Intensives, mit religiösen Motiven gespicktes Roadmovie über einen jungen Heroinabhängigen und seine Odyssee durch die USA zu Beginn der siebziger Jahre.

Kinostart: nicht bekannt

Billy Crudup

Billy Crudup
als FH

Samantha Morton

Samantha Morton
als Michelle

Denis Leary

Denis Leary
als Wayne

Jack Black
als Georgie

Will Patton
als John Smith

Greg Germann
als Dr. Shanis

Holly Hunter
als Mira

Dennis Hopper
als Bill

Handlung

FH ist ein bemerkenswerter junger Mann: Bei seiner drogengetränkten Odyssee durch die USA zu Beginn der siebziger Jahre scheint alles von einem Fluch befallen zu sein, was er berührt. So muss er diverse Katastrophen und Unglücke - so zum Beispiel den Drogentod seiner Freundin - verkraften, aber immerhin findet er nach zahlreichen Rückschlägen seine persönliche Erlösung.

Der liebenswerte Loser FH, kurz für Fuckhead, lässt sich im Mittleren Westen der siebziger Jahre durch das Milieu der Junkies und Kleinkriminellen treiben. Zufallsbekanntschaften, etwa mit der kratzbürstig-liebenswerten Michelle, der gelähmten Alkoholikerin Mira oder einem Mann mit einem Jagdmesser im Auge, bestimmen seinen Alltag - ebenso wie die stete Suche nach dem nächsten Schuss Heroin oder die ewige Jagd auf ein paar schnelle Dollars, um ein paar Bier und einige Tequilas kaufen zu können.

Fuckhead, kurz FH, schlägt sich durch den Mittleren Westen im Amerika der 70er Jahre, immer auf der Suche nach dem nächsten Schuss. Dabei lernt er eine Reihe eigentümlicher Leute kennen. Originelles Roadmovie.

Kritik

Die 70er Jahre sind ein filmisch attraktives Nostalgie-Thema, als Pop- und Rockmusik die Szene beherrschte und die Träume psychedelisch, freiheitsliebend und menschenfreundlich abenteuerlustig waren. Alison Macleans sehr atmosphärisches Roadmovie um einen liebenswert unbeholfenen Loser ist kurzweilige, witzige Kinounterhaltung mit einem ebenso amüsanten wie nachdenklichen Blick auf die Absurditäten des Lebens, der dem jungen Publikum ebenso wie den älteren, sich erinnernden Zuschauern Spaß macht.

Weil immer da, wo er auftaucht, etwas schief geht mit oft katastrophalen Ausmaßen, hat der junge Junkie-Lebensphantast seinen Spitznamen weg: Fuckhead. Weil er aber den Charme eines unschuldigen Kindes und keinerlei Hinterlist, sondern vielmehr eine verblüffende Offenheit hat, ist er unwiderstehlich sympathisch, muss man ihn einfach lieben. In Denis Johnsons Kurzgeschichtensammlung "Jesus'Son", 1992 erschienen und gleich von der US-Literaturkritik gefeiert, ist dieser Fuckhead entschieden weniger handsome, härter, ungeschliffener. Newcomer-Star Billy Crudup ("The Hi-Lo-Country", "Almost Famous") spielt ihn charismatisch als staunenden jungen Mann mit dem beneidenswerten Talent, nicht erwachsen zu werden. Independent-Regisseurin Alison Macneal hat die Short-Story-Struktur von Johnsons Buch in eine episodische Erzählform übernommen und dabei erfrischend achronologische, anekdotische Sprünge zu einer reizvollen Dramaturgie der Überraschungen stilisiert. Fuckheads Odyssee beginnt zwar Mitte der 70er Jahre irgendwo im Mittleren Wester der USA, als er per Anhalter in einen schrecklichen Unfall verwickelt wird. Doch dann geht es wie ein ungeordnetes Gedanken-Assoziations-Puzzle weiter als eine überraschende Folge von emotionalen, abenteuerlichen, romantischen, bizarren Situationen an wechselnden Orten. Wie das Leben mit Drogen und jenseits der bürgerlichen Normen halt so spielt. FH und seine Freundin Michelle (kratzbürstig und sanft: Samantha Morton) lernen sich auf einer alten Farm kennen, lieben sich im Holiday Inn, streiten sich. Sie verlässt ihn, und er trifft einen Kumpel (fabelhaft: Denis Leary), mit dem er dessen Haus kaputtschlägt, um die Kupferdrähte der Stromleitungskabel in Heroin umzusetzen. Als Michelle schwanger ist, überwindet FH sich und nimmt einen Job in der Notaufnahme einer Klinik an, wo Autor Denis Johnson einen wunderbar absurden komischen Auftritt hat mit einem Jagdmesser im rechten Auge. Fuckheads Begegnungen werden im Verlauf des Films immer aberwitziger, nachdem Michelle an einer Überdosis stirbt und er sich halluzinierend im Krankenhaus wiederfindet. Er rasiert Dennis Hopper, der zwei Wundmale in den Wangen hat, weil seine Frau ihm eine Kugel quer durch den Kopf gejagt hat. Er freundet sich mit Holly Hunter an, die als gelähmte Mira bei den Anonymen Alkoholikern auftaucht. Alison Macneal inszeniert die kurzen Stories als intensive, aber auch immer wieder distanzierte tragikomische Stimmungsbilder, die das Staunen im Kino von neuem möglich machen. fh.

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Info

Plakat des Films: Jesus' Son
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: nicht bekannt

USA 1999

Länge: 1 h 47 min

Genre: Drama

Originaltitel: Jesus' Son

Regie: Alison Maclean

Drehbuch: Oren Moverman, Elizabeth Cuthrell, David Urrutia

Musik: Joe Henry

Produktion: Lydia Dean Pilcher, Elizabeth Cuthrell, David Urrutia

Kamera: Adam Kimmel

Schnitt: Stuart Levy, Geraldine Peroni

Ausstattung: David Doernberg, Andrea Stanley