Brisanter authentischer Thriller um skandalöse Praktiken großer Industrie- und Medienkonzerne und dem Kampf zweier Männer für Integrität und Gerechtigkeit.

Kinostart: 27.04.2000

Al Pacino
als Lowell Bergman

Russell Crowe

Russell Crowe
als Dr. Jeffrey Wigand

Christopher Plummer

Christopher Plummer
als Mike Wallace

Diane Venora
als Liane Wigand

Philip Baker Hall
als Don Hewitt

Lindsay Crouse
als Sharon Tiller

Debi Mazar
als Debbie De Luca

Stephen Tobolowsky
als Eric Kluster

Colm Feore
als Richard Scruggs

Bruce McGill
als Ron Motley

Gina Gershon
als Helen Caperelli

Michael Gambon
als Thomas Sandefur

Rip Torn
als John Scanlon

Michael Paul Chan
als Norman, der Kameramann

Linda Hart
als Frau Wigand

Lynne Thigpen
als Frau Williams

Nestor Serrano
als FBI Agent Robertson

Hallie Kate Eisenberg
als Barbara Wigand

Cliff Curtis
als Sheikh Fadlallah

Renee Olstead
als Deborah Wigand

Robert Harper
als Mark Stern

Pete Hamill
als N. Y. Times Reporter

Wings Hauser
als Tobacco Lawyer

Michael Moore

Handlung

Dr. Jeffrey Wigand, ehemaliger Forschungsleiter eines Zigarettenherstellers, enthüllt dem renommierten Nachrichtenfernsehmagazin "60 Minutes" skandalöse Praktiken der Tabakkonzerne. Weil der TV-Sender eine Milliardenklage befürchtet, wird sein Interview aus der Sendung geschnitten. Wigand ist dem Selbstmord nahe. Doch der ehrenbewußte Produzent der Sendung setzt alle Hebel für ihn in Bewegung.

Dr. Jeffrey Wigand war bis vor kurzem als hochrangiger Angestellter bei einem Zigaretten-Konzern beschäftigt. Jetzt erklärt er sich bereit, in der Nachrichtensendung "60 Minutes" über die illegalen Geschäftspraktiken seines Ex-Arbeitgebers auszusagen. Doch als der allmächtige Boss der TV-Station CBS beschließt, das Interview aus "wirtschaftlichen" Gründen nicht auszustrahlen, bricht nicht nur für Wigand, sondern auch für "60 Minutes"-Moderator Lowell Bergman eine Welt zusammen.

Dr. Jeffrey Wigand, ehemals hochrangiger Angestellter bei einem Zigaretten-Konzern, lässt sich für die Nachrichtensendung "60 Minutes" über die illegalen Geschäftspraktiken seines Ex-Arbeitgebers interviewen. Doch dann untersagt der Boss des TV-Senders aus "wirtschaftlichen" Gründen die Ausstrahlung. Michael Manns beeindruckender Thriller, der sowohl die Machenschaften der Tabak-Industrie untersucht als auch einen Blick hinter die Kulissen des US-Fernsehens wirft. Mit Russell Crowe ("Gladiator") und Al Pacino hochrangig besetzt.

Kritik

Seinem packenden Kriminaldrama "Heat" läßt Regisseur Michael Mann vier Jahre danach einen explosiv-intensiven Thriller über teerschwarze Machenschaften in der Zigarettenindustrie mit Blick hinter die Kulissen einer korrupten Medienmaschinerie nachfolgen. Erzählt wird die authentische Geschichte eines Insiders, der dem renommierten Nachrichtenfernsehmagazin "60 Minutes" unter Einsatz seines Lebens skandalöse Praktiken der Tabakkonzerne enthüllte, um anschließend im Zuge geschäftsinterner Bedenken des TV-Senders im Stich gelassen zu werden. Getragen wird das atmosphärische Moral-Epos von den überragenden Darstellerleistungen Russell Crowes und Al Pacinos.

Das von Mann mitverfasste, vielschichtige Drehbuch beruht auf dem Artikel "The Man Who Knew Too Much" von Marie Brenner im Magazin Vanity Fair aus dem Jahre 1996. Darin wurde die moralische, finanzielle und familiäre Totaldestruktion des ehemaligen Forschungsleiters des Brown & Williamson-Konzerns, Dr. Jeffrey Wigand, geschildert, nachdem er mit seinem Wissen über die gezielte chemische Erhöhung des Nikotingehalts und der damit verbundenen Suchtsteigerung an die Öffentlichkeit trat. Dies erwies sich als besonders brisant im Licht einer Schadensklage gegen Zigarettenhersteller, deren Geschäftsführer kurz zuvor einem Kongresskomittee gegenüber ausgesagt hatten, daß ihr Produkt nicht süchtig mache und sie somit keiner Haftung unterliegen würden. Der in die Enge getriebene Mittelklasse-Jedermann Wigand wird im Film hervorragend von einem mit Übergewicht und blondgrauen Haaren fast nicht wieder zu erkennenden Russell Crowe ("L.A. Confidental") mit der schwelenden Wut eines wilden Stieres gespielt. Der zunächst zurückhaltende, da seinem ehemaligen Arbeitgeber vertraglich zu Stillschweigen verpflichtete Informant wird vom hyperaktiven "60 Minutes"-Über-Produzenten Lowell Bergman (Pacino verströmt aus jeder Pore Aufrichtigkeit und noble Ehrenhaftigkeit) zu seiner Aussage bewegt. Die Folgen sind verheerend: Über Wigand bricht eine schmutzige Rufmordkampagne herein, er wird mit Morddrohungen überhäuft, aufgrund des wachsenden Drucks wird er von seiner Frau verlassen und ist schließlich selbst dem Selbstmord nahe, als der CBS-Sender sein Interview, für das sein Leben vor die Hunde gegangen ist, aus der Sendung schneidet, um einer Klage der Zigarettenkonzerne zu entgehen. Doch die New York Times bekommt aus zuverlässiger Quelle Wind von der himmelschreienden Geschichte und setzt mit ihrer Veröfftlichung etliche Hebel in Bewegung.

Mann erzählt eine klassische David-gegen-Goliath-Saga, die auf zwei Ebenen ausgeweitet wurde. Auf der einen Seite stehen seine beiden Helden Wigand und vor allem Bergman, Männer ihres Wortes, die für Integrität und Moralbewußtsein stehen. Ihre schier unbezwingbaren Opponenten auf der anderen Seite sind das profitgierige Big Business - die Tabakindustrie und das Mediengeschäft - die letztlich durch die couragierte Bereitschaft zur Selbstaufopferung in die Knie gezwungen werden können. Mann versteht es dabei, selbst aus den banalsten Details, wie dem Hin und Her von Faxbotschaften, ein Maximum an Spannung herauszuquetschen. Eine Reihe von exzellenten Nebendarstellern - allen voran Christopher Plummer als arrogant-opportunistischer Nachrichtenmoderator Mike Wallace - verleihen dem beklemmenden Orwellschen Thriller zusätzliche Tiefe. Mit dem Einsatz von bedeutungsschwerer Stille wird zudem mehrmals die trübsinnige Schicksalshaftigkeit einzelner Entscheidungen unterstrichen. Bei einer Länge von 157 Minuten verlangt das bestechend exquisit gefilmte Moraldrama einen langen Atem von seinem Publikum, doch wird auch mit einem cineastischen Produkt feinster Machart aufgewartet - wie nicht anders zu erwarten von dem Macher von "Der letzte Mohikaner" und "Heat", der einmal mehr beweist, daß Qualität und Intelligenz durchaus Platz haben in hochmodernem Entertainment. ara.

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Info

Plakat des Films: Insider
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 27.04.2000

USA 1999

Länge: 2 h 38 min

Genre: Drama

Originaltitel: The Insider

Regie: Michael Mann

Drehbuch: Eric Roth, Michael Mann

Musik: Lisa Gerrard, Pieter Bourke

Produktion: Michael Mann, Pieter Jan Brugge

Kostüme: Anna B. Sheppard

Kamera: Dante Spinotti

Schnitt: William C. Goldenberg, Paul Rubell, David Rosenbloom

Ausstattung: Brian Morris, John Kasarda, Avi vi, James E. Tocci

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