Biographisches Drama mit einer brillianten Natalie Portman, die die ehemalige First Lady Jackie Kennedy in den Tagen nach der Ermordung JFKs verkörpert.

Kinostart: 26.01.2017

Handlung

Einige Tage im Leben einer Ikone der 60er Jahre, einer First Lady, die schon zu Lebzeiten zur Legende wurde.

Sie ist elegant, kultiviert, populär. Als Präsidentengattin verwandelt sie das Weiße Haus in einen glamourösen Ort, an dem sich die High Society trifft, in dem aber auch die Kultur zuhause ist.

Und sie ist vielleicht die erste Frau in dieser Position, die um die Kraft der Medien weiß: Sie lässt ein Kamerateam ins Weiße Haus und öffnet es damit für alle Amerikaner.

Ihr Leben ändert sich schlagartig, als ihr Mann. John F. Kennedy. am 22. November 1963 in Dallas erschossen wird. Nach einer Präsidentschaft, die viel zu kurz war, um mit großen Erfolgen in die Geschichtsbücher einzugehen – wie der von ihr verehrte Präsident Lincoln, der ebenfalls einem Attentat zum Opfer fiel.

Im Bruchteil einer Sekunde verliert Jackie alles, was ihr Leben ausmacht – ihre Liebe, ihre Aufgabe, ihr gesichertes Glamourdasein.

Trotz des Schocks, unter dem sie steht, initiiert sie einen beeindruckenden Trauermarsch durch Washington und sorgt dafür, dass sich die Welt für immer an JFK erinnern wird.

Pablo Larraín, dem schon mit "Neruda" ein eindrucksvolles Porträt gelang, nähert sich der Kultfigur in dem ihm eigenen Stil: verwegen, überraschend, mit eigenwilliger Musik. Er zeigt Jackie als Mensch, als Frau.

Im Mittelpunkt des facettenreichen Porträts dieser vielleicht größten Unbekannten der Moderne steht die Frage: Wie war sie, was hat sie empfunden, damals in den Tagen, als ihre Welt zusammenbrach?

Kritik

Exquisites Drama über Jacqueline Kennedy, das sich auf die Zeit kurz nach dem Attentat auf ihren Mann konzentriert.

Pablo Larrain, dessen unkonventionelles Biopic über den Poeten und Politiker "Neruda" von seinem Heimatland Chile für die Oscars eingereicht wurde, ist 2016 mit einem weiteren Biopic, das sich ebenfalls Oscar-Hoffnungen machen kann, in den Kinos: "Jackie" über die Frau von John F. Kennedy (und Aristoteles Onassis) verzeichnete einen hervorragenden Locationschnitt beim limited Release in den nordamerikanischen Kinos. Der bereits für den Oscar-nominierten "No" und "El Club" hochgeschätzte Filmemacher übernahm die Regie von Darren Aronofsky, der als Produzent mit seiner Protozoa an Bord blieb. An Bord blieb auch die für seinen "Black Swan" Oscar-prämierte Natalie Portman als Titelheldin. Sie ist das auch in Trauer makellose Gesicht des Filmes und glänzt in einer weiteren starken Performance als die von Regisseur und Drehbuchautor Noah Oppenheim zwiespältig angelegte First Lady und Stilikone. Sie konzentrieren das Porträt auf wenige, hochdramatische Wochen, vor, während und vor allem kurz nach dem Attentat auf ihren Mann. Die dramaturgische Klammer liefert ein Interview, das Jackie - selbst- und zielbewusst, aber auch zerbrechlich - einem Journalisten (Billy Crudup) gibt, um ihre Sicht zu schildern und sich ihren Platz (und den ihres Mannes) in der Geschichte zu sichern. Hier geht es um Jackie und nur am Rand um J.F.K., die in anderen Filmen verewigt wurden wie dem höchst populären von Oliver Stone, und auch weniger um das tödliche Attentat - auch wenn es in blutigen Bildern präsent ist. Geschildert wird viel mehr, wie Jackie die Beerdigung ihres Mannes als ein an Abraham Lincolns Beerdigung erinnernden Medien-wirksamen Trauermarsch und Staatsakt inszeniert. Denn (ein Platz in der) Geschichte ist ihr wichtig, wie auch der von ihr moderierte Rundgang durch das Weiße Haus demonstriert. Diese eindrucksvollen Szenen, die einem realen Dokumentarfilm nachempfunden sind bzw. auf dessen Material zurückgreift und es mit neu gedrehtem kombiniert, sind der Kern von "Jackie". Der für die Öffentlichkeit inszenierte Rundgang, in dem Jackie quasi mit Dauerstrahlen die von ihr gekaufte bzw. renovierte historische Einrichtung präsentiert, wird von weiteren Rundgängen komplettiert, in denen Jackie noch im blutverschmierten rosa Kostüm, das sie in Dallas trug, und später in anderer, aber immer höchst schicker Kleidung trauernd durch die Zimmer wandelt. Das sind die besten Szenen in diesem Drama, in dem man selten ganz ins Innere der Titelfigur sehen kann, weil sie trotz Trauer und Verzweiflung so sehr um den Schein bemüht ist. Figuren mit Herz sind Greta Gerwig als Jackies Assistentin und John Hurt als ihr Beichtvater im hochkarätigen, durchgehend auf hohem Niveau agierenden Ensemble. Exquisit in Ausstattung und Kostüm und mit einem ungewöhnlichen Score aus moderner E-Musik und dem "Camelot"-Musical versehen empfiehlt sich dieses bereits in Venedig und von diversen Kritikervereinigungen prämierte Porträt für Oscar-Würden.

hai.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 26.01.2017

USA/Chile 2016

Länge: 1 h 40 min

Genre: Doku

Originaltitel: Jackie

Regie: Pablo Larraín

Drehbuch: Noah Oppenheim

Musik: Mica Levi

Produktion: Mickey Liddell, Pascal Caucheteux, Scott Franklin, Ari Handel, Darren Aronofsky, Juan de Dios Larraín

Kostüme: Madeline Fontaine

Kamera: Stéphane Fontaine

Schnitt: Sebastián Sepúlveda

Ausstattung: Jean Rabasse

Website: http://tobis.de/film/jackie

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