Emotionales Drama über einen Mann, der den Traum seiner verstorbenen Frau ausleben möchte.

Kinostart: 23.03.2016

Die Handlung von Kirschblüten - Hanami

Als der Arzt Trudi (Hannelore Elsner) anvertraut, ihr Mann Rudi (Elmar Wepper) habe Krebs im Endstadium, trifft sie eine einsame Entscheidung. Sie beschließt, die schwere Erkrankung geheim zu halten und folgt dem Rat des Doktors: Eine letzte gemeinsame Unternehmung, die sie bislang nie realisierten. Doch als sie ihre Kinder und Enkel in Berlin besuchen, sind diese mit sich selbst beschäftigt. Beide fahren weiter an die Ostsee, wo Trudi plötzlich stirbt. Rudi verzweifelt.

Ein Witwer beginnt das Leben mit neuen Augen zu sehen und reist von Deutschland nach Japan, um die unerfüllten Träume seiner Frau zu finden: Doris Dörrie ("Männer") behandelt ein trauriges Thema mit einer menschlichen, tragikomischen und fröhlichen Liebesgeschichte.

Rudi (Elmar Wepper) und Trudi (Hannelore Elsner), ein etwas in die Jahre gekommenes Ehepaar möchte noch einmal eine letzte gemeinsame Reise machen. Was nur Trudi weiß: Ihr Mann ist todkrank. Doch als sie es ist, die überraschend stirbt, nimmt sich ihr Mann vor, für sie ihre nie ausgelebten Träume wahrzumachen.

Trudi muss eine niederschmetternde Diagnose verdauen: Ihr Mann Rudi leidet unter Krebs im Endstadium. Sie verschweigt dem Kranken das Schreckliche, überredet ihn zu einem Besuch bei Kindern und Enkelkindern in Berlin, zu ein paar stillen Tagen an der Ostsee. Doch das Schicksal schlägt eine unerwartete Kapriole, nicht Rudi stirbt, sondern Trudi. Erst da erfährt der Witwer von den vergessenen Sehnsüchten seiner Frau, die gerne nach Japan gereist wäre. Er sieht sie mit anderen Augen, macht sich auf nach Nippon.

Kritik zu Kirschblüten - Hanami

Auf der Berlinale stürmisch gefeiert: Doris Dörries poetisch-zärtliche Liebesgeschichte mit Elmar Wepper und Hannelore Elsner, die erst nach dem Tod zueinander finden.

Doris Dörre hat ein Faible für Japan, nach "Erleuchtung garantiert" und "Der Fischer und seine Frau" entführt sie erneut in dieses fremde und ferne Land. Die innere Reise beginnt im tiefen Bayern, dort erfährt Trudi die niederschmetternde Diagnose - ihr Mann leidet unter Krebs im Endstadium. Der Rat des Arztes: noch etwas zu unternehmen, die letzten Tage zu genießen. Sie verschweigt dem Kranken das Schreckliche, überredet ihn zu einem Besuch bei Kindern und Enkelkindern in Berlin, zu ein paar stillen Tagen an der Ostsee. Doch das Schicksal schlägt eine unerwartete Kapriole, nicht Rudi stirbt, sondern Trudi. Und erst da erfährt der Witwer von den vergessenen Sehnsüchten seiner Frau, die gerne Butoh-Tänzerin geworden und nach Japan gereist wäre. Er sieht sie mit anderen Augen, macht sich auf nach Nippon.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt strahlt der Film mit ausgeprägtem Bewusstsein für Vergänglichkeit eine im deutschen Kino seltene Kraft aus. Die Kirschblüten in ihrer schmerzlichen Schönheit als Symbol der Endlichkeit werden zum tragenden Element, zur Metapher für die Augenblicke im Leben, die man festhalten muss, weil sie in ihrer Einzigartigkeit nie wiederkommen. Der sonst so bodenständige Bayer (Bayerischer Filmpreis für Elmar Wepper), der sich mit Hut und Mantel wie in einer emotionalen Trutzburg versteckt, verliert die Angst vor dem Unbekannten, wagt sich heraus aus dem Mini-Appartements seines in Tokio arbeitenden Sohnes, geht auf die Straße und taucht ein in die Geräusche der Großstadt, in ihre Farben und ihre Tradition, lässt sich wie auf einer Welle mittragen. Eine seelische Häutung. Bei seinen Spaziergängen trifft er im Park unter blühenden Kirschbäumen auf eine junge Butoh-Tänzerin, die sich in einem stummen Rhythmus selbstvergessen bewegt. Und es geschieht ein kleines Wunder, zwei Menschen verstehen sich mit Gesten, Blicken und einem Lächeln über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg, was zählt ist das Verständnis füreinander - das seinen Kindern in ihrem Egoismus fehlt. Reine Magie entsteht, wenn Yu dem verknöcherten Verwaltungsangestellten beibringt, sich im Zeitlupentempo zu bewegen, eine neue Wahrnehmung zu erfahren. Wie befreit von der Last des Alters und des Alltags öffnet er sich unbekannten Momenten des Glücks, findet zum Dialog mit seiner Frau. Mit dem Mädchen fährt er zum mystischen Mount Fuji und nach ein paar Tagen reißt der Schleier aus Wolken auf. Im märchenhaften Licht empfindet er ein letztes Mal intensive Nähe zu Trudi, tanzt er in ihrer Kleidung in den Tod, vereint in einer Liebe, die stärker ist als der Tod. Trotz Tränen, Trauer und Wehmut verlässt man wie schwebend das Kino. 1983 drehte Doris Dörrie den Spielfilm "Mitten ins Herz", 25 Jahre später trifft sie mit ihrem bisher wohl reifsten Werk über nicht eingelöste Versprechungen und unerfüllte Wünsche erneut "mitten ins Herz". mk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 23.03.2016

Deutschland 2007

Länge: 2 h 7 min

Genre: Drama

Originaltitel: Kirschblüten - Hanami

Regie: Doris Dörrie

Drehbuch: Doris Dörrie

Musik: Claus Bantzer

Produktion: Harry Kügler, Molly Fürstenberg

Kostüme: Sabine Greunig

Kamera: Hanno Lentz

Schnitt: Frank Johannes Müller, Inez Regnier

Ausstattung: Bele Schneider

Website: http://www.kirschblueten-film.de