Kompromissloser Zweiter-Weltkriegs-Actionfilm über die fünfköpfige Mannschaft eines amerikanischen Panzers in den letzten Tagen des Kriegs.

Kinostart: 01.01.2015

Brad Pitt

Brad Pitt
als Don 'Wardaddy' Collier

Shia LaBeouf

Shia LaBeouf
als Boyd 'Bible' Swan

Logan Lerman

Logan Lerman
als Norman Ellison

Michael Peña
als Trini 'Gordo' Garcia

Jon Bernthal
als Grady 'Coon-Ass' Travis

Jason Isaacs
als Captain Waggoner

Jim Parrack
als Sergeant Binkowski

Brad William Henke
als Sergeant Davis

Scott Eastwood
als Sergeant Miles

Kevin Vance
als Sergeant Peterson

Handlung

Den sicheren Untergang vor Augen, mobilisiert Hitler im April 1945 noch einmal Mann und Maus, um im totalen Krieg noch so viel Schaden wie möglich zuzufügen. Auf deutschem Boden kämpft bereits die Mannschaft eines Sherman-M4-Panzers um Don "Wardaddy" Collier, die bei einer letzten Mission tief ins Gebiet des Feindes vorstoßen und Städte befreien soll. Mit an Bord befindet sich auch der gerade zur Truppe gestoßene Buchhalter Ellison, der mit wachsendem Entsetzen Zeuge der Unmenschlichkeit auf beiden Seiten wird.

Kritik

Kompromissloser Zweiter-Weltkriegs-Actionfilm über die fünfköpfige Mannschaft eines amerikanischen Panzers in den letzten Tagen des Kriegs.

Hitler hat den totalen Krieg ausgerufen, von der SS aufgeknüpfte vermeintliche Landesverräter säumen den Straßenrand, tödliche Gefahr lauert hinter jeder Ecke in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, in denen für Deutschland alles längst verloren ist, die Führung sich aber entschlossen zeigt, sein Volk bis zum letzten Mann aufzureiben: Sicher, "Herz aus Stahl" ist ein Kriegsfilm durch und durch, aber das Szenario, das David Ayer, gefeierter Drehbuchautor ("Training Day") und seit "End Watch" auch respektierter Filmemacher mit Gespür für dramaturgische Überhöhung in höchst realistischen Kulissen, für seinen bislang aufwändigsten Film als Filmemacher gewählt hat, ist eines Horrorfilms würdig. Und jedenfalls reizvoll genug für Brad Pitt, fünf Jahre nach "Inglourious Basterds" noch einmal zurückzukehren in den letzten gerechten Krieg, in einer Rolle, die der des Nazikillers Aldo Raine aus Tarantinos Men-on-a-Mission-Films zwar nicht unähnlich ist, aber doch durch ihren ganz anderen Ansatz spannend ist: "Wardaddy" nennen seine Männer diesen Don Collier, einen mit allen Wassern gewaschenen Kommandanten eines zynisch "Fury" getauften Sherman-M4-Panzers, der kurz vor dem sicheren Gewinn des Kriegs wie viele aussehen mag, nur nicht wie ein Sieger.

In Afrika hat er gekämpft, in Italien, der Normandie und nun mittlerweile auf Boden des sich erbittert währenden Feindes. "Herz aus Stahl" erzählt wie kein Hollywood-Film vor ihm von der Entmenschlichung der Soldaten, die längst verinnerlicht haben, dass man fressen muss oder gefressen wird: Die Männer um "Wardaddy" sind Killer, der brutale Südstaatler Coon-Ass, gespielt von "Walking Dead"-Star Jon Bernthal, der gläubige Bible, von Shia LeBeouf ohne Anflug von Mätzchen dargestellt, und der Latino Gordo, von Ayer-Regular Michael Peña gewohnt bodenständig gezeichnet. Zu ihnen gesellt sich nach dem Tod eines Kollegen als Grünschnabel der Schreibtischtäter Norman Ellison, der "Drei Musketiere"-D'Artagnan Logan Lerman den Nachwuchsstar abschütteln lässt: Seine Unerfahrenheit und Angst bei der folgenden Mission der Panzer-Division ermöglicht dem Publikum den Zugang in eine schockierende Welt, die fünf Männer auf so engen Raum zwängt, dass die greifbare Klaustrophobie in "Das Boot" im Vergleich befreiend wirkt. Die Personenkonstellation erinnert an "Der Soldat James Ryan", aber Ayers Irrfahrt ins Herz der Finsternis, der ständigen kämpferischen Konflikte, der abgetrennten Gliedmaßen und platzenden Köpfe, der wie Laserstrahlen durch das triste Braun-Grün der Landschaft zuckenden Lenkraketen, ist viel kompromissloser, ein Blick in die Zeit nach der Menschlichkeit - desillusioniert und verbittert, wie es "Steiner - Das eiserne Kreuz" und "The Big Red One" gewesen waren.

Ein Zweikampf mit einem übermächtigen deutschen Tank ist mit großer Kunstfertigkeit inszeniert wie eine Seeschlacht, der Showdown auf einer Landstraße in der Nacht erinnert an "Zulu" oder "Black Hawk Down". Und mittendrin, im Herzen von "Herz aus Stahl", ist eine lange, lange Szene ohne jede Action. Und doch ist sie Dreh- und Angelpunkt des Geschehens: In eine eingenommenen Stadt platzen Pitt und Lerman in die Wohnung zweier junger deutscher Frauen, gespielt von Anamaria Marinca aus "4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage" und Alicia von Rittberg aus "Barbara". Ohne viel Hintergrundinformation über die beiden Männer preiszugeben, erzählt der Film mit Blicken und Gesten alles, was man über die Figuren und den Preis, der für den Krieg zu zahlen ist, wissen muss und setzt damit alles vorher Gezeigte, die eiskalte Ermordung von SS-Offizieren, die barbarische Entschlossenheit, in einen neuen Zusammenhang. Ein großer Kriegsfilm ist David Ayer gelungen, in der Tradition der Hardboiled-Soldatenfilme aus der Nachkriegszeit, "Zur Hölle und zurück" von Jesse Hibbs, "Ardennen 44" von Robert Aldrich oder "Kesselschlacht" von William Wellman, aber doch modern und packend und so knallhart, dass selbst Brad Pitts Gesicht zur Fratze verzerrt scheint.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 01.01.2015

USA 2014

Länge: 2 h 14 min

Genre: Action

Originaltitel: Fury

Regie: David Ayer

Drehbuch: David Ayer

Musik: Steven Price

Produktion: David Ayer, John Lesher, Bill Block, Ethan Smith

Kostüme: Anna B. Sheppard, Owen Thornton

Kamera: Roman Vasyanov

Schnitt: Jay Cassidy, Dody Dorn

Ausstattung: Andrew Menzies

Website: http://www.herzausstahl-film.de

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