Pilotfilm zur 2. Staffel der Krimiserie.

Kinostart: nicht bekannt

Götz Schubert

Götz Schubert
als Helmut Enders

Manfred Zapatka

Manfred Zapatka
als Jan Haroska

Barnaby Metschurat

Barnaby Metschurat
als Leo Falckenstein

Melika Foroutan
als Sylvia Henke

Saskia Vester
als Kristin Bender

Billey Demirtas
als Mehmet Kilic

Jördis Triebel
als Maria Hernandez

Daniel Zillmann
als Stefan Mahler

Jürgen Vogel
als Han

Bernhard Schütz
als Vize-Polizeipr

Alma Leiberg
als Karen Mornau

André M. Hennicke
als Aoun

Devid Striesow
als Keitel

Daniela Holtz
als Karin Hansch

Muriel Wimmer
als Yasmin Hansch

Valerie Koch
als Manuela Mahler

Steffi Kühnert
als Britta Niegisch

Kathrin Angerer
als Frau Stieglitz

Rainer Winkelvoss
als Georg Enskat

Margret Völker
als Claudia Peters

Peter Kurth
als Dr. Waldhausen

Doris Abeßer
als Frau Ewald

Luise Helm
als Sabrina

Michael Rotschopf
als Karsten Stieglitz

Christian Redl
als Sallek

Kritik

Als das ZDF vor gut einem Jahr die Krimiserie "KDD - Kriminaldauerdienst" startete, waren die Reaktionen derart überwältigend, als hätten Sender und Produktionsfirma das Genre völlig neu erfunden. Gemessen an den üblichen Freitagsgemächlichkeiten ("Der Alte") wirkten Handlung und Machart in der Tat revolutionär: Wo sonst kantenlose und moralisch über jeden Zweifel erhabene Kommissare ermittelten, tummelten sich nun verkrachte Existenzen, die zum Teil selbst von dem Sumpf profitieren, den sie doch eigentlich trocken legen sollen. Hinzu kam eine verwirrende dramaturgische Konstruktion, weil auf mehreren Ebenen gleichzeitig erzählt wurde. Gleichzeitig gab es aber auch eine durchgehende Geschichte. Eine höchst unruhige Inszenierung schließlich dürfte beim betagten ZDF-Publikum für Symptome von Seekrankheit gesorgt haben.

Die Quotenentwicklung war eine einzige Talfahrt (von 4,6 auf 2,9 Millionen, "Der letzte Zeuge" hat fast doppelt so viele Zuschauer), aber da es Preise hagelte (unter anderem Deutscher Fernsehpreis, Adolf Grimme Preis), gibt's nun die Fortsetzung. Erneut setzen die Autoren (Lars Kraume, Edward Berger und Orkun Ertener) auf die Mischung aus sinistrem Kapitalverbrechen und ergreifender Menschelei, so dass die Folgen mitunter aussehen, als hätte sich das Ensemble aus dem "Großstadtrevier" an den Schauplatz des Sat.1-Mehrteilers "Blackout" verirrt. Die Fäden aus der ersten Staffel, die mit einem Hinterhalt am Berliner Gendarmenmarkt endete, werden wieder aufgegriffen: Nach wie vor sind ranghöchste Kreise in mafiöse Strukturen verstrickt. Immer wieder hinkt Jürgen Vogel durchs Bild, der als Kronzeuge die Hintermänner auffliegen lassen will, deshalb zum Abschuss freigegeben wird und schließlich in einer quälend realistisch inszenierten Aktion den Gangsterboss (André Hennicke) ertränkt. Allerdings tritt die Geschichte auch etwas auf der Stelle; genau genommen geht alles wieder von vorne los.

Die Mischung allerdings ist ohne Frage reizvoll: hier Korruption, Politik und Mafia, dort alltägliche Geschichten wie die Beschwerde einer Frau, die sich durch einen Kollegen belästigt fühlt, familiäre Dramen wie der Tod einer lebensmüden Mutter, die vor den Augen ihrer Kinder vom Balkon stürzt, oder der tragische Irrtum einer Polizistin, die einen Wodka-Diebstahl für eine Bagatelle hält; bis die Diebe ihren Kollegen erschießen. Die Inszenierungen imponieren erneut durch herausragende Leistungen der überwiegend treffend besetzten Darsteller (hervorzuheben: Götz Schubert und Manfred Zapatka). Die Regisseure (Edward Berger, Andreas Prochaska, Züli Aladag) pflegen nach wie vor diesen entfesselten Stil, der auch dann noch Dynamik suggerieren soll, wenn eigentlich gar nichts passiert. Einfache Gespräche werden durch eine Vielzahl von Schnitten in lauter kleine Partikel zerhackt. Die ständig wechselnden Positionen der zudem permanent schwenkenden und zoomenden Kamera verraten zwar eine immense Hingabe bei der Bildgestaltung (zum Auftakt: Jens Harant), doch zur Wahrheitsfindung trägt der ganze Aufwand nur wenig bei. Deshalb wirkt "KDD" bei allem inhaltlichen Ehrgeiz optisch in erster Linie prätentiös. tpg.

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Info

Plakat des Films: KDD - Kriminaldauerdienst: Am Abgrund

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2008

Genre: Thriller

Originaltitel: KDD - Kriminaldauerdienst: Am Abgrund

Regie: Edward Berger

Drehbuch: Edward Berger, Oliver Hein-Macdonald

Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas

Produktion: Michael Polle, Kathrin Breininger

Kamera: Jens Harant, Heinz Wehsling

Ausstattung: Claus-Rudolf Amler