Dreistündige Crime-Saga von Michael Mann, in der die Schauspielikonen Robert De Niro und Al Pacino erstmals aufeinader treffen.

Kinostart: nicht bekannt

Al Pacino

Al Pacino
als Lt. Vincent Hanna

Robert De Niro

Robert De Niro
als Neil McCauley

Val Kilmer

Val Kilmer
als Chris Shiherlis

Jon Voight
als Nate

Tom Sizemore
als Michael Cheritto

Diane Venora
als Justine Hanna

Amy Brenneman
als Eady

Ashley Judd
als Charlene Shiherlis

Mykelti Williamson
als Sergeant Drucker

Wes Studi
als Detective Casals

Ted Levine
als Bosko

Dennis Haysbert
als Donald Breedan

William Fichtner
als Roger Van Zant

Natalie Portman
als Lauren Gustafson

Tom Noonan
als Kelso

Kevin Gage
als Waingro

Hank Azaria
als Alan Marciano

Susan Traylor
als Elaine Cheritto

Kim Staunton
als Lillian

Danny Trejo
als Trejo

Bud Cort

Handlung

McCauley führt mit seiner Gang spektakuläre Überfälle im Großraum Los Angeles durch. Obwohl stets minutiös durchgeplant, geht ein neuer Coup schief, als ein neues Gangmitglied die Nerven verliert und drei tote Wachleute hinterläßt. Ein Fall für Supercop Hanna, der fasziniert den Spuren McCauleys folgt. Trotz Überwachung gelingt dem ein weiterer spektakulärer Coup.

Neil McCauley ist der Kopf einer Verbrecherbande, deren minutiös geplanter Coup schiefläuft, als einer seiner Männer drei Wachleute erschießt. Obwohl dadurch die Polizei von Los Angeles auf ihn aufmerksam geworden ist, will er den letzten Bankraub seiner Karriere wie geplant durchziehen. Prompt wird McCauley verraten. Bei der folgenden Schießerei mit der Polizei stirbt ein Bandenmitglied und sein bester Freund wird verletzt. Noch bevor er fliehen kann, wird McCauley von seinem Erzfeind, dem Cop Vincent Henna, gestellt.

McCauley organisiert eine Reihe spektakulärer Überfälle. Als einer schiefgeht, heftet sich der coole Cop Hanna auf seine Fährte. Die beiden Männer sind sich sehr ähnlich. In coolem Design präsentierter Edel-Gangster-Thriller von "Miami Vice"-Macher Michael Mann.

Kritik

In der Hitze der Gewalt verschmelzen die Unterschiede zwischen Cop und Gangster, Jäger und Gejagtem, Gut und Böse - glaubt man dem gewagten, visionären Unterfangen, auf das sich Michael Mann ("Der letzte Mohikaner") mit seiner knapp dreistündigen Crime-Saga aus dem Herzen der Großstadthölle Los Angeles eingelassen hat, in dem er die beiden Schauspielikonen Robert De Niro und Al Pacino erstmals gegeneinander antreten läßt. Dementsprechend hat der Regisseur seine wehmütige, stilistisch bestechende Charakterstudie des Verbrechens mit kühlem Kopf ganz bewußt als postmodernen Zusammenstoß der Titanen inszeniert, der Genrekonventionen trotzt, wo er nur kann. Würdig ist der Aufwand, mit dem "Heat" mit eigenwilliger Wildheit, abgeklärter Eleganz und Dante Spinottis süchtig machenden Bildern in ungewöhnlichen Schnittfolgen auf die Leinwand gehämmert wurde. Über 85 Drehplätze in Los Angeles erstreckt sich dieser angeblich 60 Mio. Dollar teure Bravourakt, der mit Val Kilmer, Tom Sizemore, Wes Studi, Jon Voight, Amy Brenneman und Ashley Judd bis in die kleinste Rolle perfekt besetzt wurde. Pacino und De Niro sind der Über-Polizist und der Über-Verbrecher, obsessive Perfektionisten, deren Betätigung ihr Leben bedeutet. Obwohl auf entgegengesetzten Seiten des Gesetzes agierend, fühlen sie sich ihrem Alter ego näher als den eigenen Leuten. Einen entscheidenden Unterschied gibt es: Cop Hanna (Pacino) würde sich sofort für seinen Job entscheiden, wenn er zwischen Familie und Beruf wählen müßte. Seine dritte Ehe steht ohnehin kurz vor der Scheidung. Gangster McCauley (De Niro) hingegen wünscht sich nichts mehr als Harmonie. Einer Glucke gleich hält er seine Leute beisammen und tritt schon mal als Schlichter auf, wenn sein heißblütiger Paradeschüler (Val Kilmer) Zuhause über die Stränge schlägt. Als sich der Einzelgänger in eine Grafikerin verliebt, will er nach einem letzten großen Coup aufhören. Das Duell zwischen Cop und Gangster nimmt ungeahnte Wendungen. Denn Michael Mann füllt das an sich simple Korsett mit einer Unzahl von Nebenhandlungen auf, die unmittelbaren Einfluß auf die Entscheidungen der beiden Hauptfiguren und damit den Verlauf von "Heat" nehmen. Hannas suizidgefährdete Tochter, ein gewaltgeiler Psychopath, der einen der perfekt geplanten Raubzüge McCauleys in ein chaotisches Blutbad verwandelt, und ein Auftraggeber, der McCauley ausspielen will, sind essentielle Figuren in dieser ungemein reichen Ballade vom Leben und Sterben in L.A., deren komplexer Aufbau viel Zeit in Anspruch nimmt. Wenn sich die angestaute Energie schließlich entlädt, ist das Ergebnis spektakulär und unvergeßlich: Am atemberaubendsten ist ein fehlgeschlagener Banküberfall, dessen blutige Kugelhagel-Ernte sich einem existentialistischen O.K. Corrall gleich minutenlang durch die Straßen von Los Angeles zieht; Michael Manns ultramoderne Antwort auf die Schlachtengemälde von "Braveheart". Übertroffen wird diese gigantische Szene nur von den beiden Sequenzen, in denen De Niro und Pacino gemeinsam vor der Kamera agieren. Die erste, in der sich die Gegenspieler die Zeit nehmen, sich in einem Café über ihre Berufe, Frauen und Einsamkeit zu unterhalten, ist ein Klassiker. Später werden sich die beiden auf den Rollfeldern des Flughafens von Los Angeles wieder begegnen, um Michael Manns genialen Diskurs über den Respekt zweier Männer zueinander zu Ende zu bringen. Das Duell der Akteure entscheidet De Niro für sich, der hinter seiner maschinenhaften Maske eine verblüffende Verletzlichkeit offenlegt, die dem harten und sehr starken Film Seele gibt. ts.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: nicht bekannt

USA 1995

Länge: 2 h 51 min

Genre: Action

Originaltitel: Heat

Regie: Michael Mann

Drehbuch: Michael Mann

Musik: Elliot Goldenthal

Produktion: Michael Mann, Art Linson

Kamera: Dante Spinotti

Schnitt: Dov Hoenig, Pasquale Buba, William C. Goldenberg, Tom Rolf

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