Psycho-Thriller über eine New Yorker Professorin, die eine Affäre mit einem Polizisten hat, der den Mord an ihrer Nachbarin untersucht.

Kinostart: 30.09.2004

Meg Ryan

Meg Ryan
als Frannie Avery

Mark Ruffalo

Mark Ruffalo
als Detective James A. Malloy

Jennifer Jason Leigh

Jennifer Jason Leigh
als Pauline

Nick Damici
als Detective Richard Rodriguez

Sharrieff Pugh
als Cornelius Webb

Kevin Bacon
als John Graham

Michael Nuccio
als Frannies junger Vater

Alison Nega
als Verlobte von Frannies Vater

Patrice O'Neal
als Hector

Arthur Nascarella
als Captain Crosley

James Firo
als Detective Halloran

Nancy La Scala
als Baby Doll Dancer

Handlung

Englisch-Professorin Frannie Avery (Meg Ryan) wird Augenzeugin eines Geschlechtsaktes zwischen einer jungen Frau und einem mysteriösen Herren mit auffälliger Handgelenktätowierung. Kurz darauf klopft der auffällig am Handgelenk tätowierte Mordfahnder Malloy (Mark Ruffalo) an ihre Tür und bittet sie um Mithilfe in einem Mordfall betreffend die junge Frau, die Frannie eben noch beobachtet hat. Trotz ihrer Verwirrung und allerhand weiterer privater Konfliktstoffe lässt sich Frannie auf eine verhängnisvolle Affäre mit dem Ordnungshüter ein.

Jane Campion

Als wolle sie ihre eigenen Grenzen austesten, verstrickt sich die alleinstehende Literaturprofessorin Franny Thorstin in eine riskante sexuelle Affäre mit einem Cop, der den grausamen Mord an einer jungen Frau in ihrer New Yorker Nachbarschaft untersucht. Schon bald wächst ihr Misstrauen gegenüber den Motiven jedes Mannes, mit dem sie je Kontakt hatte - und gegenüber ihren eigenen.

Als die Englischprofessorin Frannie Avery in einer Bar Zeugin eines Blow-Jobs wird und just dessen vermeintlicher Empfänger am nächsten Tag als Mordermittler bei ihr auftaucht, gerät das Leben der New Yorkerin aus dem Gefüge. Sie beginnt zaghaft-neugierig eine Affäre mit dem Cop, obwohl immer mehr darauf hindeutet, dass er die Frau aus der Bar ermordet hat. Doch auch Frannies Vorzeige-Student Cornelius, ihr gestörter Exfreund sowie der Partner ihres Liebhabers machen sich verdächtig. Frannie zweifelt bald an allen Männern.

Kritik

Nach "Das Piano", "Portrait of a Lady" und "Holy Smoke" meldet sich Jane Campion nach vierjähriger Pause mit "In the Cut" zurück. Mit gewohntem Interesse an der weiblichen Psyche begibt sich die Australierin mit einem Thriller-Stoff auf ungewohntes Terrain - und mit ihr Hollywood-Sonnenschein Meg Ryan, der Campion einen beeindruckenden Image-Wechsel beschert: Sehr sexy, sehr nackt und sehr düster zeigt sich ihre Protagonistin in der überraschenden Rolle einer New Yorker Englischprofessorin, die in der Affäre mit einem Polizisten ihre sexuellen Abgründe erforscht. Und dies mit der besten Performance ihrer Karriere.

Campions Adaption von Susanna Moores erotischem Thriller, der mit explizit beschriebenen Liebesszenen für Aufsehen gesorgt hat, war ursprünglich als Starvehikel für Nicole Kidman gedacht. Diese zog sich jedoch aus der Besetzung zurück und behielt lediglich einen Producer-Credit zusammen mit Laurie Parker. Dem Film hat dies nicht geschadet: Geht doch Meg Ryan mit einer Unschuld und Neugier ans Werk, bei der man zwar bisweilen nicht umhin kann, an Kidmans Rolle in "Eyes Wide Shut" zu denken, der man aber ohne weiteres abnimmt, dass die Schauspielerin hier mutig und glaubwürdig ihre eigenen Grenzen austestet. Ihr wahrhaftiges Gesicht zeigt dabei auch die Stadt New York aus dem Blick von Campions brillantem Kameramann Dion Beebe ("Chicago"). Die Atmosphäre ist die eines drückendheißen Sommers in den Hinterhöfen von Manhattans East Village: stickig, schwül - und ungeschminkt wie Ryans Frannie Avery, aus deren stark fokussierter Perspektive hier erzählt wird.

Frannie unterrichtet englische Literatur an der New Yorker Universität und wird - womit Campion gleich in den ersten zehn Minuten das sexuelle Interesse als Richtung vorgibt - eines Tages in einer Bar Zeugin eines Blow Jobs. Das Tattoo, das Frannie auf dem Handgelenk des beobachteten Mannes bemerkt, entdeckt sie tags darauf an derselben Stelle bei einem unangenehm aufdringlichen Detective. Giovanni Malloy (Mark Ruffalo) ermittelt in einem Mordfall an einer jungen Frau in der Nachbarschaft - wie sich herausstellt an eben jenem Mädchen aus der Bar. Trotz bestehender Zweifel an der Aufrichtigkeit dieses Mannes aus einer anderen Welt lässt sich Frannie fasziniert und ängstlich zugleich von Malloy verführen. Schon kurz darauf findet sie sich in einer Affäre mit dem jüngeren Cop wieder, obwohl sich - während weitere grausame Morde geschehen - der Verdacht erhärtet, dass Malloy der Täter sein könnte. Aber auch Frannies Student Cornelius (Sharrieff Pugh), der der Professorin nachstellt, und ihr gestörter Exfreund James (Kevin Bacon) sowie Malloys schmieriger Partner Rodriguez (Nick Damici) machen sich verdächtig. Die Kreise ziehen sich enger.

Während die Regisseurin und ihre hervorragenden Darsteller auf psychologischer Ebene vollkommen überzeugen, gelingt es dem Skript nicht immer, diese in einen Zusammenhang mit dem vordergründigen klassischen Whodunnit-Stoff zu bringen, der Campion auch merklich kaum interessiert. Abgesehen von weiteren nackten, aber weniger expliziten Sexszenen verfolgt die Filmemacherin Frannies körperliches Erwachen insbesondere in den intimen Dialogen mit ihrer von Jennifer Jason Leigh verkörperten Halbschwester Pauline, deren Leidenschaften sie letztlich wie zu erwarten zum Opfer machen. Zwischen Leigh und Ryan stimmt die Chemie, wie vor allem auch zwischen der Hauptdarstellerin und Mark Ruffalo, der die unsympathische, sexistische Figur des Polizisten ohne Zweifel ausfüllt. Was so mit handwerklich hervorstechender Qualität und einem verstörenden Finale fasziniert, mag die Regisseurin als weibliche Variante eines klassischen Hitchcock-Themas sichtlich gereizt haben - zeigt jedoch gerade als solches im entscheidenden Moment deren Schwächen. Was am Ende bleibt, ist die missgestimmte Version von "Que Sera Sera", angelehnt an Hitchcocks "Der Mann der zuviel wusste" - und eine Hauptdarstellerin, der man von nun an weitaus mehr zutrauen muss, als einen gefaketen Orgasmus. cm.

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Info

Plakat des Films: In the Cut
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 30.09.2004

Australien/USA 2003

Länge: 1 h 58 min

Genre: Thriller

Originaltitel: In the Cut

Regie: Jane Campion

Drehbuch: Jane Campion, Susanna Moore

Buchvorlage: Susanna Moore

Musik: Hilmar Örn Hilmarsson

Produktion: Nicole Kidman, Laurie Parker

Kostüme: Alexis Scott, Beatrix Aruna Pasztor

Kamera: Dion Beebe

Schnitt: Alexandre de Franceschi

Ausstattung: David Brisbin

Website: http://www.inthecut-derfilm.de