Wunderschöne, dramatische Liebesgeschichte zweier junger Männer, die lernen, zu ihrer Liebe zu stehen - auch gegen den Druck der Gesellschaft.

Kinostart: 25.10.2012

Sebastian La Cause
als Russ

Julianne Nicholson
als Claire

Sarah Hess
als Katie

Roberta Kirshbaum
als Katies Mutter

Jamie Petrone
als Katies Cousin

Maria Dizzia
als Vivan

Stella Schnabel
als Esther

Jodie Markell
als Jill

Justin Reinsilber
als Dan

Souleymane Sy Savane
als Alassane

Ed Vassallo
als Thomas

Miguel de Toro
als Igor

Shane Stackpole
als Luca

Chris Lenk
als Stricher

Die Handlung von Keep the Lights On

Der dänische Filmemacher Erik lebt in New York und arbeitet dort an einer Dokumentation über den unbekannten Avery Willard, der im Underground der Gay Community wirkte. Zum Missfallen seiner Schwester kommen für den Mittdreißiger Karriere und Familie nicht in Betracht, aber immerhin lernt er in dem gut verdienenden Paul einen festen Freund kennen. Doch die Partnerschaft mit dem heimlich Cracksüchtigen steht unter keinem guten Stern. Paul verlässt ihn eines Tages grundlos und Erik versucht jahrelang, die verpfuschte Beziehung wieder aufzunehmen.

Kritik zu Keep the Lights On

Die nuancierte Studie eines einsamen Schwulen, dessen Partnerschaft auf zermürbende Weise scheitert, gewann den Teddy Award.

In seinem autobiografisch inspirierten New Yorker Independent-Drama fängt Ira Sachs ("Married Life") die Realität urbaner Homosexualität um die Jahrtausendwende ein. Er interessiert sich nicht für Coming-Outs, Schwulenrechte oder Identitätskrisen, sondern betrachtet mit melancholischer Selbstverständlichkeit eine zehn Jahre anhaltende Beziehung zwischen zwei sehr verschiedenen Männern, die gemeinsam einsam bleiben. Die sensible Chronik einer toxischen Romanze, Bergmanns "Szenen einer Ehe" nicht unähnlich, profitiert von natürlichen Darstellern und erhielt auf der Berlinale 2012 den Teddy Award.

Wenn Erik (Thure Lindhardt) allein ist, und das ist er oft, ruft er so lange Nummern durch, bis er einen Sexpartner findet, mit dem er ein paar Stunden im Bett seine Einsamkeit verdrängt. Gegen das Drängen seiner Schwester (Paprika Steen mit kurzer Leinwandpräsenz) behauptet er seinen Lebensstil - keine Familie, keine Karriere -, bis er in Paul (Zachary Booth) einen festen Freund findet und mit ihm zusammenzieht. Ihre Lebensentwürfe unterscheiden sind gravierend: Erik werkelt jahrelang an einer Doku über eine Untergrund-Figur der Gay Community und führt seine - sehr freizügig gefilmten - One-Night-Stands fort, was ihn bei HIV-Tests zittern lässt. Der gesetzte Paul hingegen hat einen festen Job, aber ein schmutziges Geheimnis: er raucht Crack.

In Intervallen schildert Sachs nun, wie Erik nicht mit Paul, aber auch nicht ohne ihn kann. Als Paul ihn grundlos verlässt und eine Entziehung verweigert, verhindert die ruhige Regie ein Melodrama und zeigt erniedrigende Abhängigkeiten auf: Paul ist nach Crack süchtig, Erik nach Paul, beide körperlich wie emotional. Die Jahre vergehen, aber Eriks Ratlosigkeit, wie die verpfuschte Beziehung weitergeführt werden kann, bleibt. Es ist ein langer Weg für ihn, sich einzugestehen, dass es nicht funktioniert und Paul, den er weiter liebt, gehen zu lassen.

Damit teilt Sachs der Hoffnung, sich selbst (oder andere) zu ändern, eine ernüchternde Absage. Seine Studie eines Mannes, dessen Liebesbedürfnis unerfüllt bleibt, der selten Nähe, aber oft Distanz erfährt und über die Krisen kaum zu sprechen vermag, vermittelt dies mit sanfter Sensibilität. Psychologisch bleibt Sachs oft vage, erkundet nie zu tief, was die Figuren antreibt, ängstigt, bewegt. Er verstummt wie der von seiner eigenen Unentschiedenheit gequälte Erik. Ein kleines, kunstaffines Queer Movie, das auch in der Tradition eines Kenneth Anger steht.

tk.

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Info

Plakat des Films: Keep the Lights On

Kinostart: 25.10.2012

USA 2012

Genre: Drama

Originaltitel: Keep the Lights On

Regie: Ira Sachs

Drehbuch: Mauricio Zacharias, Ira Sachs

Musik: Arthur Russell

Produktion: Lucas Joaquin, Ira Sachs, Marie-Therese Guirgis, Iddo Pratt, Alex Scharfman

Kostüme: Liz Vastola

Kamera: Thimios Bakatakis

Schnitt: Affonso Goncalves

Ausstattung: Amy Williams

Website: http://www.salzgeber.de/kino/#keepthelights