Drama über eine 50-jährige Witwe, die als Prostituierte das nötige Geld für die Heilung ihres kranken Enkels aufbringen will.

Kinostart: 14.06.2007

Siobhan Hewlett
als Sarah

Dorka Gryllus
als Luisa

Jenny Agutter
als Jane

Corey Burke
als Olly

Meg Wynn Owen
als Julia

Susan Hitch
als Beth

Flip Webster
als Edith

Handlung

Sorgen türmen sich für Maggie (Marianne Faithfull) auf. Ihr Enkel ist schwer erkrankt, doch ihr arbeitsloser Sohn Tom (Kevin Bishop) und seine Frau Sarah (Siobhan Hewlett) können sich die dringend benötigte Therapie nicht leisten. Die mittellose 50-jährige Witwe heuert verzweifelt im Rotlichtbezirk bei Sexclubbesitzer Mikky (Miki Manojlovic) an. Unter dem Pseudonym Irina Palm geht sie Männern zur Hand und steigt rasch zum Star des Etablissements auf. Mikky ist angetan von seiner neuen Fachkraft, Sohn Tom zunehmend argwöhnisch.

Warmherziges Sozialmärchen von Sam Garbarski, der nach "Der Tango der Rashevskis" erneut einen beachtlichen Publikumsliebling der Berlinale gedreht hat. Marianne Faithfull brilliert als "wanking widow" in einer moralsatirischen Balance zwischen Komödie und Drama.

Um das nötige Geld für die Heilung ihres kranken Enkels aufzutreiben, meldet sich die 50-jährige Maggie auf die Anzeige eines Sex-Etablissements. Der Chef will zunächst ablehnen, weil er nach jüngeren Frauen sucht, ist aber so fasziniert von der verwitweten Maggie, dass er ihr schließlich einen Job anbietet. Sie nimmt das Pseudonym Irina Palm an. Und lernt schon bald ihre ersten Kunden kennen.

Im stahlharten Sexbusiness von London sucht die Witwe Maggie das schnelle Geld, um eine Operation für ihren todkranken Enkel zu finanzieren. Im Club "Sexy World" in Soho wird sie angestellt und bringt dort am "Gloryhole" gierige männliche Glieder im Akkord im Minutentakt zum Erguss. Maggie wird zur Virtuosin der Handarbeit, ohne dass die Kunden ahnen, wer sich hinter Trennwand und Künstlername "Irina Palm" verbirgt. Aus einem nackten Dienstleistungsbetrieb macht Maggie eine Karikatur des bürgerlichen Küchenmilieus.

Kritik

Sängerin Marianne Faithfull glänzt in einem urkomischen modernen Märchen als wächserne Witwe, die sich im Sexbusiness von Soho freischwimmt.

In der britischen Tradition von "Calendar Girls", "Ganz oder gar nicht" und "Brassed Off" gelingt dem belgischen, in Deutschland geborenen Regisseur Sam Gabarski ("Der Tanz der Rashevskis") mit seinem zweiten Spielfilm eine teils zu Lachstürmen hinreißende, warmherzige Komödie aus dem Rotlichtmilieu. Ausgerechnet hier, im eigentlich stahlharten Sexbusiness made in London, sucht die unscheinbare Witwe Maggie (Marianne Faithfull) das schnelle Geld, um eine Operation für ihren todkranken Enkel zu finanzieren. Was sie im Club "Sexy World" in Soho euphemistisch als "Hostess" deutet, stellt sich als Job für einfühlsame Frauenhände heraus, die mit Gleitmitteln am "Gloryhole" gierige männliche Glieder im Akkord gründlich und im Minutentakt zum Guss bringen. Maggie wird zur Virtuosin der Handarbeit, ohne dass die Kunden ahnen, wer sich hinter Trennwand und Künstlername "Irina Palm" verbirgt. Mit Kittelschürze, Kleenex, Kaffeekanne und Kitschbild in der Kabine macht die "wanking widow" Maggie aus einem nackten Dienstleistungsbetrieb eine Karikatur des bürgerlichen Küchenmilieus.

Marianne Faithfull gehört der Film, sie wurde auf der Berlinale die Königin der...Herzen. Fantastisch, wie sie sich, je erfolgreicher sie wird, eine befreundete Kollegin (Dorka Grylus, Shooting Star 2005) arbeitslos macht und unglaublich viele Pfunde ansammelt, aus ihrer Herkunft freischwimmt. Der gebückte Gang der anfangs alten Schachtel wird zielbewusst, der fast ständig gesenkte Blick wagt die aufrechte Konfrontation mit den Bridge-Freundinnen, denen bei der Enthüllung von Maggies Geheimnis die Kinnladen herunterklappen, und - man glaubt es nicht - beinahe wird Maggie abgeworben. Mindestens so grandios wie Faithfull spielt der aus Filmen von Emir Kusturica ("Underground") bekannte Miki Manojlovic als gutmütiger Clubbesitzer, der sich in die Oma im zweiten Frühling, die sich Respekt und einen Penisarm erarbeitet, verliebt. Am Ende der zärtlichen Erweckung eines alten Mädchens steht ein Kuss - und die Gewissheit, dass das moderne Märchen auch vor der Wand sein Publikum finden wird. ger.

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Info

Plakat des Films: Irina Palm
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 14.06.2007

Belgien/Deutschland/Frankreich 2007

Länge: 1 h 43 min

Genre: Drama

Originaltitel: Irina Palm

Regie: Sam Garbarski

Drehbuch: Philippe Blasband, Martin Herron

Produktion: Sébastien Delloye, Jani Thiltges, Christine Alderson

Kostüme: Anushia Nieradzik

Kamera: Christophe Beaucarne

Schnitt: Ludo Troch

Ausstattung: Véronique Sacrez

Website: http://www.irinapalm-derfilm.de

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