Kinostart: 09.03.2006

David Kross

David Kross
als Michael Polischka

Jenny Elvers
als Miriam Polischka

Erhan Emre

Erhan Emre
als Hamal

Oktay Inanç Özdemir
als Erol

Kida Khodr Ramadan
als Barut

Arnel Taci
als Crille

Kai Michael Müller
als Matze

Hans Löw
als Kommissar Gerber

Jan Henrik Stahlberg
als Dr. Klaus Peters

Amy Mußul
als Lisa

Georg Friedrich
als Holger Hagenbeck

Marc Zwinz
als Strippe

Henriette Müller
als Jule

Eva Löbau
als Elke

Fabian Krüger
als Rainer der K

Stephan Grossmann
als Hotte

Roland Florstedt
als Captain Nemo

Franziska Jünger
als Simone

Stefan Konarske
als Dirk

Roman Kaminski
als Stubenwilli

Christian Ulmen
als Mann

Handlung

Unerwarteter Tapetenwechsel für den 15-jährigen Michael Polischka (David Kroß) aus Berlin: Nachdem Mutter Miriam (Jenny Elvers-Elbertzhagen) ihrem solventen Lover (Jan Henrik Stahlberg) den Laufpass gab, muss das Duo aus der Zehlendorfer Villa ins chaotische Neukölln umsiedeln. Dort gerät Michael prompt mit den falschen Leuten aneinander, muss Errol (Oktay Özdemir) und seiner Gang Schutzgeld zahlen. Ein Deal mit dem Hehler Hamal (Erhan Emre) soll Erleichterung bringen. Miriam ahnt derweil nichts von der Gefahr, in der ihr Sohn schwebt.

An einem realistischen und schonungslosen Großstadtstraßendrama versucht sich der sonst eher für heiter-melancholische Kost bekannte Regisseur Detlev Buck ("Wir können auch anders", "Männerpension").

Michael Polischka kommt an seinem 15. Geburtstag mit seiner Mutter (Jenny Elvers-Elbertzhagen) in den rauen Berliner Bezirk Neukölln. Deren Liebhaber im schicken Zehlendorf hat sie rausgeschmissen, ab geht's in die neue schäbige Wohnung im Hinterhof. Während die Lady sich nach solventen Lovern umschaut und doch nur Loser aufs Laken schleppt, muss sich der Sohn gegen eine türkische Gang und deren skrupellosen Anführer wehren, sieht sich zu einem Einbruch gezwungen und ist schon bald als Drogenkurier dick im Geschäft.

Weil der reiche Liebhaber seiner Mutter ihnen die Koffer einfach vor die Türe gestellt hat, muss der 15-jährige Michael Polischka mit der Mama in den Berliner Problembezirk Neukölln umziehen. Die Gangs haben hier das Sagen und wer nicht zahlt, kriegt schnell ein paar aufs Maul. Vom gewalttätigen Erol und seinen Jungs etwa, die niemanden fürchten - außer den mächtigen Drogenboss Hamal. Und ausgerechnet den gewinnt der aufgeweckte Polischka zum Freund. Wegen seines Talents als Rauschgiftkurier.

Kritik

Detlev Buck, bekannt für seinen trockenen Humor, mal ganz anders: Im rauen Berliner Bezirk Neukölln steht ein Fünfzehnjähriger vor der Entscheidung, Täter oder Opfer zu sein.

Hoher Ausländeranteil, mangelnde Integration, brutale Bandenkriminalität, Drogenmafia - du hast keine Chance, aber nutze sie. Die Krawalle der Pariser Banlieue lassen grüßen. In dieses Milieu kommt Michael Polischka an seinem 15. Geburtstag mit seiner Mutter (Jenny Elvers-Elbertzhagen). Deren Liebhaber im schicken Zehlendorf hat sie rausgeschmissen, ab geht's in die neue schäbige Wohnung im Hinterhof. Während die Lady sich nach solventen Lovern umschaut und doch nur Loser aufs Laken schleppt, muss sich der Sohn gegen eine türkische Gang und deren skrupellosen Anführer wehren, die ihn nicht nur zusammenschlagen, sondern auch Handy und Schuhe abnehmen. Falls er nicht weiterhin zahlt, drohen die Typen ihm Schlimmeres an. Um an das nötige Geld heranzukommen, bricht Michael mit zwei Kumpels aus der Nachbarschaft in das ihm bekannte Haus in Zehlendorf ein. Beim Verscherbeln der Ware trifft er Hamal, einen gefürchteten Drogenboss und Paten des Viertels. Dem gefällt sein "ehrliches Gesicht". Und schon bald ist er als Drogenkurier dick im Geschäft. Beim Szenario von alltäglicher Gewalt und Gegengewalt spart Buck nicht an harten Situationen, "Happy Slapping" inklusive. Die Figuren sind keine klischeebeladenen Pappkameraden, sondern Personen mit Hintergrund. Auf Schwarz-weiß-Zeichnung wird verzichtet, selbst der abgebrühte Quäler schiebt mal als besorgter Papa den Kinderwagen (den sein "Opfer" sogar noch die U-Bahn-Treppe mit hinaufträgt), kauft Windeln und winselt bei seiner Freundin um Wohlwollen. Buck bricht den sozialen Realismus mit manchmal befreiendem, manchmal auch bitterem Humor, ohne von der insgesamt unerbittlichen Linie abzuweichen. Geborgenheit gibt es nicht. Die Heranwachsenden schlittern auf der schiefen Bahn dem Abgrund entgegen, trinken "auf die Gefahr". Dass alles seinen Preis hat, merkt der Junge, als sein "Chef" eine Geste der "Loyalität" verlangt. Da geht es plötzlich um das tödliche Dilemma "der andere oder ich". Eine Entdeckung ist David Kross in seiner Mischung aus Naivität und Cleverness, Trotz und Verletzbarkeit, der sich wünscht, dass es "mal still ist" in seinem Kopf. Alexander Mitscherlichs beschworene "Unwirtlichkeit unserer Städte" und seine Anstiftung zum Unfrieden erhalten hier eine neue Dimension. Etwas aufgesetzt wirkt das beliebte Berliner "Wir sind Bronx"-Gefühl, das einen falschen Ton in die Bemühung um Authentizität bringt. Was aber letztlich in diesem düsteren Großstadtfilm zählt, ist die Geschichte vom Ende einer Kindheit, vom Ende der Unschuld. Und die ist stark. mk.

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Info

Plakat des Films: Knallhart
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 09.03.2006

Deutschland 2006

Länge: 1 h 39 min

Genre: Drama

Originaltitel: Knallhart

Regie: Detlev Buck

Drehbuch: Gregor Tessnow, Zoran Drvenkar

Buchvorlage: Gregor Tessnow

Musik: Bert Wrede

Produktion: Claus Boje

Kostüme: Jale Kustaloglu

Kamera: Kolja Brandt

Schnitt: Dirk Grau

Ausstattung: Udo Kramer

Website: http://www.knallhart-derfilm.de

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