Kompromissloses Regiedebüt des Drehbuchautor von "Training Day", der Christian Bale als menschliche Zeitbombe durch Los Angeles schickt.

Kinostart: nicht bekannt

Christian Bale

Christian Bale
als Jim Davis

Freddy Rodriguez

Freddy Rodriguez
als Mike Alonzo

Eva Longoria

Eva Longoria
als Sylvia

J.K. Simmons
als Agent Richards

Chaka Forman
als Toussant

Noel Gugliemi
als Flaco

Tammy Trull
als Marta

Michael Monks
als Agent Hollenbeck

Samantha Esteban
als Letty

Tania Verafield
als Patty

Handlung

Golfkriegs-Veteran Jim Davis ist eine Zeitbombe, der man die Sprengkraft aufgrund ihres zivilisierten Äußeren nicht anmerkt. Seine Zeit verbringt er auf den Straßen von L.A. mit seinem Kindheitsfreund Jim oder seiner in Mexiko lebenden Freundin, die er nach Amerika holen will. Als ihm eine Anstellung bei der Polizei verweigert wird, dreht der zu Gewaltausbrüchen neigende Jim durch und wendet sich der anderen Seite des Gesetzes zu. Schließlich findet Jim eine Stelle bei der Homeland Security, was ihn zwingt, sich zwischen einer Karriere und seiner Freundin zu entscheiden.

Nachdem er sich fürs Vaterland im Golfkrieg die Seele ramponierte, würde der privat ziemlich neben der Spur laufende Ex-Elitekrieger Jim Davis gern für die Polizei von Los Angeles weiter töten, doch macht ihm sein unkontrollierter Drogenkonsum einen Strich durch die Karriererechnung. Also bricht er frustriert mit seinem besten Kumpel Mike zu ziellosen Streifzügen auf, bei denen man Frauen vor den Kopf stößt, Aggressionen abreagiert und schließlich dicken Ärger mit Kriminellen riskiert.

Ein frustrierter und drogenkranker Golfkriegsveteran reagiert auf die diversen Zurückweisungen seiner Umwelt mit Gewalt. Stimmungsvolles Großstadtthriller von Genrespezialist David Ayer.

Kritik

Batman Christian Bale verursacht (und durchläuft) im kompetenten Regiedebüt von "Training Day"-Skripter David Ayer als durchgeknallter Golfkriegsveteran harte Zeiten in den Mean Streets von South Central.

Mit seiner elektrisierenden Performance voll roher Emotionen und roher Gewalt weckt der" Prestige"-Magier Erinnerungen sowohl an Denzel Washingtons Alonso Harris aus "Training Day" als auch dem von Robert De Niro dargestellten "Taxi Driver" Travis Bickle. Gleichermaßen mental und moralisch deformiert ist Bales Figur Jim Davis, ein ehemaliger Army-Ranger. Im (Alb-)Traum-Prolog, bei dem seine traumatischen Kriegserinnerungen zu Tage kommen, wirkt er zunächst verletzlich. Seine zarte Seite zeigt sich auch beim Kontakt mit seiner mexikanischen Freundin Marta (Tammy Trull). Ihr verspricht er die Heirat, damit sie über die Grenze kommen kann. Doch kaum fährt Jim zurück nach Los Angeles, streift er diese weiche Facette seiner Persönlichkeit mit "Dr. Jekyll und Mr. Hyde"-artiger Plötzlichkeit ab.

Ebenso kontrastreich ist nun sein Outfit mit formellem Anzug und Krawatte, als er seinen besten Freund aus Kindheitstagen Mike Alonso (Freddy Rodriguez aus "Six Feet Under") abholt. Mike ist arbeitslos, und seiner Freundin Sylvia ("Desperate Housewife" Eva Longoria) zuliebe begibt er sich mit Jim auf Jobsuche. Dies behaupten sie zumindest, doch mit dem Enthusiasmus zweier Teenager, die Schule schwänzen, wird schon frühmorgens Bier gebechert, werden Zigaretten und Marihuana geklaut und sie legen sich mit einer Gang von Cholos an, denen sie die Knarren wegnehmen. Zu diesem Punkt sind Jims cholerische Unberechenbarkeit und psychopathische Abgebrühtheit mehr als offenkundig. Gleichzeitig spiegelt Regisseur Ayer, der zudem das Drehbuch verfasste, mit einer unverhofften brutalen Gewaltattacke just jene Eigenschaften haarscharf in ihrem Umfeld wider. Überhaupt zeichnet der Regienovize, der als Autor unter anderem für "Dark Blue" die Schattenseiten Los Angeles ausleuchtete, ein exzellentes realtitätsverbundenes Milieuporträt der Gangs, Dealer, Nutten und korrupten Cops. In dieses Schema von Korruption und Verdrehtheit passt der Umstand, dass Jims Bewerbung bei der Homeland Security auf positive Resonanz stößt. Auch Mike findet eine Anstellung, doch die bereits in Bewegung gesetzte Chaosspirale kann erwartungsgemäß nur in einer Tragödie enden.

Das zweistündige Actiondrama bewegt durch die Eindringlichkeit und Intensität der aus dem Leben gegriffenen Situationen und Figuren. Allen voran Bale, der hiermit seinem "American Psycho"-Repertoire beeindruckend beifügt. ara.

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Info

Plakat des Films: Harsh Times

Kinostart: nicht bekannt

USA 2006

Genre: Thriller

Originaltitel: Harsh Times

Regie: David Ayer

Musik: Graeme Revell

Produktion: David Ayer, Andrea Sperling

Kostüme: Michele Michel

Kamera: Steve Mason

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