superbe One-Woman-Show mit Tilda Swinton als alkoholabhängige Kidnapperin, die Muttergefühle für ihr Opfer entwickelt.

Kinostart: 19.06.2008

Die Handlung von Julia

Alkoholikerin Julia (Tilda Swinton) ist ein animalisches Miststück, das nachts Männer verschlingt und tagsüber im sozialen Abseits steht. Ihren Billigjob verliert sie wegen Unzuverlässigkeit, ihren einzigen Freund Mitch (Saul Rubinek) vergrault sie. Dann engagiert die mexikanische Nachbarin sie als Fahrerin, weil sie ihren beim Großvater lebenden Sohn entführen möchte. Aber Julia kidnappt den 9-Jährigen lieber auf eigene Rechnung - ein schwerer Fehler.

Erick Zonca

Julia ist Alkoholikerin und Schlampe. Ihren Billigjob verliert sie wegen Unzuverlässigkeit. Als sie eine mexikanische Nachbarin bittet, das Auto zu fahren, mit dem sie ihren beim Opa lebenden Sohn entführen möchte, kidnappt Julia den Neunjährigen lieber auf eigene Rechnung, um den Großvater um zwei Mio. Dollar zu erleichtern. Doch alles läuft schief.

Julia ist eine animalische Frau, Objekt der Begierde, Schlampe und ein Wrack, wacht nach One Night Stands angeekelt auf. Ihren Billigjob verliert sie wegen Unzuverlässigkeit. Eine mexikanische Nachbarin möchte ihren beim Opa lebenden Sohn entführen, Julia soll das Auto lenken. Die kidnappt den Neunjährigen lieber auf eigene Rechnung, um den Großvater um zwei Mio. Dollar zu erleichtern. Nach einer Irrfahrt landet sie mit dem Jungen in Mexiko. Dort schnappen sich ihn einheimische Kidnapper, die nun Lösegeld von ihr fordern.

Kritik zu Julia

Eine superbe One-Woman-Show mit Tilda Swinton als alkoholabhängige Kidnapperin, die Muttergefühle für ihr Opfer entwickelt.

Am Anfang stand Helmut Newtons außergewöhnliches Foto einer rothaarigen Frau, die im BMW durch L.A. düst. Erick Zonca ("La vie revée des anges") wollte dieses glamouröse Image mit Gewalt verbinden, mit einer Person, die unter dem Einfluss von Alkohol sich mehr und mehr verliert, sich zerstört. Julia ist eine animalische Frau, die Nacht ist ihr Revier. Sie ist Objekt der Begierde, Schlampe und ein Wrack, tanzt wie wild, macht Männer an und wacht nach One Night Stands angeekelt auf. Ihren Billigjob verliert sie wegen Unzuverlässigkeit, ihren einzigen Freund Mitch stößt sie vor den Kopf. Eine Beziehung könnte in Verbindlichkeit ausarten. Eine mexikanische Nachbarin möchte ihren beim Opa lebenden Sohn entführen, Julia soll das Auto lenken. Die geht scheinbar auf den Plan ein und kidnappt den Neunjährigen lieber auf eigene Rechnung, um den Großvater um zwei Mio. Dollar zu erleichtern. Alles läuft schief, nach einer Irrfahrt landet sie mit dem Jungen in Mexiko. Dort schnappen sich ihn einheimische Kidnapper, die nun Lösegeld von ihr fordern.

Erick Zonca stellt in diesem Genre-Mix aus Action, Drama und Psychogramm zwei Menschen gegenüber - die permanent plappernde und notorisch lügende Julia, den schweigsamen und nach der Wahrheit fragenden Jungen, der reifer ist als die 40jährige, die sich weigert erwachsen zu werden und vor der Realität flüchtet. Wie aus der Verantwortung ablehnende eine Verantwortung übernehmende Frau wird, die plötzlich Muttergefühle hegt und wie ein Löwe für ihr Junges kämpft, das wird bei einer vor Energie strotzenden Tilda Swinton, der einstigen Derek Jarman-Muse, zur spektakulären und furiosen Performance. Wenn sie auf High Heels schwankt, morgens hastig in fremden Zimmern ihre Klamotten zusammen sucht, sich wie der letzte Dreck vorkommt und vergeblich versucht, die Tiefschläge des Lebens zu parieren, das ist eine bärenstarke Leistung. Es gibt keine Moral im schockierenden Bildnis einer Trinkerin, bei dem die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwinden, und kein Urteil über die Figur, sie muss die Konsequenzen ihrer Taten tragen. Am Ende Lebenswut, keine Erlösung, aber eine Entwicklung. Julia weiß, dass außerhalb ihres egozentrischen Kosmos auch noch andere Menschen existieren, für die es sich zu leben lohnt. Ein Berlinale-Highlight. mk.

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Info

Plakat des Films: Julia
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 19.06.2008

Belgien/Frankreich/Mexiko/USA 2008

Länge: 2 h 24 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Julia

Regie: Erick Zonca

Drehbuch: Aude Py, Erick Zonca

Produktion: Bertrand Faivre, François Marquis

Kostüme: April Napier

Kamera: Yorick Le Saux

Schnitt: Philippe Kotlarski

Ausstattung: François-Renaud Labarthe

Website: http://www.julia.kinowelt.de