Tragikomödie um einen Blindenlehrer mit unorthodoxen Methoden in Lissabon, der einer jungen Frau zu neuem Lebensmut verhilft.

Kinostart: 02.01.2014

Handlung

Als der rätselhafte Lehrer Ian in Lissabon eintrifft, um an einer Privatklinik hinter Klostermauern den Unterricht für eine Klasse blinder Jugendlicher zu übernehmen, ahnt die humorlose Heimleitung nicht, mit welch unorthodoxen Methoden er ihre Mauern erschüttern wird. Ians experimentierfreudiges Ortungsverfahren ohne Blindenstock beschränkt sich nicht auf den Innenhof. Er unternimmt auch mit der menschenscheuen Eva eine gefährliche Exkursion in die Stadt, womit er ihre tiefe Zuneigung gewinnt, aber auch gehörigen Aufruhr an der Schule auslöst.

Kritik

Bedachtes Blindendrama, in dem eine Schülerin in Lissabon durch unorthodoxe Methoden neuen Lebensmut schöpft.

Die in Portugal entstandene, europäische Produktion des polnischen Regisseurs Andrzej Jakimowski, bekannt für seinen Arthaus-Hit "Kleine Tricks", konnte in dessen Heimat zahlreiche Preise einheimsen und bleibt auch vor der Kamera international: Edward Hogg ("Anonymus") als revolutionärer Blindenlehrer Ian und die zuletzt in "Rush - Alles für den Sieg" aufgetretene Alexandra Maria Lara als seine menschenscheue Schülerin Eva, die ihm in einer diffizilen Beziehung vorerst verfällt. Auf faszinierende Weise lässt sich "Imagine" auf ihre Wahrnehmung ein, entfaltet eine Welt der Töne, was auch beim Zuschauer Vorstellungskraft herausfordert.

Im sonnengetrockneten Innenhof einer Privatklinik hinter Klostermauern lehrt der Neuzugang einer ganzen Klasse Sehbehinderter (authentisch von Laien verkörpert) bislang ungekannte Orientierungsverfahren, sich auch ohne Blindenstock durch Echo-Ortung zurechtzufinden. Eine gefährliche Exkursion in die Stadt mit der verschlossenen Eva bringt die humorlose Heimleitung gegen den so selbstbewussten wie geheimnisvollen Ian auf. Der muss auch die Schüler davon überzeugen, seine Methode ohne Tricks zu beherrschen, was in Ansätzen einen Club der toten Dichter ergibt und darum kreist, ob man in Angst oder befreit leben will.

Im Grunde entzieht sich Jakimowskis Drehbuch naheliegenden Kategorien wie der einer Underdog-Parabel oder eines Motivations-Dramas, sondern ist eine durchaus auch die Geduld testende, mäandernde Charakterstudie aus einer Fülle an Episoden. Vor allem aber reist er in ein Universum der Geräusche, die er spielerisch, nicht didaktisch erkundet und sich ganz fast kindlicher Experimentierfreude verschreibt. Was zugleich die emotionalen Höhepunkte eines entspannten Films sind, der mit smarten Bildbegrenzungen, Unschärfe und Sprachvielfalt die Fantasie anregt. Denn die erhält klar Priorität vor den Fragen, ob Ian ein Hochstapler und was genau nun Realität ist. Das stellt eine alternative Lebensphilosophie in dieser Stadt der Blinden vor. tk.

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Info

Kinostart: 02.01.2014

Frankreich/Großbritannien/Polen/Portugal 2012

Länge: 1 h 45 min

Genre: Drama

Originaltitel: Imagine

Regie: Andrzej Jakimowski

Drehbuch: Andrzej Jakimowski

Musik: Tomasz Gassowski

Produktion: Vladimir Kokh, François d'Artemare, Andrzej Jakimowski

Kostüme: Ola Staszko

Kamera: Adam Bajerski

Schnitt: Cezary Grzesiuk

Ausstattung: Ewa Jakimowska

Website: http://www.imagine-der-film.de/

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