Schicksale nicht mehr zu trennen sind: Jack Vincennes (Kevin Spacey im coolen Dean-Martin-Outfit) ist ein ausgebrannter, abgebrühter Veteran, der seine Sucht nach Aufmerksamkeit als Berater einer TV-Copshow stillt und Informationen unter der Hand an das Skandalblatt "Hush-Hush" verkauft, Ed Exley ein aalglatter Streber, der dem Erbe seines berühmten Vaters gerecht werden will und sich auch gegen die Loyalitätscodes seiner Kollegen wendet, wenn es seiner Karriere hilft, und Bud White ein brutaler und nicht allzu gewiefter Schläger, der vor allem dann rot sieht, wenn Frauen Gewalt angetan wird. Ihre einzige Gemeinsamkeit besteht darin, daß sie alle von den Dämonen ihrer Vergangenheit gejagt werden. Jeder einzelne wird sich ihnen im Verlauf der Handlung stellen müssen - mit verblüffenden Ergebnissen...

In einem Besetzungscoup, den man als genial bezeichnen muß, übertrugen Hanson und sein Produzent Arnon Milchan zwei der Hauptrollen den relativ unbekannten australischen Darstellern Russell Crowe und Guy Pearce, denen man als Zuschauer völlig unbefangen entgegentritt. Nur zögernd will man mit diesen anfangs brüsk und negativ dargestellten Hardboiled-Cops sympathisieren. Wenn die einzige Identifikationsfigur nach zwei Dritteln in einer schockierenden Szene eliminiert wird, ist man gezwungen, sich auf ihre Seite zu schlagen. Kein Zuschauer wird es bereuen, mit diesen beiden Desperados durch ein Fegefeuer geschickt zu werden, das vom lange überfälligen Comeback des Polizeifilms zeugt. In weiteren Rollen agieren James Cromwell als väterlicher Police-Officer, Danny DeVito als wieselhafter Klatschreporter, Kim Basinger als Edelprostituierte und David Strathairn als Millionär mit ausgefallenen Vorlieben. Sie sind ebenso gut wie das Topteam hinter der Kamera. Gemeinsam haben sie einen meisterlichen Policier geschaffen, der am Ende des Jahres zu den Klassenbesten gehören wird. ts.

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Info

Plakat des Films: L.A. Confidential
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 04.12.1997

USA 1997

Länge: 2 h 16 min

Genre: Thriller

Originaltitel: L.A. Confidential

Regie: Curtis Hanson

Drehbuch: Brian Helgeland, Curtis Hanson

Musik: Jerry Goldsmith

Produktion: Arnon Milchan, Brian Helgeland, Curtis Hanson, Michael G. Nathanson

Kostüme: Ruth Myers

Kamera: Dante Spinotti

Schnitt: Peter Honess

Ausstattung: Jeannine Oppewall, William Arnold

Auszeichnungen

2 Oscars: 1 Golden Globe:

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