Kinostart: nicht bekannt

Handlung

Zwischen 1976 und 1983 verschleppte die faschistische argentinische Militärdiktatur mehr als 30.000 Menschen. Auch die Journalistin Celia verschwindet in dem schmutzigen Krieg der Regierung gegen die eigenen Bürger spurlos. Die bescheidene Existenz ihres Mannes und Kindertheaterdirektor Carlos gerät aus der Bahn, als er alle Kräfte mobilisiert, um sie aufzuspüren. Derweil suchen ihn Schreckensvisionen von Opfern heim, mit denen er hilft, das Schicksal vieler verschwundener Menschen aufzuklären.

Politisches Drama um eine Journalistin, die in der argentinischen Militärdiktatur 1976-83 in die Foltermühlen der Faschisten gerät. Ihr zu hellseherischen Visionen fähige Mann will ihr Schicksal aufklären und gerät ebenfalls ins Visier der Militärs.

Kritik

Fast 14 Jahre dauerte es, bis Christopher Hampton sein Lieblingsprojekt realisieren konnte. Darin greift er ein brisantes Thema auf, den dreckigen Krieg im Argentinien der siebziger Jahre, die Zeit der Militärherrschaft, in der zigtausend Menschen einfach verschwanden. Mit Antonio Banderas und Emma Thompson ist der Polit-Thriller prominent besetzt.

Schon 1989 interessierte sich Hampton für dieses düstere Kapitel der argentinischen Geschichte, aber kein Produzent biss an. Erst als Antonio Banderas im Boot war, ging es voran. Banderas spielt Carlos Rueda, den Leiter eines Kindertheaters, dessen Frau von den Militärs entführt wird. Während die engagierte Journalistin in den Folterkellern der Junta Entsetzliches durchmacht, entwickelt ihr Mann eine Art Zweites Gesicht, er kann Menschen sagen, was mit ihren Angehörigen passiert ist, sieht, wo sie sich aufhalten, ob sie noch leben oder nicht. Sein übernatürliches Talent spricht sich schnell herum, bald pilgern Hunderte zu ihm, um etwas über die Verschwundenen zu erfahren. Nur bei seiner Frau funktioniert die Gabe nicht, in den kurzen Visionen kann er nur erkennen, wo sie sich mal aufhielt, aber nicht den gegenwärtigen Ort lokalisieren. Auch die Regierung wird aufmerksam auf den Mann, verfolgt den Störenfried, zerstört das Theater und kidnappt seine Tochter, die nach schrecklichen Vergewaltigungen eiskalt erschossen wird. "Imagining Argentina" begibt sich durch die Mischung von Traumsequenzen und Realität auf dünnes Eis. Der Film erzählt von der Liebe, die eine Familie zusammenhält, vom Widerstand gegen ein autoritäres Regime, vom Grauen der Diktatur und von mystischen Kräften. Diese Kombination funktioniert leider nicht, wie auch die Ausflüge in den magischen Realismus. Die Botschaft, nur die Imagination ermögliche das Überleben und durch die Imagination könne man die Welt in eine bessere verwandeln, ist sicherlich honorig, aber auch etwas naiv. Manche Szenen wirken gar lächerlich und bei aller Motivation und Anstrengung nimmt man Banderas die Rolle nicht so richtig ab.

Die spanisch-britische Koproduktion wurde in englisch und an Originalschauplätzen in Argentinien und Spanien gedreht, was dem Lokalkolorit des Films gut bekommt. In Argentinien sticht Hampton mit diesem Rückblick in die Vergangenheit in ein Wespennest, denn noch immer ist ein Großteil der Mörder nicht vor Gericht gestellt, das Schicksal der Verschwundenen nicht geklärt. Unterschiedlich die Reaktionen in Venedig: Pfiffe und Buhrufe bei der Presse, Beifall beim Publikum. mk.

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Info

Plakat des Films: Imagining Argentina

Kinostart: nicht bekannt

USA 2003

Genre: Thriller

Originaltitel: Imagining Argentina

Regie: Christopher Hampton

Drehbuch: Christopher Hampton

Produktion: Geoffrey C. Lands, Raul Outeda, Michael Peyser, Santiago Pozo, Diane Sillan Isaacs

Kamera: Guillermo Navarro

Schnitt: George Akers

Ausstattung: Bárbara Pérez-Solero

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