Skurriler Stop-Motion-Animations-Film um Hunde, die auf eine Insel verbannt werden.

Kinostart: 10.05.2018

Handlung

Der Leibwächterhund Spot des despotischen Kobayashi ist der erste Hund, der auf eine gewaltige Mülldeponie verbannt wird. Was den Pflegesohn des Bürgermeisters auf den Plan ruft. Als Atari mit einer Bruchlandung auf der Insel der Hunde aufschlägt, ist von Spot keine Spur zu finden. Dafür freundet sich der Junge mit fünf zerzaust aussehenden Alphahunden an, die auf die Namen Chief, King, Boss, Duke und Rex hören und Atari bei seiner Suche helfen. Derweil regt sich in Megasaki City Widerstand gegen die Regierung.

Der Sohn des despotischen Bürgermeister macht sich auf einer Mülldeponie auf die Suche nach seinem verbannten Hund. Skurriler Stop-Motion-Animationsfilm von Wes Anderson, der die futuristischen Sechziger mit der minimalistischen Ästhetik Japans verbindet.

Kritik

Skurriler Stop-Motion-Animations-Film um Hunde, die auf eine Insel verbannt werden.

Nie hat Wes Anderson mehr Zeit zwischen zwei Projekten verstreichen lassen wie zwischen "Grand Budapest Hotel", der die Berlinale im Jahr 2014 eröffnete, und "Isle of Dogs - Ataris Reise", sein zweiter Ausflug in die Welt der Animation nach "Der fantastische Mr. Fox" und sein insgesamt neunter Film. Die Zeit wurde optimal genutzt, denn die Geschichte eines Jungen in einem futuristischen Japan, der alles aufs Spiel setzt, um seinen auf eine Müllinsel verbannten Hund wiederzufinden, ist die schönste, penibelste und perfekteste Arbeit des amerikanischen Filmemachers: ein Wunderwerk der Stopmotion-Animation, das durch seinen Einfallsreichtum und visuelle Gestaltung ebenso besticht wie durch seine Erzählung, die kaum überraschender sein könnte.

Hinreißend sind auch die vielen Verweise auf das japanische Kino, wobei die Anime-Filme von Hayao Miyazaki ein ebenso großes Vorbild waren wie Großmeister Akira Kurosawa, insbesondere dessen Großstadtfilme der Sechzigerjahre. Letzten Endes ist das aber Makulatur, denn "Isle of Dogs - Ataris Reise" ist Wes Anderson durch und durch, dessen wie mit dem Geodreieck gezogenen Kadragen und immer leicht gestelzte literarische Erzählhaltung eine so wunderbare Mimikry mit dem strengen japanischen Minimalismus und der prägnanten Ästhetik eingehen, dass man kaum weiß, wo das eine beginnt und das andere aufhört. Ein bisschen schwingen auch, um bei den Sechzigern zu bleiben, Godard und Truffaut mit, "Alphaville" und "Fahrenheit 451", weil auch dieser Film eine Dystopie erzählt, in der der Bürgermeister von Megasaki City, der despotische Kobayashi, alle Hunde aus der Stadt deportieren lässt.

Um mit gutem Beispiel voranzugehen, ist Kobayashis eigener Leibwächterhund Spots der erste, der auf eine gewaltige Mülldeponie verbannt wird. Was den Pflegesohn des Bürgermeisters auf den Plan ruft, Atari, der nicht ohne seinen vierbeinigen Freund auskommen will. Als Atari allerdings mit einer Bruchlandung auf der Insel der Hunde aufschlägt, ist von Spots keine Spur zu finden. Dafür freundet sich der Junge mit fünf zerzaust aussehenden Alphahunden an, die auf die Namen Chief, King, Boss, Duke und Rex hören und Atari bei seiner Suche helfen, während sich in Megasaki City Widerstand regt gegen die Pläne der Regierung, die Hunde radikal auszumerzen. Es gibt wilde Verstrickungen, schicksalhafte Fügungen und viele trockene Gags, wie man es von Anderson gewohnt ist, Familien werden wieder zusammengeführt und die Tür zu einer schöneren Zukunft geöffnet auf dem Weg zum Showdown.

Wie zuletzt schon "Grand Budapest Hotel" findet sich auch in dieser adrett angerichteten Puppenhauswelt auch eine politische Dimension: Ausgrenzung, Populismus, Identität, aber auch der Wille zur Veränderung spielen wichtige Rollen, ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen. Aber als Unterfütterung reichern sie den ohnehin schon so verschwenderisch üppigen Film zusätzlich an und machen ihn zu einem Vergnügen mit doppeltem Boden. Und einem optimalen und würdigen Eröffnungsfilm für die 68. Berlinale. ts.

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Info

Plakat des Films: Isle of Dogs - Ataris Reise
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 10.05.2018

USA/Deutschland 2018

Länge: 1 h 42 min

Genre: Animation

Originaltitel: Isle of Dogs

Regie: Wes Anderson

Drehbuch: Roman Coppola, Jason Schwartzman, Wes Anderson

Musik: Alexandre Desplat

Produktion: Scott Rudin, Jeremy Dawson, Steven M. Rales, Wes Anderson

Kostüme: Susanne Morthorst Staal

Kamera: Tristan Oliver

Schnitt: Andrew Weisblum, Edward Bursch, Ralph Foster

Ausstattung: Adam Stockhausen, Paul Harrod

Website: http://www.fox.de/isle-of-dogs

Auszeichnungen

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