Drama über die ungewöhnliche Freundschaft zwischen der Schriftstellerin Magda und ihrer Putzfrau Emerenc.

Kinostart: 05.04.2012

Helen Mirren

Helen Mirren
als Emerenc

Martina Gedeck

Martina Gedeck
als Magda

Károly Eperjes
als Tibor

Gábor Koncz
als Lt. Colonel

Enikö Börcsök
als Sutu

Ági Szirtes
als Polett

Lajos Kovács
als Hausmeister

Erika Marozsán

Ildikó Tóth

Mari Nagy
als Ad

Péter Andorai
als Mr. Brodarics

Csaba Pindroch
als Emerencs Neffe

Dénes Újlaki
als Emerencs Gro

Anna Szandtner
als Emerenc, jung

Réka Tenki
als Emerencs Mutter

Dóra Gáspárfalvi
als Emerenc, Kind

Irén Bódis
als Emerencs Cousin

Handlung

Als die Schriftstellerin Magda die Putzfrau Emerenc anstellt, sind sich die beiden Frauen zunächst fremd. Emerenc verhält sich ihrer Arbeitgeberin gegenüber äußerst wechselhaft und so kann ein Moment der Nähe schnell in eiskalte Abweisung umschlagen. Doch nach und nach nähern sie sich einander an und entwickeln eine Freundschaft. Dennoch scheint Emerenc noch ein Geheimnis vor Magda zu hüten, denn sie vermeidet es strikt, etwas über ihr eigenes Zuhause preiszugeben.

Kritik

István Szabós Literaturverfilmung ist Schauspielkino pur mit Helen Mirren und Martina Gedeck, die in dem gesellschaftspolitischen Drama eine ungewöhnliche Freundschaft schließen.

Ungarns Regie-Altmeister István Szabó, Teil der internationalen Filmkunst seit "Mephisto" (1981), verfilmt das letzte Werk einer der wichtigsten ungarischen Schriftstellerinnen, der vor wenigen Jahren verstorbenen Magda Szabó - im Übrigen nicht verwandt. Der literarische Anspruch des 1987 veröffentlichten, in 36 Sprachen übersetzten Romans fließt in das vor allem mit deutschen Geldern geförderten Fünf-Millionen-Euro-Projekt spürbar ein. Unter Szabós Regie läuft Oscarpreisträgerin Helen Mirren ("The Queen") zu großer Form als kantig-verquerer Charakter auf. Martina Gedeck ("Der Baader-Meinhof-Komplex") flankiert ihre Show respektvoll.

Es ist eine Geschichte von Würde und dem - vergeblichen Wunsch - nach Liebe, die ins atmosphärisch-farbig bebilderte Budapest der Sechzigerjahre führt. Um sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren, stellt die Schriftstellerin Magda (Gedeck) die schroffe Putzfrau Emerenc (Mirren) an. Zwischen dem sanften, modernen Kulturmensch und der Kratzbürste mit ihrem archaischen Weltbild gibt es zunächst wenig Überschneidungen. Emerenc verhält sich bizarr, lässt niemanden über die Türschwelle, offenbart der sich von ihren Unfreundlichkeit nicht entmutigen lassenden Magda aber nach und nach ihre Kindheitstraumata und ihre Erfahrungen, die - wie immer bei Szabó - mit dem Nationalsozialismus verbunden sind. Ohne Hang zur Dramatik inszeniert, versagen sich die Enthüllungen allen Sentimentalitäten. Szabó überlässt es seinen Schauspieler(innen), Emotionen zu wecken.

Mirrens rüpelhafte Rolle macht es dem Zuschauer nicht leicht, Mitgefühl für ihre Figur zu entwickeln, auch wenn ihr Schicksal ergreifend ist und verschlüsselt ein dunkles Kapitel der Geschichte Ungarns streift. Aus dem Quid pro quo der beiden Frauen entwickelt sich mit Eingebungen über Religion, Gott, Disziplin und Liebe fast eine Moralphilosophie. Arthousegänger finden hier jede Menge Stoff zur Diskussion. Vor allem Helen Mirrens Leistung, einen äußerst schwierigen Menschen zu porträtieren, gibt Anstöße über eine chabrolhafte Lügenkultur, mangelnde Mitmenschlichkeit und das traurige Ende einer immer wieder im Stich Gelassenen nachzudenken.

tk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 05.04.2012

Deutschland/Ungarn 2012

Länge: 1 h 38 min

Genre: Drama

Originaltitel: The Door

Regie: István Szabó

Drehbuch: István Szabó, Andrea Vészits

Produktion: Sándor Söth, Sándor Söth, Jenö Hábermann

Kostüme: Györgyi Szakács

Kamera: Elemér Ragályi

Schnitt: Reka Lemhenyi

Ausstattung: Volker Schaefer, Lóránt Jávor

Website: http://www.hinter-der-tuer.de