Beziehungskomödie von Sherry Hormann, in der ein unfruchtbarer Anwalt den leiblichen Vater seiner Kinder sucht.

Kinostart: nicht bekannt

Herbert Knaup

Herbert Knaup
als Thomas Neumann

Corinna Harfouch

Corinna Harfouch
als Bettina

Richy Müller

Richy Müller
als Johannes

Axel Milberg
als Phillip

Dominik Graf
als Lorenz

Natalia Wörner
als Susanne

Robert Gwisdek
als Leo

Adele Neuhauser
als Schlegel

Lena May Graf
als Gina

Jochen Striebeck
als Dr. Hoffmann

Handlung

Der erfolgreiche Anwalt Thomas hat zwei Kinder und ist glücklich verheiratet, jedoch ahnungslos, daß seine heimliche Geliebte Susanne ebenfalls ein Baby von ihm will. Nachdem alle Bemühungen fehlschlagen, sucht Susanne einen Arzt auf, der jedoch ihre Fruchtbarkeit bestätigt. Sie schickt den unbekümmerten Thomas zur Untersuchung, der erfährt, daß er schon immer zeugungsunfähig war.

Anwalt Thomas ist mit Corinna glücklich verheiratet und Vater von zwei Kindern. Als seine Geliebte Susanne jedoch ebenfalls ein Kind von ihm will, beginnt sein Leben aus den Fugen zu geraten. Bei einem Fruchtbarkeitstest stellt sich nämlich heraus, daß er schon immer zeugungsunfähig war. In der Folge versucht Thomas, den wahren Vater seiner Kinder zu finden. Mit seinen unorthodoxen Recherchemethoden bringt er dabei nicht nur sich selbst, sondern auch Freunde und Familie an den Rand des Wahnsinns.

Das glückliche, erfüllte Leben des erfolgreichen Anwalts Thomas gerät aus den Fugen, als er erfährt, daß er unfruchtbar ist. Ab nun beherrscht nur eine Frage sein Leben: Wer ist der Vater seiner Kinder? Nette deutsche Komödie mit glanzvoller Besetzung.

Kritik

Sherry Hormann trifft die Männer dort, wo es wehtut: zwischen den Beinen. Natürlich ist die Geschichte des Erfolgsmachos Thomas, dessen gemütlich eingerichtete Welt in Scherben geht, als er erfährt, daß seine Kinder aufgrund seiner Impotenz nicht von ihm sein können, kein feministisches Manifest, sondern wie die beiden Vorgänger der Deutsch-Amerikanerin eine Gratwanderung zwischen ernsthaftem, aber nicht ernstem Drama und beherztem Beziehungsspaß. Der griffige Titel und eine namhafte Besetzung künden davon, daß sich "Irren ist männlich" an der Kinokasse einiges vorgenommen hat.

Mit einigem Spaß an der Freud steuert Sherry Hormann alle Beteiligten in eine Komödie der Wirrungen, die sich vor allem auf ein Drehbuch verlassen kann, das sich nach verhaltenem Start deutlich steigert. Wie das Gros der federleichten bundesdeutschen Romantikschwänke ist auch diese Story von des Widerspenstigen Zähmung in der gehobenen Mittelklasse der Republik angelegt (die Protagonisten wären ohne Handy ebenso aufgeschmissen wie die fröhlich eindimensionalen Yuppies in "Workaholic"), aber für die Regisseurin ist das nur Voraussetzung, um Thomas ("Sieger" Herbert Knaup zunächst auf der Verliererseite) noch tiefer fallen lassen zu können. Daß Sherry Hormanns Sympathien seiner Frau Bettina (Corinna Harfouch mit ebenso großem Geheimnis wie in "Sexy Sadie") gehören, ist verständlich: Denn obwohl sympathisch und weltgewandt, gehört Anwalt Thomas jener Spezies Mann an, die nach Gunther Sachs' Maxime lebt, in der eine "ausgelebte Untreue" Vorzug erhält vor "erzwungener Treue". Für ihn ist es kein Problem, Gerichtstermine, Familienidylle und Besuche bei der Geliebten Susanne unter einen Hut zu bringen. Erst als die auf ein eigenes Baby pocht, gerät seine Welt aus den Fugen: Besuche beim Arzt bestätigen, daß er zeugungsunfähig ist - und schon immer war. Bei der Suche nach dem wahren Erzeuger seiner Kinder versammelt der gehörnte Ehemann die üblichen Verdächtigen in seinem Haus, denen er zutraut, sie hätten seiner Frau bei gemeinsamen Sonnenurlauben näher kommen können.

Zugegeben, ein wenig fadenscheinig ist die Was-wäre-wenn-Konstruktion schon, die sich Sherry Hormann und ihre Drehbuchautorin Kit Hopkins haben einfallen lassen, um ihren Film in Fahrt zu bringen. Aber wenn Knaup erst einmal seine vermeintlichen Widersacher Philipp (gibt dem Affen Zucker: Axel Milberg) und Lorenz (Dominik Graf beweist als Darsteller unerwartete Qualitäten) um sich versammelt hat, entwickelt "Irren ist männlich" aufgrund der optimalen Chemie der Darsteller eine verblüffende Eigendynamik. Daß der Schlüssel zu Thomas' Dilemma letztlich bei seinem Bruder, dem Priester Johannes (Richy Müller) liegt, der nicht nur beim Fluchen und Nippen am Meßwein weltliche Tendenzen zeigt, offenbart Sherry Hormann in einem geschickten Zug schon sehr früh: Ihr Ziel ist es, den wissenden Zuschauer miträtseln zu lassen, wie sich Thomas und Bettina aus der prekären Situation befreien werden.

Wenigen Filmen aus Deutschland ist in letzter Zeit das Kunststück gelungen, daß man sich nicht nur für den Ausgang der Geschichte, sondern auch für das Innenleben seiner Figuren interessiert. In dieser Social Comedy ist das der Fall. Da enttäuscht einzig der Umstand, daß sich die Filmemacher immer wieder mit etwas albernem Slapstick die Gunst des Publikums zu sichern versuchen. Eine Regisseurin wie Sherry Hormann hat es mittlerweile längst nicht mehr nötig sich anzubiedern. Das beweist sie mit diesem Film, der Herz und Kopf anspricht. ts.

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Info

Plakat des Films: Irren ist männlich
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 1996

Länge: 1 h 35 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Irren ist männlich

Regie: Sherry Hormann

Drehbuch: Kit Hopkins

Musik: Peter Wolf

Produktion: Kirsten Hager, Eric Moss

Kostüme: Gabriele Binder

Kamera: Gérard de Battista

Schnitt: Norbert Herzner

Ausstattung: Heidi Lüdi

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