Einer der Hits des Sundance Film Festival 2005: Tragikomödie über eine Kunsthändlerin, die die Südstaaten-Familie ihres Ehemanns kennenlernt und mit ihrem Besuch die Familiendynamik ins Schwanken bringt.

Kinostart: 01.03.2007

Amy Adams

Amy Adams
als Ashley Adams

Embeth Davidtz

Embeth Davidtz
als Madeleine

Ben McKenzie

Ben McKenzie
als Johnny Johnsten

Alessandro Nivola
als George Johnsten

Celia Weston
als Peg Johnsten

Scott Wilson
als Eugene Johnsten

Frank Hoyt Taylor
als David Wark

Die Handlung von Junebug

Galeristin Madeleine (Embeth Davidtz) reist nach North Carolina, um einen Maler unter Vertrag zu nehmen. Ihr frisch angetrauter Mann George (Alessandro Nivola) fährt mit, um ihr seine dort lebende Familie vorzustellen. Madeleine erfährt schnell, wieso er das bislang vermieden hat: Die Südstaatler sind ein ziemlich beschränktes Häuflein. Vor allem Bruder Johnny (Benjamin McKenzie) ist ein Ekelpaket, seine hochschwangere Frau Ashley (Amy Adams) redet ihr Leben schön. Und bei den Eltern brechen Ängste und Verbitterung aus.

Lakonisch-langsame Tragikomödie der stillen Art, in der die kosmopolitische auf die provinzielle USA trifft. Die Anatomie einer Landfamilie weist schrullige, doch sehr lebensechte Charaktere auf. Amy Adams' anrührendes Spiel erhielt eine Oscar-Nominierung.

Die frisch mit dem attraktiven und etwas geheimnisvollen George verheiratete Kunsthändlerin Madeleine will einen Deal mit einem zurückgezogen lebenden Maler abschließen und ihn deshalb in seinem Heimatdorf in North Carolina besuchen. Ehemann George erklärt sich bereit, Madeleine auf dem Trip zu begleiten und sie endlich seiner in der Nähe lebenden Familie vorzustellen. Das Erscheinen des verlorenen Sohnes und seiner kultivierten Ehefrau sorgt dafür, dass lange verborgene Ängste und Verbitterungen zum Vorschein kommen und die mühselig im Lot gehaltene Familienbalance ins Wanken bringen.

Die frisch mit dem attraktiven George verheiratete Kunsthändlerin Madeleine will einen Deal mit einem zurückgezogen lebenden Maler abschließen und ihn deshalb in seinem Heimatdorf besuchen. Ehemann George erklärt sich bereit, Madeleine auf dem Trip zu begleiten und sie endlich seiner in der Nähe lebenden Familie vorzustellen. Das Erscheinen des verlorenen Sohnes und seiner kultivierten Ehefrau sorgt dafür, dass lange verborgene Ängste und Verbitterungen zum Vorschein kommen und die Familienbalance ins Wanken bringen.

Kritik zu Junebug

Kosmopolitische Städter und das bibeltreue Landvölkchen sind die Antipoden, deren Reibung Motor für eine skurrile, warmherzige Anatomie einer dysfunktionalen Südstaatenfamilie wird.

Die zwei disparaten Gesichter der USA - das kosmopolitische Großstadtleben und das antiintellektuelle, zurückgebliebene Landmilieu - treffen weit harmonischer aufeinander, als die nach Kulturschock klingende Prämisse vermuten lässt. Auch wenn sich die beiden Welten unvereinbar wieder trennen. Um einen Künstler zu gewinnen, reist die Chicagoer Galeristin Madeleine (Embeth Davidtz) nach North Carolina. Ihr frisch angetrauter Mann George (Alessandro Nivola) fährt mit, um ihr seine in unmittelbarer Nachbarschaft lebende Familie vorzustellen. Aber im sittenstrengen Bible Belt ticken nicht nur die Uhren anders. George scheint der einzige normale einer nicht gerade angenehm verschrobenen Familie.

Sein Bruder Johnny (Ben McKenzie) ist eine grenzdebile Dumpfbacke, die nur Verachtung und kalte Wut für seine Mitmenschen übrig hat. Unsympathischer wurde selten eine Figur gezeichnet. Seine hochschwangere Frau Ashley hat sich mit neurotischer Überdrehtheit gegen den ekelhaften Vollverlierer abgeschottet und wähnt sich hyperaktiv plappernd in einer heilen Welt. Ihr gelten alle Sympathien. Amy Adams stellt die naive werdende Mutter in einer tragikomischen oscarnominierten Performance dar. Auch die Eltern sind ernsthaft gestörte Typen, deren Erfahrungswelt hinter der Ortskirche endet. Selbst der Künstler stellt sich als verschrobenes, judenfeindliches Unikum heraus, das obszöne Kriegsbilder pinselt. Ein Menschenschlag von verstörender Schlichtheit - reinstes "Borat"-Terrain. Dennoch: Der zentrale Konflikt liegt bei Madeleine, die zwischen ihrer Aufgabe als Kunsthändlerin und der Familie wählen muss.

Phil Morrison führt seine Figuren nicht vor oder ergreift eindeutig Partei. Er nimmt sich viel Zeit für genaue Charakterzeichnungen und poetische Impressionen. Sein lakonisch-langsamer Erzählgestus lässt viel geschehen, beobachtet dabei genau und spart nicht an leisen komischen Szenen. Das handgemachte Independent-Kino ohne Politur entpuppt sich nachgerade als Musterexemplar des zuletzt erstarkten "Sideway"-Genres - ein aus dem Leben geschnittener "Meet the Parents". Dass Johnnys krass asoziales Verhalten freilich keinerlei Konsequenzen nach sich zieht, ist wohl die eigentliche Überraschung dieser politisch ganz schön unkorrekten Americana, die diese Familie trotz all ihrer Tücken umarmt. tk.

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Info

Plakat des Films: Junebug

Kinostart: 01.03.2007

USA 2004

Länge: 1 h 46 min

Genre: Drama

Originaltitel: Junebug

Regie: Phil Morrison

Drehbuch: Angus MacLachlan

Produktion: Mindy Goldberg, Mike S. Ryan

Kostüme: Danielle Kays

Kamera: Peter Donahue

Schnitt: Joe Klotz

Ausstattung: David Doernberg