Neuverfilmung des Kinderbuchklassikers um das Waisenmädchen Heidi, das in den Bergen aufwächst.

Kinostart: 10.12.2015

Bruno Ganz

Bruno Ganz
als Almöhi

Anuk Steffen
als Heidi

Quirin Agrippi

Quirin Agrippi
als Geissenpeter

Isabelle Ottmann
als Klara

Katharina Schüttler
als Fräulein Rottenmeier

Anna Schinz
als Dete

Hannelore Hoger
als Großmama Sesemann

Jella Haase
als Tinette

Peter Lohmeyer
als Sebastian

Maxim Mehmet
als Herr Sesemann

Handlung

Heidi wird auf dem Berg bei ihrem Großvater Alm-Öhi abgeliefert, der alles andere als erfreut darüber ist, sich künftig um ein kleines Mädchen kümmern zu müssen. Lange hält sein Ingrimm nicht an, dann hat Heidi ihn auf ihre Seite gebracht. Mit dem Almöhi und ihrem Freund, dem Geißen-Peter, verlebt Heidi glückliche Tage auf der Alm, bis sie gegen ihren Willen wieder abgeholt wird, um fortan bei einer Familie in Frankfurt der gehbehinderten Klara Gesellschaft zu leisten. Doch Heidi kann die Berge nicht vergessen.

Kritik

Alain Gesponers werkgetreue Verfilmung des populären Kinderbuchs funktioniert in ihrer Ursprünglichkeit und angenehmen Antiquiertheit hervorragend als Gegenentwurf zum CGI-getriebenen Hollywood-Kino.

Ob animiert oder real verfilmt, mit schöner Regelmäßigkeit wird der Kinomarkt mit immer weiteren Adaptionen des nunmehr 135 Jahre alten Kinderbuchklassikers von Johanna Spyri ausgelotet. Die 2015er Version von "Heidi" ist ein Realfilm, der sehr eng an die Vorlage angelehnt ist. Das hat durchaus seinen Charme, denn Regisseur Alain Gsponer und seine Produzenten Jakob Claussen und Uli Putz, die bereits dem "kleinen Gespenst" zu einer Leinwand-Renaissance (knapp eine Mio. Besucher!) verhelfen konnten, setzen auf authentische Kostüme, detailverliebte Ausstattung und zeitgemäßes Produktionsdesign, was dem Film einen angenehm altmodischen Touch verleiht.

Auch die Geschichte selbst wird ganz klassisch erzählt: Kaum hat Waise Heidi mit ihrer unbeschwerten Art das Herz des grummeligen Großvaters erobert, heißt es auch schon Abschied nehmen vom Alm-Öhi und den geliebten Bergen. In Frankfurt lernt Heidi zwar Lesen und Schreiben und schließt Freundschaft mit der an den Rollstuhl gefesselten Klara, doch eigentlich will sie nur eins: zurück zur Natur, zurück in die Alpen. Bei der Besetzung der vier zentralen Figuren hat Gsponer ein glückliches Händchen bewiesen: Bruno Ganz ist als übellauniger Großvater mit weißem Rauschebart, der erst spät sein weiches Herz offenbart, eine Wucht, Quirin Agrippi verleiht dem Geißenpeter den richtigen Mix aus naivem Frohsinn und gefährlicher Aggressivität, und Katharina Schüttler ist als gestrenges, kompromissloses und eiskaltes Fräulein Rottenmeier geradezu furchterregend böse. Mit ihrem gewinnenden Lächeln, dem entwaffnenden Charme und ihrer überbordenden Energie schießt allerdings Neuentdeckung Anuk Steffen mit wuscheliger "Ronja Räubertochter"-Mähne den Vogel ab. Sie ist eine Heidi, die man einfach gern haben muss. Da fällt es auch nicht ins Gewicht, dass das Werk mit seinen 105 Minuten für die Zielgruppe der Vor- und Volks-Schulkinder zu lang geraten ist.

Drama geht hier eindeutig vor Action, die einzigen "Spezialeffekte" sind eine lustige Schlittenfahrt und ein gewaltiges Gewitter. Somit ist "Heidi" auch ein konsequenter Gegenentwurf zu den lärmenden Hollywood-Blockbustern von heute, der statt CGI-Zauberei auf prächtige Landschaftsaufnahmen, wettergegerbte Naturburschen und eine Botschaft setzt, die ebenso klar wie einfach ist: "Tu das, was dir Freude macht, egal, was die Leute sagen." lasso.

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Info

Kinostart: 10.12.2015

Deutschland/Schweiz 2015

Länge: 1 h 51 min

Genre: Drama

Originaltitel: Heidi

Regie: Alain Gsponer

Drehbuch: Petra Volpe

Musik: Niki Reiser

Produktion: Jakob Claussen, Lukas Hobi, Reto Schaerli, Uli Putz

Kostüme: Anke Winckler

Kamera: Matthias Fleischer

Schnitt: Michael Schaerer

Ausstattung: Christian M. Goldbeck

Website: http://www.heidi.studiocanal.de

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