Schrille Satire, die nicht nur Neonazis, sondern das ganze Land respektlos durch den Kakao zieht.

Kinostart: 16.07.2015

Benno Fürmann

Benno Fürmann
als Sven Stanislawski

Liv Lisa Fries

Liv Lisa Fries
als Nina Schmidt

Jerry Hoffmann
als Autor Sebastian Klein

Daniel Zillmann
als Kalle Schulze

Oliver Bröcker
als Dorfpolizist Sascha Heinze

Anna Brüggemann
als Nazibraut Doreen Seiler

Thelma Buabeng
als Stella Gustafsson

Michael Kind

Richard Kropf
als Florian Meier

Jörg Bundschuh
als Heiko Georgi

Thorsten Merten

Leslie Malton

Michael Gwisdek
als Chef des Verfassungsschutzes

Hanns Zischler
als Graf Ludbert zu Regenstauf

Marie-Lou Sellem

Robert Gwisdek

Axel Ranisch

Jacob Matschenz
als Johnny

Handlung

Nach einem Schlag auf den Kopf plappert der auf Lesereise befindliche afrodeutsche Autor Sebastian wie ein Papagei die Parolen rechter Schläger nach, deren Anführer Sven ihn in Talkshows vorführt. Sebastians so hochschwangere wie eifersüchtige Freundin Nina verfolgt ihn mit dem suspendierten Dorfpolizisten Sascha. Aber Politiker Sven hat größenwahnsinnige Pläne, um eine Angebetete mit Taten zu beeindrucken: Er will in Polen einfallen.

Kritik

Deutsche Satire, die nicht nur Neonazis, sondern das ganze Land respektlos durch den Kakao zieht.

Dietrich Brüggemann erkundet abermals Kontraste und stellt seinem stilstrengen Arthausdrama "Kreuzweg" eine schrille Satire gegenüber, die herrlich komisch durch ein verrückt gewordenes Deutschland wetzt, das einen absurden Eiertanz um seine Geschichtslast aufführt, bei dem der Regisseur um keine Pointe und kuriose Chaos-Idee verlegen ist. "Heil" teilt munter aus gegen Rechts wie Links, Geheimdienstbehörden, Sensationspresse, Intellektuellendiskurse, Kulturbetrieb und Medienöffentlichkeit.

Trotz zahlreicher Akteure und Schauplätze ist das brandenburgische Provinzkaff Prittwitz zentraler Nährboden eines mit viel Filmwitz angestifteten Tumults.

Nach einem Schlag auf den Kopf plappert der auf Lesereise befindliche afrodeutsche Autor Sebastian (Jerry Hoffmann) wie ein Papagei die Parolen rechter Schläger nach, deren Anführer Sven (Benno Fürmann) ihn in Talkshows vorführt. Sebastians so hochschwangere wie eifersüchtige Freundin Nina (Liv Lisa Fries) verfolgt ihn mit dem suspendierten Dorfpolizisten Sascha. Aber Politiker Sven hat größenwahnsinnige Pläne, um eine Angebetete mit Taten zu beeindrucken: Er will in Polen einfallen.

Und die Trottel vom Verfassungsschutz haben bei Glatzen und Nipstern (Nazi-Hipstern) ihre Finger im Spiel, was heillos Verwirrung stiftet, die Brüggemann mit treffendem, ausuferndem Schalk genießt. Schwung und Selbstironie spazieren auf dem Terrain der Satirezeitschrift Titanic, auch wenn politische Schärfe und Tiefgang dem Slapstick und Klamauk geopfert werden. Im unentwegten und sehr einfallsreichen Pointengewitter mag mancher Running Gag Ermüdungserscheinungen aufweisen, das Gesamtkonzept geht auf. Der böse Spaß stimmt unbekümmert auf "Er ist wieder da" ein.

tk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 16.07.2015

Deutschland 2015

Länge: 1 h 44 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Heil

Regie: Dietrich Brüggemann

Drehbuch: Dietrich Brüggemann

Musik: Dietrich Brüggemann

Produktion: Michael Lehmann, Dietrich Brüggemann, Katrin Goetter

Kostüme: Juliane Maier

Kamera: Alexander Sass

Schnitt: Vincent Assmann

Ausstattung: Theresia Anna Ficus

Website: https://www.facebook.com/HeilDerFilm

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