Drama über die junge Nonne Anna, die im Polen der Sechzigerjahre lebt und ein dunkles Familiengeheimnis entdeckt, das bis in die Nazizeit zurückreicht.

Kinostart: 10.04.2014

Agata Kulesza
als Wanda Gruz

Agata Trzebuchowska
als Novizin Anna / Ida Lebenstein

Dawid Ogrodnik
als Lis

Jerzy Trela
als Szymon Skiba

Adam Szyszkowski
als Feliks Skiba

Halina Skoczyñska
als Mutter Oberin

Joanna Kulig
als S

Dorota Kuduk
als Kaska

Natalia Lagiewczyk
als Bronia

Afrodyta Weselak
als Marysia

Mariusz Jakus
als Barman

Izabela Dabrowska
als Bedienung

Artur Janusiak
als Polizist

Anna Grzeszczak
als Nachbarin

Jan Wojciech
als Vater Andrew

Die Handlung von Ida

Novizin Anna hat gerade ihr 18. Lebensjahr vollendet, ist noch Jungfrau und lebt wie eine Heilige fern der Sünde. Bevor sie 1962 in dem polnischen Kloster, wo sie aufgewachsen ist, ihr Gelöbnis ablegt, bittet ihre letzte lebende Verwandte, die ihr bislang unbekannte Tante Wanda, sie in der Stadt zu treffen. Dort enthüllt sie dem stillen Mädchen, das Anna keineswegs katholisch, sondern die Jüdin Ida ist und ihre Eltern im Krieg von einheimischen Bauern ermordet wurden. Die resolute Ex-Richterin fährt mit ihr aufs Land, um die verschollenen Gebeine ihrer Familie zu finden.

Kritik zu Ida

In lyrischem Schwarzweiß komponiertes, aufwühlendes Porträt einer Novizin, die ihre traurige jüdische Vergangenheit entdeckt.

Der britische Independentfilmer Pawel Pawlikowski wurde für Werke wie "My Summer of Love" preisgekrönt und etablierte damit eine eigene, spannende Handschrift. Diese forciert er auf beeindruckende Weise in seinem asketischen Arthouse-Drama, das den gebürtigen Warschauer zurück in seine Heimat führt. Das kommunistische Polen des Jahres 1962 bietet ihm Anlass zur Aufarbeitung volkseigener Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Mithin kein leichtes Thema, dem Pawlikowski jedoch mit stillem Stilwillen in seinem Porträt zweier gegensätzlicher Frauen begegnet, den letzten beiden Überlebenden ihrer Familie.

Diese wurde zu Kriegszeiten von Bauern erschlagen und anonym im Wald verscharrt - für die katholische Novizin Anna ein Schock, als sie von ihrer bislang unbekannten Tante Wanda erfährt, dass sie tatsächlich Ida Lebenstein heißt, jüdischer Abstammung ist und nur dadurch gerettet wurde, dass man sie in einem Kloster versteckte, wo sie aufwuchs. Ihre Identitätssuche mit der resoluten ehemaligen Richterin Wanda stellt alle Schattierungen von Unschuld und Sünde, Heiligen und Huren aus. Die Frage, ob Gott überall ist, oder man anhand derartiger Taten merkt, dass es ihn nicht gibt, durchzieht den im beengten 4:3-Format entstandenen Schwarzweißfilm, der das Lebensgefühl des Sozialismus widerspiegelt, aber keinesfalls die Ostblocktristesse beklagt, sondern ihr trotzt.

Denn es ist nicht nur der Holocaust aus einem ästhetisch aufregenden, anderen Blickwinkel, den Pawlikowski einnimmt. Er widmet sich auch einem Coming-of-Age zu einer Zeit, da die opportunistischen Täter ihre Verbrechen vergessen wollen und sich mit Jazz und Tanz an Friedenszeiten erfreuen. An unbequeme Wahrheiten möchte hier keiner erinnert werden, womit eine tragische Entwicklung von erschütternden Ausmaßen ihren Lauf nimmt, die nüchtern, aber intensiv Abschied von einem verschleppten persönlichen Traumakapitel nimmt, um sich für die Zukunft neu zu orientieren. Auch wenn das eigene Leben dafür kurzzeitig Kopf steht. Manche Wunden heilt die Zeit. Andere nicht. tk.

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Info

Plakat des Films: Ida

Kinostart: 10.04.2014

Dänemark/Polen 2013

Länge: 1 h 22 min

Genre: Drama

Originaltitel: Ida

Regie: Pawel Pawlikowski

Drehbuch: Pawel Pawlikowski, Rebecca Lenkiewicz

Musik: Kristian Eidnes Andersen

Produktion: Ewa Puszczynska, Piotr Dzieciol-Prezes, Eric Abraham

Kostüme: Ola Staszko

Kamera: Lukasz Zal, Ryszard Lenczewski

Schnitt: Jaroslav Kaminski

Ausstattung: Marcel Slawinski, Katarzyna Sobanska

Website: http://www.ida-derfilm.de