Frei von gesellschaftlichen Zwängen und unwiderstehlich gut gelaunt sorgte Bärengewinnerin Sally Hawkins in Mike Leighs leichtfüßigem Feelgoodmovie für Charme, Witz und Wonne.

Kinostart: 03.07.2008

Handlung

Pauline alias Poppy (Sally Hawkins) wohnt mit ihrer Freundin Zoe (Alexis Zegerman) zusammen, liebt grelle Klamotten und hat mit 30 Jahren noch ein kindliches Gemüt, das sich durch nichts und niemanden die gnadenlos gute Laune verderben lässt. Die notorische Optimistin arbeitet engagiert und mit ganzem Herzen als Grundschullehrerin, nervt die Mitbürger aber auch durch penetrante Albernheit - besonders ihren menschenfeindlichen Fahrlehrer Scotty (Eddie Marsan).

Geradezu irritierend lebensfrohes Feel-Good-Movie von dem bislang zumeist als knallharten Sozialrealisten in Erscheinung getretenen Briten Mike Leigh ("Vera Drake"), der mit fabelhaften Darstellern, Witz und Charme eine leichtfüßige Überlebenskünstlerin zur Alltagsheldin verklärt.

Pauline, genannt Poppy, ist Grundschullehrerin im Norden Londons, teilt seit über zehn Jahren mit einer Freundin die Wohnung und trinkt gerne ein Gläschen zu viel. Was sie am stärksten charakterisiert ist jedoch, sie lässt sich ihre gute Laune nicht verderben, auch nicht von ihrem griesgrämigen Fahrlehrer. Er ist das genaue Gegenteil von ihr, verliebt sich aber in sie.

Pauline, genannt Poppy, ist Grundschullehrerin im Norden Londons, teilt seit über zehn Jahren mit einer Freundin die Wohnung, trinkt gerne ein Gläschen zu viel und genießt die Kombination von grellen Klamotten und Netzstrümpfen. Sie lässt sich ihre Laune nicht verderben, schon gar nicht vom ewig miesepetrigen Fahrlehrer Scotty. Er ist das genaue Gegenteil der Optimistin, ein verknöcherter Rassist und Spießer, der den Fehler bei allen anderen sucht, nur nicht bei sich selbst. Keine Frage: Diese beiden sind wie gemacht für einander.

Kritik

Frei von gesellschaftlichen Zwängen und unwiderstehlich gut gelaunt sorgt Bärengewinnerin Sally Hawkins in Mike Leighs leichtfüßigem Feelgoodmovie für Charme, Witz und Wonne.

Ein Mensch, der fröhlich lachend auf hochhackigen Stiefeln durchs Leben trabt und das Glas halb voll sieht, gehört zu den Berlinale-Raritäten. Dass ausgerechnet der sonst so tiefgründige Sozialfilmer Mike Leigh ("Vera Drake", "Naked") dieses Wunder vollbrachte, erstaunt umso mehr, auch wenn der Brite selbst in düstersten Dramen Momente feinen Humors erlaubte. Die Protagonistin dieser erfrischenden Komödie wächst uns schnell ans Herz, auch wenn sie mit ihrer ewig guten Laune auf die Nerven gehen kann.

Pauline, genannt Poppy, ist Grundschullehrerin im Norden Londons, teilt seit über zehn Jahren mit einer Freundin die Wohnung, trinkt gerne ein Gläschen zu viel und genießt die Kombination von grellen Klamotten und Netzstrümpfen. Sie lässt sich ihre Laune nicht verderben, weder von griesgrämigen Buchverkäufern, ihrer lamentierenden jüngeren Schwester oder der älteren verheirateten und schon gar nicht vom ewig miesepetrigen Fahrlehrer. Scotty (wunderbar dargestellt von Eddie Marsan) ist das genaue Gegenteil der Optimistin, ein verknöcherter Rassist und Spießer, der den Fehler bei allen anderen sucht, nur nicht bei sich selbst. Die Fahrstunden mit seltsamer Unterrichtstheorie entpuppen sich als Höhepunkte an Skurrilität. Während der Misanthrop sich an rigide Regeln hält und Emotionen als Teufelswerk betrachtet (obgleich er in Poppy verliebt ist, ohne es sich einzugestehen), sich an Kleinigkeiten festbeißt und an seinem neurotischen Hass fast erstickt, lacht Poppy sich halbtot über seine Pünktlichkeitshysterie und Erziehungsversuche. Die Vorwürfe, sie sei chaotisch und nicht erwachsen prallen an ihrem Gleichmut ab.

Mike Leigh, der wie bei seinen anderen Filmen, die Figuren über Monate mit den Schauspielern entwickelte, konzediert Poppy aber auch Ernsthaftigkeit. Da registriert sie aufmerksam die Wut eines Schülers und versucht, ihm zu helfen, hört sich nächtens die wirren Tiraden eines Obdachlosen an oder ahnt bei ihrer schwangeren Schwester, dass trotz Eigenheim, Versicherung und Couchgarnitur nicht alles in Butter ist. Denn die Überlebenskünstlerin weiß genau, was sie nicht will - die bürgerliche Absicherung gegen die Überraschungen des Lebens. Unter der heiteren Oberfläche brodelt es leise. Es geht nicht um "positive thinking" um jeden Preis, sondern um die positive Kraft des Einzelnen in einer Welt persönlicher und politischer Katastrophen. Die kann vielleicht nicht das Ruder herumreißen, den Alltag aber erträglicher machen. mk.

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Info

Plakat des Films: Happy-Go-Lucky
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 03.07.2008

Großbritannien 2008

Länge: 1 h 59 min

Genre: Drama

Originaltitel: Happy-Go-Lucky

Regie: Mike Leigh

Drehbuch: Mike Leigh

Musik: Gary Yershon

Produktion: Simon Channing Williams

Kostüme: Jacqueline Durran

Kamera: Dick Pope

Schnitt: Jim Clark

Ausstattung: Mark Tildesley

Website: http://www.happy-go-lucky-derfilm.de

Auszeichnungen

1 x Berlinale: