TV-Drama um einen von seinen Mitschülern gemobbten Jugendlichen.

Kinostart: nicht bekannt

Jonas Nay

Jonas Nay
als Jakob Moormann

Wotan Wilke Möhring

Wotan Wilke Möhring
als Claas Moormann

Nicole Marischka

Nicole Marischka
als Irina Moormann

Sophia Boehme
als Hannah

Jannik Schümann
als Henry

Tom Wolf
als Erik

Willi Gerk
als Tom

Anett Heilfort
als Frau Beckmann

Petra Kelling
als Gertrud

Sabine Timoteo
als Vera

Hans-Werner Meyer
als Robert

Tarja Loos
als Amelie Moormann

Tove Loos
als Amelie Moormann

Ingrit Dohse
als Frau Hanich

Kritik zu Homevideo

Ein würdiger Gewinner des Deutschen Fernsehpreises, der durch seine Schonungslosigkeit besticht, mit der er das relevante Thema Cyber-Mobbing angeht.

Ein Schüler filmt sich selbst beim Onanieren. Durch eine Schusseligkeit der Mutter landet die Videokamera samt Speicherkarte in den Händen zweier Mitschüler. Welch unerträglicher Gedanke! Doch dies ist die Ausgangssituation von "Homevideo", in der sich Jakob wiederfindet.

Kilian Riedhof ist auf Basis des Drehbuchs des bislang gänzlich unbekannten Jan Braren ein Meisterwerk an Eindringlichkeit und Intensität gelungen. Als Zuschauer erlebt man die Hölle und das Wechselbad der Gefühle, die der von Newcomer Jonas Nay zutiefst beeindruckend dargestellte Jonas durchläuft, unmittelbar mit. Auf die schlimmsten Befürchtungen folgt die schreckliche Gewissheit, dass die privaten Aufnahmen tatsächlich in fremde Hände gelangt sind. Ein kurzer Hoffnungsschimmer, als Jonas' Vater die Speicherkarte zurückholt. Dass der härteste Keulenschlag noch bevorsteht, ahnt man da bereits, denn man konnte die Übelkrähe Henry (Jannik Schümann) dabei beobachten, wie er die Daten von der Karte auf seine Festplatte kopiert hat.

Sowohl schauspielerisch als auch inszenatorisch macht der Film geradezu meisterhaft die verschiedensten Stimmungslagen nachempfindbar. Das Unheil bricht über Jonas natürlich zum besterdenklichen Zeitpunkt herein, nämlich inmitten des zähen Trennungsprozesses seiner Eltern, vor allem aber praktisch zeitgleich mit der sich anbahnenden ersten zarten Liebesbeziehung zur jüngeren Hannah (Sophia Böhme - ein Gesicht, das man sich merken muss). Die Liebe als Erlösung aus der größten Pein, diese Türe lässt Kilian Riedhof lange offen, und er lässt sie Jonas selbst zuschlagen.

Imponierend an "Homevideo" ist vor allem auch die Figurenzeichnung. Mit Jonas Nay als Jakob ist ein neuer Star geboren, der selbst die wahrscheinlich recht diffizile Selbstbefriedigungsszene ganz unverkrampft hinbekommt. Wotan Wilke Möhring und Nicole Marischka als Eltern machen das Scheitern ihrer Beziehung greifbar. Rührend stehen Sie an der Seite des Sohnes und dringen aufgrund ihrer eigenen Krise doch nicht zu ihm durch. Einziger Kritikpunkt bleibt die Figur Henrys - gerne hätte man mehr über die Motivation des Mobbers erfahren. Doch das kann das finale Urteil nicht beeinträchtigen: Film des Jahres! fra.

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Info

Plakat des Films: Homevideo

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2011

Genre: Drama

Originaltitel: Homevideo

Regie: Kilian Riedhof

Drehbuch: Jan Braren

Musik: Peter Hinderthür

Produktion: Benjamin Benedict, Christian Granderath, Lucia Staubach

Kostüme: Ivana Milos

Kamera: Benedict Neuenfels

Schnitt: Benjamin Hembus

Ausstattung: Martin Schreiber