Musikdokumentation über den Frontmann der Punkband The Clash.

Kinostart: 24.05.2007

Handlung

Die 1976 gegründete Combo The Clash ("London Calling") gilt als eine der musikalisch einflussreichsten Punkbands der ersten Generation. Ihr Frontmann, Sänger und Gitarrist Joe Strummer (eigentlich John Graham Mellor), schrieb mit ihr Musikgeschichte. Als Songwriter und Rock'n'Roll-Legende prägte er viele Zeitgenossen, die sich zu Wort melden: Weggefährten wie Bono von U2, die Schauspieler Matt Dillon, Johnny Depp, John Cusack und Indie-Ikone Jim Jarmusch erzählen über seine Musik, Persönlichkeit und sein politisches Anliegen.

Der renommierte Dokumentarfilmer Julien Temple ("Great Rock 'n' Roll Swindle") schuf eine intime Hommage an den Dezember 2002 verstorbenen Musiker und Freund. So entstand ein reizvolles Denkmal für die internationale Symbolfigur der Punkbewegung.

Joe Strummer war der Sänger und Frontmann der legendären Punk- und Rockband The Clash, die in den 70er- und 80er-Jahren ihre größten Erfolge zu verzeichnen hatte. Er starb am 22. Dezember 2002. Die Musikdokumentation lässt Lebensbegleiter des exzentrischen Sängers wie z.B. Bono von U2, Jim Jarmusch und Johnny Depp zu Wort kommen und erschafft damit ein eindrückliches Bild über ein Musikerleben und eine vergangene Ära.

Kritik

Julien Temple, der sich bereits mit Dokumentationen über die Sex Pistols einen Namen machte, lässt in dieser Hommage an den Clash-Sänger Joe Strummer eine ganze Musikära wieder aufleben. In einer unkonventionellen und frischen Inszenierung kommt neben Freunden und Weggefährten auch die Punk-Rock-Größe selbst zu Wort.

Joe Strummers Liebe zum Feuer war nicht nur seinen engsten Vertrauten bekannt. Doch neben den sprichwörtlich verbrannten Fingern am bürgerlichen Establishment, verehrte er das heiße Element auch auf eine ganz reale Art und Weise. So war der ehemalige Pfadfinder ein großer Fan der Institution Lagerfeuer. Und so wie sich der 2002 kurz vor Weihnachten Verstorbene oft an den lodernden Holzscheiten niederließ, versammelte Regisseur Julien Temple für seine Dokumentation über den Punk-Rocker verschiedene Weggefährten in unterschiedlichen Teilen der Welt um eben so ein Feuer. Die Bilder (Kamera Ben Cole), die so entstanden, verfallen dabei zwar hin und wieder dem Kitsch, doch schafft es Temple ebenso ein wohlig warmes Abenteuergefühl zu erschaffen, mit Hilfe dessen es sich vortrefflich in alten Erinnerungen schwelgen lässt.

Und schwelgen dürfen viele: Freunde, ehemalige Bandmitglieder und Prominente aus der Kunst-, Film und Musikbranche. Vor allem bei letzteren hält sich der Informationsgewinn allerdings in Grenzen. So dass einen das ungute Gefühl überkommt, dass Namen wie Johnny Depp, Damien Hirst und Bono entweder als werbewirksame Zugpferde oder als unumstößliche Unterstreichung Strummers Einflusses auf die Popkultur dienen sollten. Beides wäre unnötig und so hält sich auch Temples Doku erfreulicherweise nicht allzu lange mit dem Namedropping des Who-Is-Who der Kulturschaffenden auf.

Die Interviewpassagen werden immer wieder mit Archivmaterialien, bei denen Temple dank guter Verbindungen aus den Vollen schöpfen konnte, ergänzt: Auf alten Super 8 Aufnahmen ist Klein-Strummer beim Spielen zu sehen, von Temple nachträglich animierte Comics des Sängers illustrieren dessen sprudelnde Kreativität und schließlich erzählt Strummer selbst von einschneidenden Erlebnissen seines Lebens. Wir erfahren wie der junge Strummer als Sohn eines Diplomaten zuerst in der Türkei und Ägypten aufwuchs, bevor er in England in einem Internat landete. Hier lernte er allerdings neben Mathe und Englisch vor allem eins: seine Abneigung gegenüber jeglicher Form von Autorität.

Nach Umschmeichelungen der Hippieszene und anschließender Beteiligung bei Londoner Hausbesetzungen findet der rastlose junge Wilde zu der Ausdrucksform, die ihn weltberühmt werden ließ: Die Punk-Rock-Musik; und hier vor allem seine Band "The Clash".

Und so widmet auch Temple die meiste Zeit seines etwas zu langen 123-Minutenfilms der Clash-Ära. Trotzdem schaffter es Joe Strummer auch außerhalb der alles überwuchernden Band zu zeigen. Es wird das Bild eines intelligenten, nachdenklichen und ambitionierten Künstlers gezeichnet, der nicht nur bei seinen engsten Vertrauten einen bleibenden Eindruck hinterließ.

Julien Temple ist eine eindruckvolle, von Zeit zu Zeit etwas zu beweihräuchernde, aber letztendlich immer ehrliche Hommage an einen der ganz Großen des Rockbusiness gelungen. Auf unkonventionelle Art und Weise erzählt er von einem unkonventionellen Leben, dessen Faszination man sich nur schwer entziehen kann. Und ganz nebenbei entsteht das beeindruckende Zeitgemälde einer vergangenen Ära. Alt-Punks, Rockabillies oder solchen, die sich dafür halten sei dieses Musikerporträt also wärmstens empfohlen. Keep on Rocking! mahe.

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Info

Plakat des Films: Joe Strummer: The Future Is Unwritten
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 24.05.2007

Großbritannien/Irland 2007

Länge: 2 h 4 min

Genre: Doku

Originaltitel: Joe Strummer: The Future is Unwritten

Regie: Julien Temple

Produktion: Alan Moloney, Anna Campeau, Amanda Temple

Kamera: Ben Cole

Schnitt: Niven Howie, Mark Reynolds

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